{"id":3707,"date":"2012-12-01T11:32:18","date_gmt":"2012-12-01T11:32:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.paxchristi.at\/?p=3707"},"modified":"2013-07-11T08:09:03","modified_gmt":"2013-07-11T08:09:03","slug":"militarische-anwendung-von-ferngesteuerten-flugkorper-systemen-rpas-stellungnahme-von-pax-christi-international-zu-drohnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.paxchristi.at\/?p=3707","title":{"rendered":"Milit\u00e4rische Anwendung von ferngesteuerten Flugk\u00f6rper-Systemen (RPAS)-Stellungnahme von Pax Christi International zu Drohnen"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif\"><span style=\"font-size: 14px\">Milit&auml;rische Anwendung von ferngesteuerten Flugk&ouml;rper-Systemen (RPAS)<br \/>\n\tStellungnahme von Pax Christi International zu Drohnen<\/p>\n<p>\tDie zunehmende Verwendung von ferngesteuerten Luftsystemen (Remotely Piloted Air Systems &ndash; RPAS) &ndash; auch genannt &bdquo;Unbemannte Luftfahrzeuge&ldquo; (UAVs = Unmanned aerial vehicles) oder Drohnen &ndash; hat eine neue Phase in der modernen Kriegf&uuml;hrung eingeleitet und stellt schwere moralische und legale Fragen, denen sofort nachzugehen ist. Pax Christi International hat ernsthafte Betrachtungen an die verschiedenen Perspektiven dieser Neuerung gestellt und ist &uuml;berzeugt, dass die Verwendung dieser bewaffneten unbemannten Fahrzeuge als Waffen verboten werden sollte.<\/p>\n<p>\t<!--more-->1. Die Meinung von Pax Christi bezieht sich speziell auf die Verwendung von RPAs oder UAVs als Waffen und schlie&szlig;t ihren Einsatz f&uuml;r Zwecke nicht milit&auml;rischer, nicht auf Menschen gerichteter &Uuml;berwachung nicht aus, wie die &Uuml;berwachung von Elekrizit&auml;ts- oder Gasleitungen, Inspektion der Infrastruktur, Management der Luftqualit&auml;t, Suche nach Ressourcen, Kommunikations- und Radio&uuml;bertragungsdiensten, oder &Uuml;berwachung von Menschenrechtsverletzungen. Obwohl dies nicht der Schwerpunkt dieser Stellungnahme ist, m&uuml;ssen Warnungen vor einem Eindringen in die Privatsph&auml;re mit der Drohnentechnologie zur &Uuml;berwachung von Menschen, einschlie&szlig;lich zivilen Zwecken wie der Durchsetzung von Gesetzen oder Grenzkontrolle sehr ernst genommen werden.<\/p>\n<p>\t2. Die Verwendung von Robotern und unbemannten Systemen verbessert nach Aussage der Bef&uuml;rworter die Sicherheit von Zivilisten w&auml;hrend milit&auml;rischer Operationen. Trotz der Beteuerungen der US-Regierung, dass die Lenker von Drohnen einen Al Quaida-Terroristen von einem unschuldigen Zivilisten (1) unterscheiden k&ouml;nnen, haben neuere Studien (2) signifikantes Zeugnis daf&uuml;r gegeben, dass US-Angriffe mit Drohnen hunderte Zivilisten get&ouml;tet und noch viel mehr verwundet haben. Das 24-st&uuml;ndige Brummen der Drohnen &uuml;ber Gemeinden, die sich in keinster Weise sch&uuml;tzen konnten, hat dar&uuml;ber hinaus M&auml;nner, Frauen und Kinder terrorisiert; enorme &Auml;ngste und psychologische Traumata unter der Zivilbev&ouml;lkerung verursacht; und hat wichtige Aktivit&auml;ten der Gemeinden unterbrochen, wie Schulen und Bem&uuml;hungen der St&auml;mme zu L&ouml;sungen im Gespr&auml;ch. Aus einer neuen Studie der Stanford Law School \/ NYU (3) geht aus Interviews mit Augenzeugen hervor, dass die Drohnenangriffe die Beziehungen der USA in der Region untergraben haben, besonders mit den Pakistani, die Rekrutierung gewaltt&auml;tiger nicht staatlicher bewaffneter Gruppen erleichtern und zu weiteren gewaltt&auml;tigen Angriffen motivieren. Auch verhindert der schwere Mangel von Transparenz der Regierung &uuml;ber die Drohnenangriffe