{"id":6413,"date":"2015-03-03T09:44:40","date_gmt":"2015-03-03T08:44:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.paxchristi.at\/?p=6413"},"modified":"2015-03-03T09:46:45","modified_gmt":"2015-03-03T08:46:45","slug":"die-ukraine-in-der-zerreissprobe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.paxchristi.at\/?p=6413","title":{"rendered":"Die Ukraine in der Zerrei\u00dfprobe"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">\n\t<span style=\"font-size:14px;\"><span style=\"font-family:verdana,geneva,sans-serif;\">Am 25. Februar 2015 referierte der deutsche Friedensforscher Prof. Dr. Egbert Jahn im Linzer Wissensturm<strong> <\/strong>&uuml;ber den Interventions- und B&uuml;rgerkrieg, der die Ukraine und damit auch Europa seit April 2014 ersch&uuml;ttert.<\/span><\/span>\n<\/p>\n<p>\n\t<!--more-->\n<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n\t<span style=\"font-size:14px;\"><span style=\"font-family:verdana,geneva,sans-serif;\"><strong>Jahn spricht bewusst von Krieg und nicht von Krise, weil bis dato schon mindestens 7.000 Tote zu beklagen sind. (Dunkelziffern sprechen von bis zu 50.000 Toten)<\/strong>. &ndash; Eine Veranstaltung der Friedensinitiative der Stadt Linz in Kooperation mit Pax Christi O&Ouml; und der Volkshochschule Linz:<\/span><\/span>\n<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n\t<span style=\"font-size:14px;\"><span style=\"font-family:verdana,geneva,sans-serif;\">Die <strong>Ukraine ist schon seit Jahrzehnten polarisiert<\/strong> zwischen dem &ouml;stlichem und dem westlichen Teil. Der &ouml;stliche Teil ist mehr russisch-orientiert und &ouml;konomisch auf Schwerindustrie fokussiert. Der westliche Teil ist westlich-orientiert und tendenziell &auml;rmer. Diese Ost-West-Spannungen innerhalb der Ukraine konnten aber durch geschickte Politik austariert werden.<\/span><\/span>\n<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n\t<span style=\"font-size:14px;\"><span style=\"font-family:verdana,geneva,sans-serif;\">Ausl&ouml;ser f&uuml;r den Krieg war laut Jahn vor allem das <strong>EU-Assoziierungsabkommen<\/strong>, das die Ukraine vor eine Zerrei&szlig;probe gestellt hat: Die Europ&auml;ische Union hat &bdquo;mit Dummheit und Dilettantismus&ldquo; die Komplexit&auml;t der ukrainischen Gesellschaft au&szlig;er Acht gelassen und mit dem geplanten Freihandelsabkommen die H&auml;lfte der ukrainischen Bev&ouml;lkerung und Russland vor den Kopf gesto&szlig;en. In der Folge setzte eine fatale Entwicklung: Pr&auml;sident Janukowytsch wollte das Abkommen nicht unterschreiben. Die westlich-orientierte Maidan-Bewegung forderte seinen Sturz. Die Situation radikalisierte sich. Polizei und Demonstranten scho&szlig;en aufeinander. Der Pr&auml;sident floh. Die Krim wurde von Russland annektiert. &Ouml;stliche Teile der Ukraine erkl&auml;rten sich als unabh&auml;ngig und wollen den Anschluss an Russland. Seither herrscht Krieg. Weil die Separatisten von Russland unterst&uuml;tzt werden, kann die Ukraine diesen Krieg &ndash; laut Jahn &ndash; &bdquo;sicher nicht gewinnen&ldquo;.<\/span><\/span>\n<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n\t<span style=\"font-size:14px;\"><span style=\"font-family:verdana,geneva,sans-serif;\">Die gem&auml;&szlig;igten wirtschaftlichen <strong>Sanktionen gegen Russland<\/strong> &ndash; im Zuge der Krim-Annektion &#8211; h&auml;lt Jahn vor angemessen: Sie sind ein berechtigter symbolischer Protest gegen den V&ouml;lkerrechtsbruch: Erstmals seit dem zweiten Weltkrieg hat eine Gro&szlig;macht ihr Territorium ausgedehnt. Dagegen ist Protest einzulegen, wohl wissend, dass die Sanktionen Russland nicht umstimmen werden.<\/span><\/span>\n<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n\t<span style=\"font-size:14px;\"><span style=\"font-family:verdana,geneva,sans-serif;\"><strong>Friedenspolitisch fordert Jahn:<\/strong><\/span><\/span>\n<\/p>\n<ul>\n<li style=\"text-align: justify;\">\n\t\t<span style=\"font-size:14px;\"><span style=\"font-family:verdana,geneva,sans-serif;\"><strong>Waffenstillstand<\/strong>: Vermutlich wird dieser auch wieder brechen. Aber im Sinne der Schonung von Menschenleben gibt es keine Alternative, als immer wieder neue Anl&auml;ufe zum Waffenstillstand zu unternehmen.<\/span><\/span>\n\t<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">\n\t\t<span style=\"font-size:14px;\"><span style=\"font-family:verdana,geneva,sans-serif;\"><strong>Abr&uuml;stung:<\/strong> R&uuml;ckzug der schweren Waffen, keine Waffenlieferungen<\/span><\/span>\n\t<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">\n\t\t<span style=\"font-size:14px;\"><span style=\"font-family:verdana,geneva,sans-serif;\">Entwicklung einer <strong>Sicherheitspolitik, die Russland einschlie&szlig;t:<\/strong> Einen Frieden kann es nur mit Russland geben, also ist alles zu tun, was die Kooperation zwischen EU und Russland st&auml;rkt: wirtschaftliche Zusammenarbeit, milit&auml;rische Kooperation st&auml;rken (NATO-Russland-Rat), Neutralit&auml;t der Ukraine (sprich: NATO-Beitritt der Ukraine ausschlie&szlig;en)<\/span><\/span>\n\t<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n\t<span style=\"font-size:14px;\"><span style=\"font-family:verdana,geneva,sans-serif;\">Markus P&uuml;hringer (Pax Christi O&Ouml;)<\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 25. Februar 2015 referierte der deutsche Friedensforscher Prof. Dr. Egbert Jahn im Linzer Wissensturm &uuml;ber den Interventions- und B&uuml;rgerkrieg, der die Ukraine und damit auch Europa seit April 2014 ersch&uuml;ttert.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":true,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4,788,42],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.paxchristi.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6413"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.paxchristi.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.paxchristi.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.paxchristi.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.paxchristi.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6413"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.paxchristi.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6413\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6417,"href":"https:\/\/www.paxchristi.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6413\/revisions\/6417"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.paxchristi.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6413"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.paxchristi.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6413"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.paxchristi.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6413"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}