{"id":8768,"date":"2019-12-02T19:32:24","date_gmt":"2019-12-02T18:32:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.paxchristi.at\/?p=8768"},"modified":"2019-12-02T19:34:05","modified_gmt":"2019-12-02T18:34:05","slug":"buecher-wider-das-vergessen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.paxchristi.at\/?p=8768","title":{"rendered":"B\u00fccher wider das Vergessen"},"content":{"rendered":"<p><img src=http:\/\/www.paxchristi.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Gedaechtnisbuch-OOE_web.png style=float:right;margin-left=4px;><br \/>\nLinz, 28.11.2019 (KAP) Zwei &#8222;B\u00fccher wider das Vergessen&#8220;, die Schicksale und Ereignisse aus der Zeit des Nationalsozialismus beschreiben, sind am Mittwoch in Linz pr\u00e4sentiert worden: das &#8222;Ged\u00e4chtnisbuch Ober\u00f6sterreich&#8220; nachmittags im Mariendom und der von Bischof Manfred Scheuer herausgegebene Band &#8222;Der Bischofshof im Visier der NS-Gauleitung&#8220; abends im Linzer Priesterseminar.<!--more--><br \/>\nBezugnehmend auf die im &#8222;Ged\u00e4chtnisbuch&#8220; erz\u00e4hlten Biografien sagte Scheuer, das Ged\u00e4chtnis des Leidens richte sich prim\u00e4r auf ganz konkrete Menschen mit ihrer Biografie und auch ihren &#8222;Ecken und Kanten&#8220;. Im Vordergrund st\u00fcnden die Opfer und Zeugen, die &#8222;standgehalten&#8220; h\u00e4tten, sich dem Unrecht verweigert, ihm Widerstand geleistet und unschuldig Verfolgten geholfen h\u00e4tten.<\/p>\n<p>Das &#8222;Ged\u00e4chtnisbuch&#8220; stellt eine st\u00e4ndig zu erweiternde Sammlung von Biografien von NS-Verfolgten im regionalen Kontext Ober\u00f6sterreichs dar; gestaltet werden sie von Personen, die einen pers\u00f6nlichen, \u00f6rtlichen oder inhaltlichen Bezug zu den Betreffenden haben. So greift etwa Severin Renoldner, fr\u00fcherer Gr\u00fcn-Abgeordneter im Nationalrat und jetzt Mitarbeiter im Pastoralamt der Di\u00f6zese Linz, das Schicksal seines Gro\u00dfvaters Alois Renoldner auf, der als NS-kritischer Linzer Gendarmeriemajor bereits 1938 ins KZ Dachau deportiert wurde.<\/p>\n<p>Getragen wird das an das &#8222;Ged\u00e4chtnisbuch Dachau&#8220; angelehnte Projekt &#8222;Ged\u00e4chtnisbuch Ober\u00f6sterreich&#8220; von einer unabh\u00e4ngigen Projektgruppe, in der seit heuer Institutionen und Einzelpersonen kooperieren: Das &#8222;Franz und Franziska J\u00e4gerst\u00e4tter Institut&#8220; der Katholischen Privatuniversit\u00e4t (KU) Linz ist dabei ebenso vertreten wie die Private P\u00e4dagogische Hochschule der Di\u00f6zese Linz (PPH), der Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim sowie die J\u00e4gerst\u00e4tter-Biografin Erna Putz.<\/p>\n<p>Erna Putz: Bedeutsam auch f\u00fcr heute<\/p>\n<p>Initiatorin Putz verwies im Mariendom auf die Bedeutung der Zeugnisse der NS-Verfolgten f\u00fcr die Gegenwart: Gendarmeriemajor Renoldner habe in seinen Haft-Erinnerungen beschrieben, wie ihm die Vaterunser-Bitten &#8222;dein Wille geschehe&#8220; und &#8222;wie auch wir vergeben unseren Schuldigern&#8220; halfen, 14 Stunden in einer kalten J\u00e4nnernacht auf dem Appellplatz Dachau durchzustehen. Wenn er und andere als vertieft Glaubende aus dem KZ zur\u00fcckkamen, &#8222;d\u00fcrfen auch wir heute glauben und beten, auch unten an den Stufen der Todesstiege in Mauthausen&#8220;, sagte die Kirchenhistorikerin.<\/p>\n<p>Putz formulierte das zentrale Anliegen der Buchpr\u00e4sentation: &#8222;Holen wir die Mutigen und Aufrechten und die Vergessenen in unser Ged\u00e4chtnis! Heute d\u00fcrfen wir f\u00fcr das Zeugnis der an die zehntausend vom Nationalsozialismus verfolgten Ober\u00f6sterreicherinnen und Ober\u00f6sterreicher dankbar sein.