{"id":5920,"date":"2014-06-15T11:50:40","date_gmt":"2014-06-15T09:50:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.paxchristi.at\/?p=5920"},"modified":"2014-06-15T11:50:40","modified_gmt":"2014-06-15T09:50:40","slug":"peace-event-sarajevo-2014-rueckblick-und-ausblick","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.paxchristi.at\/?p=5920","title":{"rendered":"Peace Event Sarajevo 2014 &#8211; R\u00fcckblick und Ausblick"},"content":{"rendered":"<pre style=\"text-align: justify;\">\r\n<span style=\"font-size:14px;\"><span style=\"font-family:verdana,geneva,sans-serif;\"><strong>\u0084Wir m&uuml;ssen auf den Stra&szlig;en wieder sichtbarer werden\u0093<\/strong>\r\n<em>Mehr als 2500 Teilnehmer auf dem internationalen Peace Event Sarajevo 2014\r\n<\/em>\r\nWir m&uuml;ssen intensiver und gemeinsamer der Kriegsgefahr in der Welt \r\nbegegnen und uns mit gr&ouml;&szlig;erer Energie und mit mehr internationalen \r\nAktionen in die Menschheitsfrage Krieg-Frieden einmischen. Dies war \r\nsicher das einheitliche Votum aller TeilnehmerInnen des gr&ouml;&szlig;ten \r\ninternationalen Friedensereignisses 2014, das &uuml;ber Pfingsten mit mehr \r\nals 190 Workshops und vielen Kulturveranstaltungen sowie einem gro&szlig;en \r\nJugendcamp in Sarajevo stattfand.\r\n\r\nDieses Peace Event brach einige Tabus. Ein gro&szlig;es Tabuthema war, dass \r\nin Sarajevo erstmals seit 20 Jahren eine Konferenz als zentraler \r\nBestandteil des Events &uuml;ber die Abschaffung der NATO diskutierte. Die \r\ngro&szlig;e Mehrheit der  Bev&ouml;lkerung  und der gesamten politischen Klasse \r\ndes Landes unterst&uuml;tzt  die Mitgliedschaft; auf dem Kongress wurde die \r\nNATO von internationalen Redner_innen wie Friedensnobelpreistr&auml;gerin \r\nMairead Maguire, dem Programmdirektor von American Service Committee \r\nJoseph Gerson und dem Vorsitzenden der Kampagne f&uuml;r nukleare Abr&uuml;stung \r\nDavid Webb einer grundlegenden Kritik unterzogen und ihre Abschaffung \r\nwurde  gefordert. Ein weiteres Tabuthema, das zwar kontrovers, aber \r\nimmer mit dem Ziel der Ver&auml;nderung hin zu einer sozialen und \r\ndemokratischen Union diskutiert wurde, war die Rolle und die Bedeutung \r\nder Europ&auml;ischen Union. Einheitlich wurde die weitere Militarisierung \r\nder EU abgelehnt.\r\n\r\n\u0084Frieden ist m&ouml;glich\u0093 - dies war die gemeinsame Stimmung auf der \r\nEr&ouml;ffnungszeremonie des internationalen Peace Events 2014  am Freitag, \r\ndem 6. Juni 2014 in Sarajevo. Wir wollen \u0084nie mehr Krieg und Konflikte \r\nsind friedlich zu l&ouml;sen\u0093 - war die Botschaft der mehr als 900 \r\nMenschen und Friedensaktivisten aus insgesamt 32 L&auml;ndern.\r\n\r\nDie von namhaften internationalen und nationalen G&auml;sten besuchte \r\nVeranstaltung pr&auml;gte die gemeinsame Sorge um den Frieden angesichts \r\nzunehmender internationaler Konfrontationen, aber auch die Gewissheit \r\n\u0096 als eine Lehre aus der Geschichte \u0096 friedliche Konfliktl&ouml;sungen sind \r\nm&ouml;glich und der einzige Ausweg, Kriege zu vermeiden. Dies muss \r\npolitisch gewollt und von den Menschen, die sich weltweit nach Frieden \r\nsehnen, durchgesetzt werden.<\/span><\/span>\r\n<\/pre>\n<p><!--more--><\/p>\n<pre style=\"text-align: justify;\">\r\n<span style=\"font-size:14px;\"><span style=\"font-family:verdana,geneva,sans-serif;\">Die Friedensbotschaften von Friedensnobelpreistr&auml;gerin Mairead \r\nMaguire, Noam Chomsky, Hildegard Goss-Mayr, Verdiana Grossi, Chico \r\nWhitaker, Jasmila Zbanic mit ihrem tiefen inhaltlichen Impact, \r\nemotionaler Geladenheit und einzigartiger Expressivit&auml;t, verbanden \r\nsich im Programm mit den ausdrucksstarken Peace Messages vieler \r\nbosnischer Sch&uuml;ler_innen und Student_innen, die gemeinsam nach Frieden \r\nstreben und sich aktiv daf&uuml;r einsetzen. Der traditionelle Gesang des \r\nSarajevo-Chors \u0084Pontamina\u0093 und die lebendigen Rhythmen der jungen \r\nMusikanten aus der Gruppe \u0084Balsica\u0093 voller Kraft, Lebensfreude und \r\npositiver Energie haben das nationale und internationale Publikum \r\nbegeistert.