das st&auml;ndige &Uuml;berwachen und die &ouml;ffentliche Verantwortlichkeit. <\/p>\n<p>\t3. Einige der schwierigsten Fragen zur Anwendung der t&ouml;dlichen Drohnentechnologie bezieht sich auf das Kriegsgesetz Die US-Regierung hat es vers&auml;umt, die legale Basis f&uuml;r ihr Programm der gezielten T&ouml;tungen zu ver&ouml;ffentlichen, und setzt dadurch gef&auml;hrliche Pr&auml;zedenzf&auml;lle f&uuml;r andere Regierungen, einschlie&szlig;lich wiederholter Gewaltversuche gegen die Souver&auml;nit&auml;t anderer Nationen. Menschen ohne in angemessenen Prozess oder einer Gelegenheit, sich zu &uuml;bergeben zu exekutieren sollte die moralischen und legalen Sensibilit&auml;ten der Menschen verletzen, die vorgeben, an den Wert des menschlichen Lebens und das Recht auf ein faires Gerichtsverfahren zu glauben. Die Legalit&auml;t und Moralit&auml;t des T&ouml;tens schwacher Ziele (oder jedes letzten potentiellen &bdquo;Feindes&ldquo;) au&szlig;erhalb der Kriegszone ist an sich h&ouml;chst fragw&uuml;rdig. <\/p>\n<p>\t4. Au&szlig;erdem macht die Objektivierung der zum Ziel genommenen Menschen und ihre weite Entfernung wahrscheinlich die Schwelle zur Anwendung bewaffneter Gewalt zur Konfliktl&ouml;sung niedriger. In Zukunft wird die Option f&uuml;r vollautomatische Drohnen oder &bdquo;Killerroboter&ldquo;, die in der Lage sind, ihre eigenen Entscheidungen &uuml;ber das T&ouml;ten ohne einen menschlichen F&uuml;hrer &bdquo;am Z&uuml;gel&ldquo; treffen, auf dem Schlachtfeld zu sehen sein (4). T&ouml;ten mit Fernsteuerung ist zutiefst verletzend f&uuml;r den Glauben von Pax Christi an aktive Gewaltfreiheit, die verpflichtet, eher Gewalt zu erleiden als diese anderen anzutun.<\/p>\n<p>\t5. Pax Christi International f&auml;hrt fort, die Notwendigkeit zu st&auml;rken, sich mit Sicherheits-<br \/>\n\tDrohungen auf nicht milit&auml;rischen Wegen zu befassen. Die Verwendung von Drohnen bei bewaffneten Konflikten wird, weil sie relativ billig sind und wenige milit&auml;rische Verluste erzeugen, wahrscheinlich den Trend zum Krieg und zur milit&auml;rischen Intervention vergr&ouml;&szlig;ern. Wir glauben, dass internationale Zusammenarbeit bei Kriminaluntersuchungen, der Festnahme und dem Prozess von verd&auml;chtigen Terroristen, Investition in menschliche Entwicklung, Arbeitspl&auml;tze und Bildung, plus Dialog, Diplomatie und Kompromiss wirksamere Wege f&uuml;r einen anhaltenden Frieden, inklusiver Sicherheit sind und genauer die Sorte Menschen vorstellen, die wir zu werden hoffen.<\/p>\n<p>\t6. Pax Christi International stellt sich gegen die Verwendung von RPAs oder Drohnen <br \/>\n\tals Waffen und glaubt, dass dadurch die Schwelle zur Benutzung heftiger Gewalt zur <br \/>\n\tL&ouml;sung komplexer Konflikte niedriger wird. Besonders stellen wir uns gegen die <br \/>\n\tBenutzung t&ouml;dlicher Drohnen f&uuml;r gezielte T&ouml;tungen auf einem m&ouml;glichen Schlacht-<br \/>\n\tfeld ohne Grenzen. <\/p>\n<p>\t7. Pax Christi International ruft die USA und andere Regierungen, die die Drohnen-<br \/>\n\ttechnologie f&uuml;r Zwecke der Terrorismusbek&auml;mpfung benutzen, dringend an, sofort die<br \/>\n\tVerwendung von t&ouml;dlichen Drohnen f&uuml;r gezielte T&ouml;tung einzustellen, die Transparenz und Verantwortlichkeit in Bezug auf die Benutzung t&ouml;dlicher Drohnen sicher zu <br \/>\n\tstellen, und ihre milit&auml;rischen Gegenterror-Strategien zu beenden.