{"id":5877,"date":"2014-05-05T14:50:45","date_gmt":"2014-05-05T12:50:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.paxchristi.at\/?p=5877"},"modified":"2014-05-05T14:53:01","modified_gmt":"2014-05-05T12:53:01","slug":"pax-christi-zur-eu-wahl","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.paxchristi.at\/?p=5877","title":{"rendered":"Pax Christi zur EU-Wahl"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">\n\t<span style=\"font-size:14px;\"><span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif;\"><strong>Europ&auml;ische Union: Friedensprojekt oder Brandstifter?<\/strong><\/span><\/span>\n<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n\t<span style=\"font-size:14px;\"><span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif;\">Mit Besorgnis beobachten wir, dass sich die Europ&auml;ische Union immer st&auml;rker nach innen in Richtung neoliberaler Wirtschafts- und nach au&szlig;en in Richtung milit&auml;risch bestimmter Au&szlig;enpolitik entwickelt hat.<br \/>\n\tNach innen wird das Friedensprojekt durch die Politik des Neoliberalismus gef&auml;hrdet: W&auml;hrend die Gewinne der gro&szlig;en Konzerne und die internationalen Finanzspekulationen zunehmen, vergr&ouml;&szlig;ert sich in praktisch allen Mitgliedsl&auml;ndern und zwischen den reicheren und &auml;rmeren L&auml;ndern die Kluft zwischen arm und reich. Sozialabbau und Sparpolitik zulasten der &auml;rmeren Bev&ouml;lkerungsschichten bestimmen die Agenda der Europ&auml;ischen Union.<\/span><\/span>\n<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n\t<span style=\"font-size:14px;\"><span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif;\">Beispielhaft zeigt sich die neoliberale Politik an den Sanierungskonzepten f&uuml;r Griechenland. W&auml;hrend die Interessen der Gl&auml;ubiger weitgehend erf&uuml;llt werden, wird der griechische Staat gezwungen, im Sozial- und Gesundheitsbereich massive Einschnitte durchzuziehen. Dass es ganz anders geht, zeigt auch ein Blick zur&uuml;ck in die Geschichte: Mit Spitzensteuers&auml;tzen von 95 %&nbsp; und deutlich h&ouml;heren Verm&ouml;genssteuern wurde bis zum Jahr 1953 in Deutschland das Wirtschaftswunder finanziert (durch die CDU-Politiker Konrad Adenauer und Ludwig Erhard). Es war auch in Europa einmal m&ouml;glich, die Interessen der Reichen und Verm&ouml;genden viel st&auml;rker zu begrenzen.<\/span><\/span>\n<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n\t<span style=\"font-size:14px;\"><span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif;\">Erschreckend ist die hohe Jugendarbeitslosigkeit in den s&uuml;dlichen L&auml;ndern und die Unt&auml;tigkeit der Europ&auml;ischen Union:<\/span><\/span>\n<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n\t<span style=\"font-size:14px;\"><span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif;\">Sehr unsolidarisch entwickelt sich auch der innere Umgang mit Fl&uuml;chtlingen. Die Hauptlast der Fl&uuml;chtlingsstr&ouml;me tragen jene Staaten, die an den Au&szlig;engrenzen der EU sind, v. a. Griechenland, Italien, Malta. (Dublin-III-Verordnung).<\/span><\/span>\n<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n\t<span style=\"font-size:14px;\"><span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif;\">Auch nach au&szlig;en hin nehmen wir besorgniserregende Entwicklungen wahr:<br \/>\n\tSeit den 1990er Jahren werden die Au&szlig;engrenzen der EU immer mehr abgeschottet; mit der Folge, dass Tausende Tote im Mittelmeer zu beklagen sind. Ist eine solche EU noch als Friedensprojekt zu bezeichnen? Der Papstbesuch in Lampedusa hat diese Problematik sehr deutlich gemacht.<\/span><\/span>\n<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n\t<span style=\"font-size:14px;\"><span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif;\">Die Ukraine-Krise wurde u. a. dadurch ausgel&ouml;st, dass die EU die Regierung in Kiew vor die Alternative &bdquo;Br&uuml;ssel oder Moskau&ldquo; stellte. Die Nicht-Unterzeichnung des EU-Assoziierungsabkommens stand im November 2013 am Beginn der Krise in der Ukraine. In weiterer Folge hat die Europ&auml;ische Union anstatt zu vermitteln und deeskalierend zu wirken, &ndash; in Abstimmung mit den USA &ndash; durch die einseitige Unterst&uuml;tzung der nicht verfassungsm&auml;&szlig;ig zustande gekommenen &Uuml;bergangsregierung in Kiew sowie Sanktionen gegen Russland zu einer weiteren Versch&auml;rfung der Krise beigetragen.<\/span><\/span>\n<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n\t<span style=\"font-size:14px;\"><span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif;\">Die Militarisierung der Europ&auml;ischen Union nimmt bedrohliche Formen an: Der EU-Gipfel vom Dezember 2013 beschloss einstimmig, die Aufr&uuml;stung der EU weiter voranzutreiben, um die &bdquo;Krisenreaktionsf&auml;higkeit&ldquo; und den Weltmachtanspruch zu unterstreichen.<\/span><\/span>\n<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n\t<span style=\"font-size:14px;\"><span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif;\">Die hier aufgezeigten Fehlentwicklungen der EU sind besorgniserregend, sollten aber nicht zur Schlussfolgerung f&uuml;hren, dass die Zukunft Europas in einer Re-Nationalisierung l&auml;ge. Angesichts globaler Herausforderungen &ndash; vom Klima- und Umweltschutz &uuml;ber eine Regulierung der internationalen Finanzm&auml;rkte bis hin zur Bek&auml;mpfung der Armut und Arbeitslosigkeit &ndash; ist eine verst&auml;rkte Zusammenarbeit der EU-Staaten ein Gebot der Stunde. Pax Christi sieht in der Wahl zum EU-Parlament eine M&ouml;glichkeit f&uuml;r die B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger, sich f&uuml;r eine Kurs&auml;nderung der Europ&auml;ischen Union auszusprechen. Die Parteien und KandidatInnen sind kritisch zu pr&uuml;fen, inwieweit sie f&uuml;r notwendige Kurs&auml;nderungen in der EU einzutreten, in Richtung Demokratisierung, Solidarit&auml;t und Frieden.<\/span><\/span>\n<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n\t&nbsp;\n<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n\t&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Europ&auml;ische Union: Friedensprojekt oder Brandstifter? 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