\r\n\r\n\u0084We need to accept and celebrate diversity and otherness\u0093 waren auch \r\ndie Worte von Mairead Maguire, die an alle Teilnehmende des Peace \r\nEvents appellierte: \u0084Let the Sarajevo, where peace ended, be the \r\nstarting point for the bold beginning of a universal call for peace \r\nthrough the wholesale abolition of militarism\u0093. Immer wieder wurde die \r\nBedeutung des UNESCO Programms \u0093Kultur des Friedens\u0094 als alternatives \r\nProgramm zu Krieg und Militarisierung betont. Oder wie es Ingerborg \r\nBreines vom International Peace Bureau (IPB) ausdr&uuml;ckte: \u0084ohne \r\nnon-violent actions geht es gar nicht\u0093.\r\n\r\nAlle Diskussionen fanden in der Atmosph&auml;re gro&szlig;er Solidarit&auml;t, \r\ngegenseitigen Verst&auml;ndnisses und des Lernens statt. Beispielhaft wurde \r\ndas friedliche Zusammenleben vorgelebt und auf der gro&szlig;en \r\nKulturveranstaltung gefeiert. Intensiv wurde &uuml;ber Alternativen zum \r\nMilitarismus nachgedacht. Die Diskussion hatte eine beeindruckende \r\nSpannbreite: von der Systemfrage, &uuml;ber non-violent actions, Aktionen \r\nder Zivilcourage bis hin zu zivilen Konfliktl&ouml;sungen, Pr&auml;vention, \r\nAbr&uuml;stung und gemeinsamer Sicherheit im gemeinsamen Haus Europas. \r\nSelten wurden diese &Uuml;berlegungen einander gegen&uuml;bergestellt und es \r\n&uuml;berwiegt ein eher holistischer Ansatz. Es fehlt sicher nicht an \r\nantimilitaristischen Vorschl&auml;gen und &Uuml;berlegungen - diese m&uuml;ssen aber \r\npolitisch umgesetzt und gegen eine Politik, die Krieg f&uuml;r \r\ngeostrategische Interessen f&uuml;hrt, durchgesetzt werden.\r\n\r\nEine besondere Bedeutung hatte  sicher auch die \r\nSolidarit&auml;tsveranstaltung f&uuml;r die Flutopfer in der Region, an der \r\nmehrere Gruppen aus Bosnien-Herzegowina, aber auch Manfred \r\nMaurenbrecher aus Deutschland teilnahmen. Beeindruckend war auch das \r\nErinnerungskonzert an Pete Seeger, das am Sonntagabend als Open Air \r\nKonzert durchgef&uuml;hrt wurde.\r\n\r\nViele &Uuml;berlegungen f&uuml;r gemeinsame Aktionen, unter anderem gemeinsame \r\nAktionen f&uuml;r 2015 (70 Jahre nach dem Ende des 2. Weltkrieges), eine \r\nweitere internationale Frauenkonferenz, grenz&uuml;berschreitende Aktionen \r\ngegen die Festung Europas, Aktionen f&uuml;r den Frieden in Syrien, \r\nDemonstrationen gegen die Kriegsgefahr in Europa wurden auf der Peace \r\nAssembly am Montag diskutiert.\r\n\r\nVieles muss noch aufgearbeitet und zugestellt werden. All das und auch \r\nFotos dieses beeindruckenden Peace Events finden sich auf der Webseite \r\n<a href=\"http:\/\/www.peaceeventsarajevo2014.eu\/\" target=\"_blank\">www.peaceeventsarajevo2014.eu<\/a>.\r\n\r\nDie &uuml;ber 1,5 Jahre dauernde Vorbereitung war angesichts der \r\nunterschiedlichen kulturellen und sozialen Rahmenbedingungen alles \r\nandere als einfach, aber letztendlich erfolgreich. Alle Probleme - \r\nauch die finanziellen - konnten gel&ouml;st werden. Dabei mussten auch die \r\nlokalen Bedingungen ber&uuml;cksichtigt werden.\r\n\r\nAlle aktiven Friedensgruppierungen, wie fast alle \r\nzivilgesellschaftlich engagierten Gruppierungen in Bosnien-Herzegowina \r\nund in den anderen Teilen des ehemaligen Jugoslawiens leben davon, \r\ndass sie von USAID oder der Europ&auml;ischen Union finanziell unterst&uuml;tzt \r\nwerden. Ob uns das gef&auml;llt oder nicht - es ist Realit&auml;t. Wenn wir mit \r\nihnen zusammenarbeiten wollen, m&uuml;ssen wir dies ber&uuml;cksichtigen. \r\nBetonen m&ouml;chte ich die vollst&auml;ndige Unabh&auml;ngigkeit und \r\nEigenst&auml;ndigkeit aller Entscheidungen im Zusammenhang mit dem gro&szlig;en \r\nEreignis.\r\n\r\nEs bleibt dabei: ein hochspannendes Pfingstwochenende mit vielen \r\nImpulsen liegt hinter uns und vor uns die Einsicht: wir sehen uns alle \r\nwieder auf den gro&szlig;en Demonstrationen gegen den Krieg.\r\n\r\nReiner Braun, Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der IALANA, CO- Pr&auml;sident des IPB\r\nLucas Wirl, Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer NatWiss, Programm Direktor INES<\/span><\/span><\/pre>\n<p>\n\t<font face=\"verdana, geneva, sans-serif\"><span style=\"font-size: 14px;\">von Kristine Karch<\/span><\/font><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u0084Wir m&uuml;ssen auf den Stra&szlig;en wieder sichtbarer werden\u0093 Mehr als 2500 Teilnehmer auf dem internationalen Peace Event Sarajevo 2014 Wir m&uuml;ssen intensiver und gemeinsamer der Kriegsgefahr in der Welt begegnen und uns mit gr&ouml;&szlig;erer Energie und mit mehr internationalen Aktionen in die Menschheitsfrage Krieg-Frieden einmischen. 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