{"id":4658,"date":"2013-05-27T09:36:43","date_gmt":"2013-05-27T09:36:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.paxchristi.at\/?p=4658"},"modified":"2013-07-11T13:20:19","modified_gmt":"2013-07-11T13:20:19","slug":"24-5-2013-abendlicher-spaziergang-durchs-fluchtlingslager-turkarm-camp","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.paxchristi.at\/?p=4658","title":{"rendered":"24.5.2013 Abendlicher Spaziergang durchs Fl\u00fcchtlingslager &#8222;Turkarm Camp&#8220;"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\">\n\t24. Mai\n<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n\t<span style=\"font-size: 14px\"><span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif\">Das Camp war einmal ein freies Feld mit hunderten von Zelten. Das Camp liegt heute im Zentrum Tulkarms. Tausende von Fl&uuml;chtlingen schlugen in der Nakba (Katastrophe) von 1948 auf einem gro&szlig;en Feld ihre Zelte auf. Die meisten Vertriebenen glaubten einfach daran, dass sie nach einigen Tagen oder Wochen wieder in ihre H&auml;user zur&uuml;ckk&ouml;nnten.<\/span><\/span>\n<\/p>\n<p>\n\tEng ineinander geschachtelt, von schmalen Gassen durchzogen, mit An-, Zu-, Aufbauten versehen wurde aus der Zeltstadt ein dicht verbautes und dichtest besiedeltes &bdquo;Camp&ldquo;. Die Wohnungen sind extrem klein. 20.000 Leute wohnen dort, es gibt zwei Stra&szlig;en, die mit dem Auto befahrbar sind, die anderen Gassen kann man nur zu Fu&szlig; passieren. In den Hauptstra&szlig;en gibt es unz&auml;hlige L&auml;den, Gesch&auml;fte und Werkst&auml;tten. Es gibt im &bdquo;Camp&ldquo; auch einige Moscheen, am Rand eine gro&szlig;e Schule der UN; ein UN Spital wird demn&auml;chst ge&ouml;ffnet.\n<\/p>\n<p>\n\tGestern Abend kam mir unendlich viel Freundlichkeit entgegen. Ich spazierte durchs Camp. Nat&uuml;rlich ist man als &bdquo;Internationaler&ldquo; mit EAPPI Weste (die m&uuml;ssen wir &uuml;brigens immer tragen) immer ein Exot. Viele, viele Leute gr&uuml;&szlig;ten, einige Leute luden mich einfach ein, mit ihnen am Stra&szlig;enrand zu sitzen und zu plaudern. An einem anderen Platz hat mir Isa eine Sure aus dem Koran vorgesungen, er k&ouml;nne das ganz gut. Er verb&uuml;&szlig;te f&uuml;nf Jahre Haft als politischer Gefangener, im Gef&auml;ngnis habe er das gelernt. F&uuml;r Erkl&auml;rungen sollte ich aber zum Imam gehen, der kann das besser. Bei der n&auml;chsten Einladung bekam ich Falafel, dann Kakao, dann Tee, zuletzt ein Eis. Es war einfach immer sch&ouml;n mit den Leuten auf Hockern am Stra&szlig;enrand zu sitzen und zu plaudern. Manchmal sitzt man einfach da und schaut ins bunte Treiben. Ich war ganz gl&uuml;cklich.\n<\/p>\n<p>\n\tMohammed, ein aufgeweckter junger Pal&auml;stinenser, ein Jugendleiter des Jugendzentrums des &bdquo;Camps&ldquo;, hat mich eingeladen in die Wohnung zu kommen. Seine Gro&szlig;mutter schlafe zwar schon, sie habe ihm aber immer wieder die Fluchtgeschichte erz&auml;hlt. Mohammed erz&auml;hlte sie mir noch einmal und wartete dann mit einer gro&szlig;en &Uuml;berraschung auf. Er durfte mir den Schl&uuml;ssel zeigen, den Schl&uuml;ssel, den seine Gro&szlig;mutter bei der Flucht mitgenommen hat. Das verlassene Haus war in K&uuml;stenn&auml;he, im heutigen Israel. Sie durfte nie mehr wieder zur&uuml;ck. Er zeigte mir den Schl&uuml;ssel des Hauses, das einzige Dokument, das was blieb: die Hoffnung einmal zur&uuml;ckkehren zu k&ouml;nnen. Inzwischen war es schon Nacht geworden. Ich schlenderte durch die immer noch belebten Gassen und Stra&szlig;en zu unserer Unterkunft.