{"id":10709,"date":"2025-11-17T11:45:17","date_gmt":"2025-11-17T10:45:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.paxchristi.at\/?p=10709"},"modified":"2025-11-17T11:45:17","modified_gmt":"2025-11-17T10:45:17","slug":"rueckblick-auf-generalversammlung-und-studientag-zu-sozialer-verteidigung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.paxchristi.at\/?p=10709","title":{"rendered":"R\u00fcckblick auf Generalversammlung und Studientag zu Sozialer Verteidigung"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.paxchristi.at\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/IMG_0187-scaled.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-10710 alignright\" src=\"https:\/\/www.paxchristi.at\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/IMG_0187-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"301\" height=\"226\" srcset=\"https:\/\/www.paxchristi.at\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/IMG_0187-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.paxchristi.at\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/IMG_0187-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.paxchristi.at\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/IMG_0187-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.paxchristi.at\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/IMG_0187-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/www.paxchristi.at\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/IMG_0187-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 301px) 100vw, 301px\" \/><\/a>Die Herbst-Generalversammlung 2025 von Pax Christi \u00d6sterreich fand am 3. und 4. Oktober im dialog.hotel Am Spiegeln in Wien statt. Am Freitagnachmittag widmeten wir uns im Studienteil dem Thema \u201eSoziale Verteidigung statt Aufr\u00fcstung\u201c. Als Referentin konnte Lucia H\u00e4mmerle vom Internationalen Vers\u00f6hnungsbund gewonnen werden.<br \/>\n<!--more--><br \/>\n<strong>Grundlegende \u00dcberlegungen zur Logik der Gewalt<\/strong><\/p>\n<p>H\u00e4mmerle er\u00f6ffnete ihr Referat mit der provokanten Frage: In welcher Logik leben wir \u2013 und in welcher wollen wir leben? Die verbreitete Idee, sich mit Waffen zu wehren, scheint zun\u00e4chst alternativlos. Doch mit Gewalt zu antworten bedeutet auch, dem Aggressor die Wahl der Waffen zu \u00fcberlassen. Zudem d\u00fcrfen internationale Kr\u00e4fte nicht untersch\u00e4tzt werden, die mit ihren Interessen in die Souver\u00e4nit\u00e4t von Staaten eingreifen und zu Stellvertreterkriegen sowie wirtschaftlichen Abh\u00e4ngigkeiten f\u00fchren.<\/p>\n<p><strong>Konzept der Sozialen Verteidigung<\/strong><\/p>\n<p>Im Zentrum des Vortrags stand die Frage: Wie kann man sich ohne Waffengewalt gegen einen milit\u00e4rischen Aggressor zur Wehr setzen? Soziale Verteidigung bedeutet gewaltfreien, aber aktiven Widerstand. Anders als bei milit\u00e4rischer Verteidigung geht es nicht um die Sicherung von Grenzen, sondern um den Schutz von Institutionen, Lebensweisen und Werten wie Freiheit, Demokratie und Menschenw\u00fcrde.<\/p>\n<p>Das Grundprinzip: Jede Herrschaft ben\u00f6tigt die Mitarbeit der Bev\u00f6lkerung. Wenn Menschen nicht kooperieren, entsteht ein wirkungsvoller Hebel gegen Unterdr\u00fcckung. Niemand kann alle Schl\u00fcsselfunktionen einer Gesellschaft einfach ersetzen. Entscheidend ist dabei die breite Beteiligung m\u00f6glichst vieler Menschen mit verschiedenen F\u00e4higkeiten und niederschwelligen Zugangsm\u00f6glichkeiten.<\/p>\n<p><strong>Methoden und Vorbereitung<\/strong><\/p>\n<p>H\u00e4mmerle betonte das \u201eBackfire-Prinzip&#8220;: Es gibt eine Hemmschwelle, Gewalt gegen gewaltfrei agierende Menschen einzusetzen. Wichtig ist zudem, den \u201eFeind&#8220; als Menschen zu sehen und mit ihm in Kontakt zu treten. Soziale Verteidigung erfordert jedoch intensive Vorbereitung: Dezentralisierung der Infrastruktur, alternative Kommunikationswege, gewaltfreie Sabotage und das Weiterf\u00fchren gewohnter Abl\u00e4ufe ohne Kollaboration mit der unerw\u00fcnschten Macht.<\/p>\n<p><strong>Umfassender Ansatz<\/strong><\/p>\n<p>Soziale Verteidigung ist mehr als eine Methode f\u00fcr den Ernstfall. Sie muss zu einer Haltung werden, die alle Bereiche des Lebens durchdringt: globale Gerechtigkeit, Umweltschutz, gewaltfreie Kommunikation und politisches Engagement. Es braucht ein generationen\u00fcbergreifendes, reflektiertes gesellschaftliches Bewusstsein. H\u00e4mmerle forderte: \u201eWer wir morgen sein wollen, entscheidet sich heute.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Konkrete Schritte f\u00fcr Pax Christi<\/strong><\/p>\n<p>Die Versammlung diskutierte, wie Pax Christi \u00d6sterreich in diesem Themenfeld weiterarbeiten kann. Vorgeschlagen wurde die Entwicklung eines gemeinsamen Narrativs auf Basis der Bergpredigt, Vernetzung mit anderen Friedensinitiativen und verst\u00e4rkte Bildungsarbeit. Besonders wurde auf das wichtige Schreiben der katholischen Bischofskonferenzen Afrikas, Asiens und Lateinamerikas zur sozial-\u00f6kologischen Sicherheit anl\u00e4sslich der COP 2025 hingewiesen.<\/p>\n<p>Klar ist: Der Aufbau einer Kultur des Friedens erfordert langfristiges Engagement, Bewusstseinsbildung und den Mut, aus der Logik der Gewalt auszubrechen.<\/p>\n<p>Im Sitzungsteil der Generalversammlung am Samstag wurden die Relevanz der Inhalte des Vortags f\u00fcr die Friedensarbeit von Pax Christi nochmals besprochen und konkretisiert. Au\u00dferdem standen Berichte aus den Landesgruppen, Kommissionen und Pax Christi International am Programm sowie das Planen kommender Aktivit\u00e4ten.<\/p>\n<p><strong>Eine Stellungnahme von Pax Christi \u00d6sterreich zum Thema Soziale Verteidigung ist in Planung.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Herbst-Generalversammlung 2025 von Pax Christi \u00d6sterreich fand am 3. und 4. 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