{"id":6985,"date":"2015-08-28T22:00:07","date_gmt":"2015-08-28T20:00:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.paxchristi.at\/?p=6985"},"modified":"2015-09-01T09:40:46","modified_gmt":"2015-09-01T07:40:46","slug":"gedanken-zum-fluechtlingselend","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.paxchristi.at\/?p=6985","title":{"rendered":"Gedanken zum Fl\u00fcchtlingselend"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">\n\t<span style=\"font-size:14px;\"><span style=\"font-family:verdana,geneva,sans-serif;\">&bdquo;Angesichts der Katastrophe bin ich sprachlos. Aus Respekt vor den Toten, vor ihrem Leiden und ihrem Schicksal ist Schweigen und Innehalten angebracht&ldquo;, so Bischof Manfred Scheuer, Pr&auml;sident von Pax Christi &Ouml;sterreich, in einer Erkl&auml;rung vom 28.8.2015.<\/span><\/span>\n<\/p>\n<p>\n\t<!--more-->\n<\/p>\n<p>\n\t<span style=\"font-size:14px;\"><span style=\"font-family:verdana,geneva,sans-serif;\">Noch am 26.8. gedachten Sant&acute;Egidio, Fokolare und Pax Christi &Ouml;sterreich, begleitet von syrischen Fl&uuml;chtlingen, in der Innsbrucker Kapuzinerkirche im Gebet des Fl&uuml;chtlingselends. Mit diesem Gebet bekundet Pax Christi &Ouml;sterreich&nbsp;seine tiefste Ersch&uuml;tterung.<\/span><\/span>\n<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n\t<span style=\"font-size:14px;\"><span style=\"font-family:verdana,geneva,sans-serif;\">Pax Christi erinnert an folgende Tatsachen:<\/span><\/span>\n<\/p>\n<ul>\n<li style=\"text-align: justify;\">\n\t\t<span style=\"font-size:14px;\"><span style=\"font-family:verdana,geneva,sans-serif;\">Kriege zwingen Menschen zur Flucht. Wir wissen, dass soziale und politische Konflikte und die enormen Waffenlieferungen gewaltsame Auseinandersetzungen bedingen und f&ouml;rdern. Kriege sind das beste Gesch&auml;ft f&uuml;r Waffenlobbies und Waffenproduzenten. Pax Christi International, als NGO bei der UNO vertreten, beteiligt sich mit Nachdruck bei Abr&uuml;stungsverhandlungen.<\/span><\/span><br \/>\n\t\t&nbsp;\n\t<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">\n\t\t<span style=\"font-size:14px;\"><span style=\"font-family:verdana,geneva,sans-serif;\">Die Kontrolle von Regionen und Rohstoffen und deren gewinntr&auml;chtige Ausbeutung, die Dienstbarmachung von &bdquo;Warlords&ldquo; bedingen nicht nur schwere bewaffnete Konflikte, sondern auch Fluchtbewegungen. Wo es Rohstoffe gibt (z.B. Erd&ouml;l), dort gibt es Interessen und bei Bedarf auch Krieg.<\/span><\/span><br \/>\n\t\t&nbsp;\n\t<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">\n\t\t<span style=\"font-size:14px;\"><span style=\"font-family:verdana,geneva,sans-serif;\">Arme L&auml;nder wurden und werden wirtschaftlich ausgehungert. &bdquo;Dieses Wirtschaftssystem t&ouml;tet!&ldquo;, so Papst Franziskus. Das System bewirkt Flucht. Bevor die Menschen wegen Krieg oder Hunger sterben fliehen sie &ndash; wenn es ihnen nur irgendwie m&ouml;glich ist.<\/span><\/span><br \/>\n\t\t&nbsp;\n\t<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">\n\t\t<span style=\"font-size:14px;\"><span style=\"font-family:verdana,geneva,sans-serif;\">Zum Stopp der Destabilisierung des Nahen und Mittleren Ostens, die durch US-gef&uuml;hrte Kriege (Afhganistan, Irak, Lybien, Syrien) entstanden ist, braucht es internationale Friedenskonferenzen unter der F&uuml;hrung der Vereinten Nationen.<\/span><\/span><br \/>\n\t\t&nbsp;\n\t<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">\n\t\t<span style=\"font-size:14px;\"><span style=\"font-family:verdana,geneva,sans-serif;\">Kriegsfl&uuml;chtlinge und Armutsfl&uuml;chtlinge brauchen Schlepper bzw. Fluchthelfer. Es gibt keine Alternativen. Das System, Stacheldr&auml;hte, Mauern, milit&auml;rische Absicherungen treiben die Fl&uuml;chtlinge in immer noch gef&auml;hrlichere Schlepperbanden. Das Elend der Fl&uuml;chtlinge ist so gro&szlig;, dass sie t&ouml;dliche Fluchtrouten und t&ouml;dliche Transportmittel riskieren. Auch der Weg zu sogenannten geplanten UN-Aufnahmezentren kann t&ouml;dlich sein.