\n<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n\t<span style=\"font-size: 14px\"><span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif\"><font size=\"3\"><font color=\"#000000\"><font face=\"Times New Roman\">&nbsp;<v:stroke joinstyle=\"miter\"><\/v:stroke><\/font><\/font><\/font><v:formulas><v:f eqn=\"if lineDrawn pixelLineWidth 0\"><\/v:f><v:f eqn=\"sum @0 1 0\"><\/v:f><v:f eqn=\"sum 0 0 @1\"><\/v:f><v:f eqn=\"prod @2 1 2\"><\/v:f><v:f eqn=\"prod @3 21600 pixelWidth\"><\/v:f><v:f eqn=\"prod @3 21600 pixelHeight\"><\/v:f><v:f eqn=\"sum @0 0 1\"><\/v:f><v:f eqn=\"prod @6 1 2\"><\/v:f><v:f eqn=\"prod @7 21600 pixelWidth\"><\/v:f><v:f eqn=\"sum @8 21600 0\"><\/v:f><v:f eqn=\"prod @7 21600 pixelHeight\"><\/v:f><v:f eqn=\"sum @10 21600 0\"><\/v:f><\/v:formulas><v:path gradientshapeok=\"t\" o:connecttype=\"rect\" o:extrusionok=\"f\"><\/v:path><o:lock aspectratio=\"t\" v:ext=\"edit\"><\/o:lock><v:shape filled=\"t\" id=\"_x0000_s1029\" style=\"z-index: 1; position: absolute; margin-top: 549.25pt; width: 239.95pt; height: 179.95pt; margin-left: 171.7pt; mso-wrap-distance-left: 0; mso-wrap-distance-right: 0; mso-position-horizontal: absolute; mso-position-horizontal-relative: text; mso-position-vertical: absolute; mso-position-vertical-relative: text\" type=\"#_x0000_t75\"><v:fill color2=\"black\"><\/v:fill><v:imagedata o:title=\"\" src=\"file:\/\/\/C:\\Users\\WINDIS~1\\AppData\\Local\\Temp\\msohtml1\\01\\clip_image001.jpg\"><\/v:imagedata><w:wrap type=\"topAndBottom\"><\/w:wrap><\/v:shape><a href=\"http:\/\/www.paxchristi.at\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/922731_523692237677934_379878034_n.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" alt=\"\" class=\"alignleft size-medium wp-image-4659\" height=\"225\" src=\"http:\/\/www.paxchristi.at\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/922731_523692237677934_379878034_n-300x225.jpg\" title=\"922731_523692237677934_379878034_n\" width=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.paxchristi.at\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/922731_523692237677934_379878034_n-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.paxchristi.at\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/922731_523692237677934_379878034_n.jpg 640w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/span><\/span><br clear=\"all\" style=\"mso-ignore: vglayout\" \/><br \/>\n\t&nbsp;\n<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n\t&nbsp;\n<\/p>\n<p>\n\tJ. Windischer (EAPPI Tulkarm Team)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>24. Mai Das Camp war einmal ein freies Feld mit hunderten von Zelten. Das Camp liegt heute im Zentrum Tulkarms. Tausende von Fl&uuml;chtlingen schlugen in der Nakba (Katastrophe) von 1948 auf einem gro&szlig;en Feld ihre Zelte auf. 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