<\/p>\n<p>\t8. Wir ersuchen die Vereinten Nationen, bindende legale Standards auf der Basis der <br \/>\n\tPrinzipien des Internationalen Gesetzes f&uuml;r die Produktion, die Verwendung und die <br \/>\n\tWeiterentwicklung von RPAs oder Drohnen zu entwickeln und die Verwendung von voll autonomen &bdquo;Killerroboter&ldquo;-Drohnen zu verbieten. <\/p>\n<p>\t<span style=\"font-size: 12px\">(&Uuml;bersetzung: Gerhilde Merz)<\/p>\n<p>\t<\/span><span style=\"font-size: 12px\">Br&uuml;ssel, 28. November 2012<br \/>\n\t2012-0429-de-gl-SD <\/p>\n<p>\t(1) John O. Brennan, Assistent f&uuml;r den Pr&auml;sidenten f&uuml;r Innere Sicherheit und Terrorismusbek&auml;mpfung: Die Wirksamkeit und Ethik der Terrorismusbek&auml;mpfungsStrategie, Bemerkungen aus dem Woodrow Wilson International Center f&uuml;r Gelehrte (Apr. 30, 2012)<br \/>\n\tzu erhalten &uuml;ber http:\/\/www.wilsoncenter.org\/event\/the-efficacy-and-ethics-us-counterterrorism-strategy<\/p>\n<p>\t(2) Internationale Menschenrechtsund Konfliktl&ouml;sungswerkst&auml;tte(Stanford Law School) und Global Justice <br \/>\n\tSchool (NYU School of Law), Living Under Drones: Death, Injury, and Traumata to Civilians From US Drone Practices in Pakistan (Sept. 2012) und Covert War on Terror. B&uuml;ro f&uuml;r Forschungsjournalismus<br \/>\n\thttp:\/\/www.thebureauinvestigates.com\/projects\/drones\/ zuletzt besucht am 12. September 2012<\/p>\n<p>\t(3) Internationale Menschenrechts- und Konfliktl&ouml;sungswerkst&auml;tte (Stanford Law School) und Global Justice<br \/>\n\tClinic (NYU School of Law) &#8230;. siehe Fu&szlig;note 2<\/p>\n<p>\t(4) Menschlichkeit verlieren: The Case against Killer Robots, Human Rights Watch, (10. November 2012)<br \/>\n\twww.hrw.org\/sites\/default\/files\/reports\/arms1112ForUpload_0_0.pdf<\/span><br \/>\n\t<\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Milit&auml;rische Anwendung von ferngesteuerten Flugk&ouml;rper-Systemen (RPAS) Stellungnahme von Pax Christi International zu Drohnen Die zunehmende Verwendung von ferngesteuerten Luftsystemen (Remotely Piloted Air Systems &ndash; RPAS) &ndash; auch genannt &bdquo;Unbemannte Luftfahrzeuge&ldquo; (UAVs = Unmanned aerial vehicles) oder Drohnen &ndash; hat eine neue Phase in der modernen Kriegf&uuml;hrung eingeleitet und stellt schwere moralische und legale Fragen, &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/www.paxchristi.at\/?p=3707\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eMilit\u00e4rische Anwendung von ferngesteuerten Flugk\u00f6rper-Systemen (RPAS)-Stellungnahme von Pax Christi International zu Drohnen\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[173,1,27,41],"tags":[760],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.paxchristi.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3707"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.paxchristi.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.paxchristi.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.paxchristi.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.paxchristi.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3707"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.paxchristi.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3707\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4848,"href":"https:\/\/www.paxchristi.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3707\/revisions\/4848"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.paxchristi.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3707"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.paxchristi.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3707"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.paxchristi.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3707"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}