<\/span><\/span><br \/>\n\t\t&nbsp;\n\t<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">\n\t\t<span style=\"font-size:14px;\"><span style=\"font-family:verdana,geneva,sans-serif;\">F&uuml;r etliche L&auml;nder etwa in Afrika und f&uuml;r Regionen im Mittleren Osten sind die Fl&uuml;chtlingsstr&ouml;me tats&auml;chlich Realit&auml;t: Hunderttausende von Fl&uuml;chtlingen sind dort gestrandet. Im Vergleich dazu kommt nur ein kleiner Prozentsatz nach Europa, in die &bdquo;Welt des Wohlstandes&ldquo;. Fl&uuml;chtlingsaufnahme und Betreuung k&ouml;nnen auch funktionieren. Mit gutem Willen und einiger Kreativit&auml;t k&ouml;nnen und m&uuml;ssen Fl&uuml;chtlinge menschenw&uuml;rdig&nbsp; aufgenommen werden. Die Ideen von Schengenau&szlig;engrenzen und deren Abschottung und das Dublinabkommen m&uuml;ssen als gescheitert betrachtet werden.<\/span><\/span><br \/>\n\t\t&nbsp;\n\t<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">\n\t\t<span style=\"font-size:14px;\"><span style=\"font-family:verdana,geneva,sans-serif;\">Pax Christi &Ouml;sterreich hofft, dass die EU und auch &Ouml;sterreich das Fl&uuml;chtlingselend nicht hin und herschiebt, sondern konkret einer L&ouml;sung zuf&uuml;hrt. Die EU kann sich als Solidarit&auml;tsgemeinschaft profilieren oder aber am eurozentristischen Egoismus scheitern.<\/span><\/span>\n\t<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n\t<span style=\"font-size:14px;\"><span style=\"font-family:verdana,geneva,sans-serif;\">Pax Christi verbleibt&nbsp; in der Hoffnung, dass aus der Ersch&uuml;tterung, aus dem Schweigen und Innehalten ein starker Wille entsteht, das Fl&uuml;chtlingselend in Ursachen und Auswirkungen zu &auml;ndern: Das Elend muss bek&auml;mpft werden, nicht die Fl&uuml;chtlinge.<\/span><\/span>\n<\/p>\n<p>\n\t<span style=\"font-size:14px;\"><span style=\"font-family:verdana,geneva,sans-serif;\">Jussuf Windischer<\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&bdquo;Angesichts der Katastrophe bin ich sprachlos. Aus Respekt vor den Toten, vor ihrem Leiden und ihrem Schicksal ist Schweigen und Innehalten angebracht&ldquo;, so Bischof Manfred Scheuer, Pr&auml;sident von Pax Christi &Ouml;sterreich, in einer Erkl&auml;rung vom 28.8.2015.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":true,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,41],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.paxchristi.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6985"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.paxchristi.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.paxchristi.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.paxchristi.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.paxchristi.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6985"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.paxchristi.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6985\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6988,"href":"https:\/\/www.paxchristi.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6985\/revisions\/6988"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.paxchristi.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6985"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.paxchristi.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6985"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.paxchristi.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6985"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}