{"id":5888,"date":"2014-05-17T10:59:06","date_gmt":"2014-05-17T08:59:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.paxchristi.at\/?p=5888"},"modified":"2014-05-17T11:00:54","modified_gmt":"2014-05-17T09:00:54","slug":"presseaussendung-zur-situation-im-osten-und-sueden-der-ukraine","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.paxchristi.at\/?p=5888","title":{"rendered":"Presseaussendung zur Situation im Osten und S\u00fcden der Ukraine"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">\n\t<span style=\"font-size:14px;\"><span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif;\"><strong>Ukraine &#8211; Europa kann nur verlieren wenn der Weg der politisch-milit&auml;rischen und wirtschaftlichen Konfrontation gegangen wird<\/strong><\/span><\/span>\n<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n\t<span style=\"font-size:14px;\"><span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif;\">Die Situation im Osten und S&uuml;den der Ukraine hat sich in den letzten Wochen immer mehr versch&auml;rft. Wenn die Regierung in Kiew dies auf ausl&auml;ndische Einmischung durch Russland zur&uuml;ckf&uuml;hrt, so lenkt sie damit von eigenen politischen Fehlern in Bezug auf eine nationale Vers&ouml;hnung ab. Neben der Verschlechterung der &ouml;konomischen und sozialen Lage der Menschen sind die Unruhen n&auml;mlich auch auf das Versagen der Zentralregierung zur&uuml;ckzuf&uuml;hren, den Menschen im Osten des Landes Gleichberechtigung und volle Teilhabe in einem vereinten ukrainischen Staat zuzugestehen. Die milit&auml;rischen Reaktionen der ukrainischen &Uuml;bergangsregierung sind unserer Beobachtung nach nicht auf nationale Verst&auml;ndigung, sondern auf Konfrontation angelegt und stellen eine gro&szlig;e Gefahr dar!<\/span><\/span>\n<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n\t<span style=\"font-size:14px;\"><span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif;\">&#39;Separatistische Provokationen&#39; in der Ostukraine &#8211; von wem auch immer &#8211; k&ouml;nnen nicht durch Milit&auml;reinsatz bek&auml;mpft werden. Der sogenannte &bdquo;Anti-Terror-Einsatz&#39; kann nur als bewusste Eskalationen des Konflikts betrachtet werden. (In diesem Zusammenhang erscheint eine Beobachternission im Rahmen der OSZE als sinnvoll.) Man muss verstehen, dass die&nbsp; angedrohte Abschaffung des Russischen als Amtsprache &#8211; als einer der ersten Akte der &Uuml;bergangsregierung &#8211; in den Ostgebieten der Ukraine sowie die Bildung einer Regierung ohne Einbeziehung russisch-sprachiger Minister ein nachhaltiges Misstrauen&nbsp; gegen&uuml;ber den neuen Machthabern in Kiew aufgebaut hat. Hier hilft nur ein nationaler Dialog!<\/span><\/span>\n<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n\t<span style=\"font-size:14px;\"><span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif;\">Die einseitige Unterst&uuml;tzung der ukrainischen &Uuml;bergangsregierung durch westeurop&auml;ische Staaten bei gleichzeitigen Sanktionsank&uuml;ndigungen gegen Russland sind nicht hilfreich. US-amerikanische Sanktionen stellen sich aus unserer Sicht als Einmischung in europ&auml;ische Belange dar und m&uuml;ssen zur&uuml;ckgewiesen werden. Es ist jetzt Europa und speziell die EU als Vermittler gefragt. Europa soll in seinen Beziehungen zu Russland im allgemeinen sowie in Bezug auf die L&ouml;sung der Ukraine-Krise im besonderen auf Diplomatie, politischen Dialog und die Weiterentwicklung der &ouml;konomischen Zusammenarbeit setzen. Sanktionen schaden au&szlig;erdem auch den EU-Staaten selbst. Die schnellen Sanktionsforderungen legen auch die Sicht nahe, dass es den Drahtziehern in diesem Konflikt prim&auml;r um M&auml;rkte und wirtschaftliche Vorteile geht.<\/span><\/span>\n<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n\t<span style=\"font-size:14px;\"><span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif;\">Wir hegen Zweifel, ob die Pr&auml;sidentenwahlen am 25. Mai unter fairen Bedingungen f&uuml;r alle Regionen ablaufen k&ouml;nnen. Freie und demokratische Wahlen lassen sich in so kurzer Zeit kaum organisieren, zumal in manchen Regionen de facto ein Ausnahmezustand herrscht!&nbsp; Au&szlig;erdem ist unklar, welche die k&uuml;nftigen Befugnisse des jetzt zu w&auml;hlenden Pr&auml;sidenten sein werden, da der Ukraine ja eine umfassende Verfassungsreform bevorsteht, die aber erst von einem neugew&auml;hlten Parlament beschlossen werden soll. Bisher ist aber weder ein Zeitplan f&uuml;r die Verfassungsreform noch ein Termin f&uuml;r die Parlamentswahlen bekannt. Minderheitenrechte m&uuml;ssen nicht nur von der &Uuml;bergangsregierung respektiert, sondern auch ein wichtiger Bestandteil der k&uuml;nftigen neuen Verfassung sein.<\/span><\/span>\n<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n\t<span style=\"font-size:14px;\"><span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif;\">Eine EU-Assoziierung der Ukraine zum jetzigen Zeitpunkt ist kaum durchf&uuml;hrbar!&nbsp; Eine wirtschaftliche Anbindung w&uuml;rde nicht nur die Spaltung der Ukraine vertiefen, sondern derzeit auch viele EU-Staaten &uuml;berfordern die noch immer mit der Bew&auml;ltigung der Schuldenlast der Bankenkrise konfrontiert sind. Eine NATO-Erweiterung nach Osten (Stichwort &#39;dauernde Truppenpr&auml;senz&#39;) ist abzulehnen. Dies w&uuml;rde nur vereinzelten geopolitischen Interessen in den USA zurecht kommen. Die Ukraine sollte als blockfreies bzw. neutrales Land seine Zukunft in der Mitte Europas haben.<\/span><\/span>\n<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n\t<span style=\"font-size:14px;\"><span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif;\">Unsere Beobachtungen zur Ukraine-Berichterstattung der letzten Wochen &#8211; speziell in den Massenmedien &#8211; zeigen: Europa braucht keine neuen Feindbilder! Die Diktionen &#39;die Russen&#39;, &#39;Putin&#39;, &#39;der b&ouml;se Osten&#39; in Zeitungen und Berichten wecken Erinnerungen an den Feindbildaufbau vor dem 1. und 2. Weltkrieg. Diese Erinnerungen sagen uns, dass alle medialen Vereinfachungen friedensgef&auml;hrdend sind!<\/span><\/span>\n<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n\t<span style=\"font-size: 14px;\"><span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif;\">F&uuml;r Pax Christi: Dr. Jussuf Windischer und Dr. Meinrad Schneckenleithner<\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ukraine &#8211; Europa kann nur verlieren wenn der Weg der politisch-milit&auml;rischen und wirtschaftlichen Konfrontation gegangen wird Die Situation im Osten und S&uuml;den der Ukraine hat sich in den letzten Wochen immer mehr versch&auml;rft. 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