&#8220;<\/p>\n<p>Das Buch ist seit Mittwoch im Mariendom Linz und ab Herbst 2020 auch im Ober\u00f6sterreichischen Landesmuseum (Schlossmuseum) Linz \u00f6ffentlich einsehbar und wird j\u00e4hrlich mit neuen Biografien erweitert.<\/p>\n<p>Durch Erinnern aus Geschichte lernen<\/p>\n<p>Um 19 Uhr folgte am Mittwochabend im Linzer Priesterseminar die Pr\u00e4sentation des Buches &#8222;Der Bischofshof im Visier der NS-Gauleitung. Die Bisch\u00f6fe von Linz und ihre verfolgten Mitarbeiter des Bisch\u00f6flichen Ordinariates 1938-1945&#8220;. Die darin versammelten Biografien von Personen, die &#8211; wie etwa der sp\u00e4tere Konzilstheologe Ferdinand Klostermann &#8211; ins Visier der NS-Gauleitung gerieten, stellen einen Beitrag di\u00f6zesaner Erinnerungskultur dar.<\/p>\n<p>Erinnern und Gedenken seien zutiefst christlich und zeichneten jede humane Kultur aus, wie Scheuer unterstrich: &#8222;Getragen von der Suche nach Wahrheit, reinigen sie das Ged\u00e4chtnis, nehmen das Leid der Opfer in Blick, machen dankbar f\u00fcr das bleibend Gute und erm\u00f6glichen so Gerechtigkeit, Vers\u00f6hnung und ein Lernen aus der Geschichte.&#8220; Dies sei auch heute im Blick auf j\u00fcngere Menschen wichtig, betonte der Bischof: &#8222;Wir m\u00fcssen wach sein, dass es nicht die \u00dcberheblichkeit des einen \u00fcber den anderen gibt.&#8220; Scheuer weiter: &#8222;Gef\u00e4hrlich wird es dort, wo ein bestimmter Teil der Bev\u00f6lkerung, auch der jungen Leute, von Ideologien abh\u00e4ngig wird.&#8220;<\/p>\n<p>Der Band &#8222;Der Bischofshof im Visier der Gauleitung. Die Bisch\u00f6fe von Linz und ihre verfolgten Mitarbeiter des Bisch\u00f6flichen Ordinariates 1938-1945&#8220; erschien im Wagner-Verlag (www.wagnerverlag.at).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Linz, 28.11.2019 (KAP) Zwei &#8222;B\u00fccher wider das Vergessen&#8220;, die Schicksale und Ereignisse aus der Zeit des Nationalsozialismus beschreiben, sind am Mittwoch in Linz pr\u00e4sentiert worden: das &#8222;Ged\u00e4chtnisbuch Ober\u00f6sterreich&#8220; nachmittags im Mariendom und der von Bischof Manfred Scheuer herausgegebene Band &#8222;Der Bischofshof im Visier der NS-Gauleitung&#8220; abends im Linzer Priesterseminar.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":true,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.paxchristi.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8768"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.paxchristi.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.paxchristi.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.paxchristi.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.paxchristi.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=8768"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.paxchristi.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8768\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8774,"href":"https:\/\/www.paxchristi.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8768\/revisions\/8774"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.paxchristi.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=8768"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.paxchristi.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=8768"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.paxchristi.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=8768"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}