{"id":3718,"date":"2012-12-06T10:01:43","date_gmt":"2012-12-06T10:01:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.paxchristi.at\/?p=3718"},"modified":"2013-07-11T08:09:03","modified_gmt":"2013-07-11T08:09:03","slug":"willkommen-palastina","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.paxchristi.at\/?p=3718","title":{"rendered":"Willkommen Pal\u00e4stina!"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\"><strong><span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif\"><span style=\"font-size: 14px\">Willkommen Pal&auml;stina! &#8211; Reflektionen aus der Diaspora von Viola Rabeb<\/span><\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif\"><span style=\"font-size: 14px\">Die UNO-Vollversammlung stimmte gestern mehrheitlich der Anerkennung des Beobachterstatus von Pal&auml;stina zu. Ein historischer Moment! Ja, die Weltgemeinschaft hat fast 65 Jahre f&uuml;r diesen Schritt gebraucht, wobei nicht zu vergessen ist, dass die UNO zahlreiche Resolutionen zu Pal&auml;stina in der Zwischenzeit verabschiedet hat. Heute schafft es Pal&auml;stina wieder einmal auf die ersten Seiten der Weltmedien. Inmitten des Jubels und Trubels reduziert sich die Reflexion &uuml;ber das Abstimmungsverhalten der verschiedenen L&auml;nder, auf die Kategorien &bdquo;f&uuml;r, gegen und Enthaltung&ldquo;.<!--more--> Einige Meldungen in den sozialen Netwerken machen sich lustig dar&uuml;ber, welche L&auml;nder mit Nein gestimmt haben, andere geben zu, dass sie einige dieser L&auml;nder vor dieser Abstimmung weder kannten noch wissen, wo sie liegen. Aber ist das nicht gerade das Au&szlig;ergew&ouml;hnliche an dieser Abstimmung? Kanada, Tschechische Republik, Israel, Marshallinseln, Mikronesien, Nauru, Palau, Panama und die Vereinigten Staaten, alle stimmten mit Nein. Eine interessante und au&szlig;ergew&ouml;hnliche Allianz, und stellt sich die Frage,, welche gemeinsame Au&szlig;enpolitik diese L&auml;nder haben. Dabei geht es mir nicht um Kanada und die USA, sondern gerade um die L&auml;nder, von denen man normalerweise nichts h&ouml;rt, wenn es um den Nahostkonflikt geht. Und wenn es diese gemeinsame Au&szlig;enpolitik als gemeinsamen Nenner nicht gibt, was war der gemeinsame Nenner bei dieser Abstimmung? Genau dieser Frage sollten wir uns widmen und nicht so sehr, welchen Stellenwert diese L&auml;nder in der Weltpolitik haben. Dies w&auml;re ein rassistischer Zugang und eine Anerkennung der Dominanz bestimmter Gro&szlig;m&auml;chte in der Weltpolitik. Die gleiche Frage gilt &uuml;brigens auch f&uuml;r die L&auml;nder, die sich der Stimme enthalten haben. Oder wer wei&szlig; etwas von der Au&szlig;enpolitik Samoas, San Marinos, Togos, Tongas, oder Vanuatus bez&uuml;glich des Nahen Ostens? <br \/>\n\tBei den L&auml;ndern, die sich der Stimme enthalten haben, stechen Deutschland und das Vereinigte K&ouml;nigreich (UK) hervor. Gerade diese zwei L&auml;nder, die eine historische Verantwortung f&uuml;r den noch andauernden Konflikt im Nahen Osten tragen, waschen wieder einmal ihre H&auml;nde in Unschuld und sind zu feige, Farbe zu bekennen. <br \/>\n\tMir ist klar, dass die Enthaltung Deutschlands ein Meilenstein ist, den wir nicht untersch&auml;tzen d&uuml;rfen, denn bis zuletzt wollte Deutschland dagegen stimmen. Doch ich wei&szlig; auch, dass diese Position nicht der Regierung Merkels zu verdanken ist, sondern dem unerm&uuml;dlichen Einsatz und Engagement friedenswilliger Menschen in Deutschland &uuml;ber Jahrzehnte hinweg! Als &ouml;sterreichische Staatsb&uuml;rgerin, freue ich mich sehr &uuml;ber die Entscheidung &Ouml;sterreichs und die positive Abstimmung, denn es war kein anderer Staat als &Ouml;sterreich, der die politische Annerkennung der PLO in den siebziger in Europa vorantrieb. <\/p>\n<p>\tEs lohnt sich &uuml;brigens, die Reden der L&auml;nder zu lesen, die sich zur Wort meldeten. Sowohl Kanada als auch die Vereinigten Staaten unterstrichen jeweils, dass sie im Prinzip f&uuml;r einen Staat Pal&auml;stina w&auml;ren, allerdings gegen unilaterale Schritte. Eine bemerkenswerter Position in einem Konflikt, in dem jeden Tag die Besatzungsmacht unilaterale Schritte vollzieht und gerade die USA immer wieder im Sicherheitsrat dagegen stimmen, dass Israel daf&uuml;r verurteilt wird. Die Erkl&auml;rung der amerikanische Au&szlig;enministerin Clinton, dass die Entscheidung &bdquo;ungl&uuml;cklich und kontraproduktiv&ldquo; sei, zeigt nur einmal mehr, wie viel an politischer M&uuml;ndigkeit der Weltgemeinschaft seitens der USA zugetraut wird. Die offizielle israelische Reaktion sah auch nichts anders aus, denn Ministerpr&auml;sident Netanjahu kontert: &quot;Die Welt hat die Rede von Abbas gesehen, die von Hass und Gift gegen Israel sowie von L&uuml;gen &uuml;ber die israelische Armee und Israelis strotzte&quot;, und: &quot;Die Entscheidung der Vereinten Nationen &auml;ndert nichts vor Ort&quot;! Die unilateralen Schritte lassen nicht lange auf sich warten, heute werden 3000 neue Siedlungseinheiten in Ost-Jerusalem und die West Bank beschlossen.<\/p>\n<p>\tJa, Abbas hat sein Ziel erreicht, die Urkunde f&uuml;r die Geburt Pal&auml;stinas ist ausgestellt worden, doch als Mutter wei&szlig; ich: nicht die Geburt ist die Herausforderung, sondern die Zeit danach. In diesem Sinne, Willkommen Pal&auml;stina in der Weltgemeinschaft, auch wenn nur als Beobachterstaat und viel Kraft, Kreativit&auml;t und Durchhalteverm&ouml;gen f&uuml;r die bevorstehende Aufgabe, einen demokratischen, freien, lebensf&auml;higen Staat aufzubauen, wenn Raum dazu bleibt. <br \/>\n\t<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Autorin: Viola Raheb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Willkommen Pal&auml;stina! &#8211; Reflektionen aus der Diaspora von Viola Rabeb Die UNO-Vollversammlung stimmte gestern mehrheitlich der Anerkennung des Beobachterstatus von Pal&auml;stina zu. Ein historischer Moment! Ja, die Weltgemeinschaft hat fast 65 Jahre f&uuml;r diesen Schritt gebraucht, wobei nicht zu vergessen ist, dass die UNO zahlreiche Resolutionen zu Pal&auml;stina in der Zwischenzeit verabschiedet hat. 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