{"id":7601,"date":"2016-09-20T12:41:27","date_gmt":"2016-09-20T10:41:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.paxchristi.at\/?p=7601"},"modified":"2016-10-20T11:26:32","modified_gmt":"2016-10-20T09:26:32","slug":"waffenexporte-stoppen-krieg-ist-der-absatzmarkt-der-waffenindustrie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.paxchristi.at\/?p=7601","title":{"rendered":"Waffenexporte stoppen! &#8211; Krieg ist der Absatzmarkt der Waffenindustrie"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">\n\t<span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif;\"><span style=\"font-size: 14px;\">Die Debatten um den Zusammenhang von R&uuml;stung und Krieg bewegen sich seit jeher zwischen jenen Polen, wie sie der r&ouml;mische Politiker Cicero im 1. Jhd. v. Christus und der Humanist Erasmus von Rotterdam um 1500 idealtypisch formuliert haben.<\/span><\/span>\n<\/p>\n<p>\n\t<!--more-->\n<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n\t<span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif;\"><span style=\"font-size: 14px;\">W&auml;hrend Cicero meinte, &quot;Wer den Frieden wolle, m&uuml;sse f&uuml;r den Krieg r&uuml;sten&quot;, sah Erasmus in seinen Friedensschriften den umgekehrten Zusammenhang gegeben: Wer Kriege vermeiden wolle, d&uuml;rfe auch die &quot;H&ouml;llenmaschinen&quot; des Krieges nicht herstellen.<\/span><\/span>\n<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n\t<span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif;\"><span style=\"font-size: 14px;\">Mit ungeheuren menschlichen und sozialen Kosten dreht sich im Nahen und Mittleren Osten seit Jahrzehnten eine monstr&ouml;se Spirale kriegerischer Gewalt. Angesichts der anhaltenden schweren K&auml;mpfe in Syrien und Jemen, die &uuml;ber die Fluchtbewegungen vieler Menschen auch nach Europa durchschlagen, sieht sich Pax Christi &Ouml;sterreich herausgefordert, die Frage von Frieden und Krieg grunds&auml;tzlicher zu durchdenken, als dies in herk&ouml;mmlichen politischen Analysen geschieht. Diese grunds&auml;tzliche Sicht kommt nicht umhin, die Frage der globalen Waffenproduktion und des Waffenhandels ins Auge zu fassen.<\/span><\/span>\n<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n\t<span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif;\"><span style=\"font-size: 14px;\">Deutlich ist, dass der stark von externen geopolitischen Interessen &uuml;berlagerte syrische B&uuml;rgerkrieg &uuml;ber die massenhafte Lieferung moderner Waffen an verschiedene Kriegsparteien befeuert wird. Die westlichen Gro&szlig;m&auml;chte sind an dieser Entwicklung seit 2012 wesentlich beteiligt. Wurden zun&auml;chst nur die eher s&auml;kular orientierten Rebellen der Freien Syrischen Armee mit Waffen &#8211; vor allem aus den USA &#8211; aufger&uuml;stet, so kam es sp&auml;ter &uuml;ber die mit den USA verb&uuml;ndeten Golf-Monarchien Saudi-Arabien und Katar zu massiven Waffenlieferungen auch an die Al-Nusra Front, einer islamistisch-djihadistisch gepr&auml;gte Gruppe von Gegnern des Assad-Regimes.<\/span><\/span>\n<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n\t<span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif;\"><span style=\"font-size: 14px;\">Wie problematisch es ist, Waffen schon in Vorkriegszeiten in Krisenregionen zu liefern, kann auch an einem fr&uuml;heren &ouml;sterreichischen Waffenexportgesch&auml;ft gezeigt werden. Das von der Fa. Steyr-Mannlicher in den 1980er-Jahren in gro&szlig;er St&uuml;ckzahl nach Saudi-Arabien und Tunesien gelieferte Sturmgewehr des Typs AUG (= <strong>A<\/strong>rmee <strong>U<\/strong>niversal<strong>G<\/strong>ewehr) findet sich heute in Syrien auch in den H&auml;nden verschiedener Rebellengruppen, auch der des Islamischen Staates. Und laut Amnesty International&nbsp; wurden noch 2006 gepanzerte Fahrzeuge direkt an das Regime Assad geliefert.<\/span><\/span>\n<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n\t<span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif;\"><span style=\"font-size: 14px;\">Mit Entsetzen sehen wir auch, dass unser Nachbar Deutschland &#8211; im Widerspruch zu seinem friedenspolitischen Verm&auml;chtnis aus den beiden Weltkriegen &#8211; im vergangenen Jahr sein R&uuml;stungsexportvolumen auf 7,9 Mrd. &euro;uro fast verdoppelt und sich zum drittgr&ouml;&szlig;ten Waffenexporteur der Welt entwickelt hat.<\/span><\/span>\n<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n\t<span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif;\"><span style=\"font-size: 14px;\">Mit Erasmus wollen wir Kriege an ihren Wurzeln bek&auml;mpfen, Kriegsf&uuml;hrung erschweren und strukturell unm&ouml;glich machen. Als wichtigen schritt dazu fordert Pax Christi &Ouml;sterreich daher die Einstellung aller Waffenlieferungen aus christlich gepr&auml;gten Staaten in die instabilen Gesellschaften und Staaten Asiens und Afrikas.<\/span><\/span>\n<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n\t<span style=\"font-family: verdana,geneva,sans-serif;\"><span style=\"font-size: 14px;\">F.d Projektgruppe R&uuml;stung u. Waffenhandel in Pax Christi &Ouml;sterreich: Franz S&ouml;lkner, Pax Christi Stmk.<\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Debatten um den Zusammenhang von R&uuml;stung und Krieg bewegen sich seit jeher zwischen jenen Polen, wie sie der r&ouml;mische Politiker Cicero im 1. Jhd. v. 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