{"id":8781,"date":"2019-12-03T09:52:12","date_gmt":"2019-12-03T08:52:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.paxchristi.at\/?p=8781"},"modified":"2019-12-05T10:32:10","modified_gmt":"2019-12-05T09:32:10","slug":"gibt-es-eine-hoffnung-fuer-palaestina","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.paxchristi.at\/?p=8781","title":{"rendered":"\u201eGibt es eine Hoffnung f\u00fcr Pal\u00e4stina?\u201c"},"content":{"rendered":"<p><img src=http:\/\/www.paxchristi.at\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Farhat-Nasser_web.jpg style=float:right;margin-left:4px;><br \/>\nUniv.Prof.in Dr.in Sumaya Farhat Naser berichtet \u00fcber die schwierige Situation f\u00fcr Pal\u00e4stinenser<br \/>\nDie Arbeitsgemeinschaft Christentum und Sozialdemokratie (ACUS) und die Friedensbewegung Pax Christi Amstetten haben die pal\u00e4stinensische Friedensaktivistin Univ.-Prof.in Dr.in Sumaya Farhat Naser am Freitag, 29. November 2019 in den Pfarrsaal St. Stephan in Amstetten zum Thema \u201eGibt es eine Hoffnung f\u00fcr Pal\u00e4stina?\u201c eingeladen.<br \/>\n\u201eEs war schon immer schlimm, aber in der letzten Zeit ist alles viel schlechter geworden\u201c, berichtete Dr.in Farhat Naser. Die Ursache sieht die christliche Pal\u00e4stinenserin in der vorbehaltlosen Unterst\u00fctzung der Politik der israelischen Regierung durch Donald Trump.<!--more--><br \/>\nDr.in Farhat Naser erz\u00e4hlte aus eigener Erfahrung von den Schikanen der israelischen Besatzung gegen die pal\u00e4stinensische Bev\u00f6lkerung, aber auch von den vielen motivierenden Erlebnissen im Rahmen ihres Unterrichtes an Universit\u00e4ten sowie Schulen und beim Aufbau von konkreten Friedens-, Sozial-, Kultur- und Umweltprojekten.<br \/>\n\u201eEs ist kein Religionskrieg. Es gibt genug Beispiele, wie die Gl\u00e4ubigen der drei Religionen friedlich zusammenleben. Es ist ein politischer Interessenskonflikt, in dem Religion instrumentalisiert wird\u201c, betonte Farhat Naser. Eine Hauptursache ist die extrem ungleiche Verteilung zwischen Israel und Pal\u00e4stina.<br \/>\nEine eindeutige Absage erteilte Farhat Naser jeder Form von Antisemitismus, aber es muss klar unterschieden werden, zwischen Kritik an der israelischen Politik und Antisemitismus.<br \/>\nDrei Prinzipien sieht Farhat Naser als Grundlage ihrer Friedensp\u00e4dagogik:<br \/>\n1. Allen Menschen werden gleich geboren.<br \/>\n2. Jeder Mensch wird zwar gleich geboren, ist aber anders, eigenartig und auch einzigartig.<br \/>\n3. Jeder Mensch wird mit einem wunderbaren Kern geboren, gleichsam einem Diamanten in seinem Herzen. Es geht darum diesen zum Strahlen zu bringen.\u201c<br \/>\n\u201eNur mit meiner Menschlichkeit werde ich die Menschlichkeit im anderen Menschen wecken, das ist nicht einfach, aber das ist der Weg\u201c, so Farhat Nasser. Auch wenn die Lage kompliziert und schwierig ist, d\u00fcrfe man die Freude am Leben und das gemeinsame Feiern nicht vergessen.<br \/>\nIn der Diskussion unter der Leitung von Kaplan Franz Sieder wurde die Verantwortung der Christinnen und Christen f\u00fcr den Frieden im \u201eHeiligen Land\u201c betont: Pfarren sollen bei PilgerInnenreisen nicht nur die St\u00e4tten des Lebens Jesu besuchen, sondern auch Kontakte mit der pal\u00e4stinensischen Bev\u00f6lkerung, die dort lebt, suchen.<\/p>\n<p>Ein pers\u00f6nlicher Bericht zum Vortrag von Sumaya Farhat-Nasser in Amstetten:<\/p>\n<p>Der Vortrag von Sumaya Farhat-Naser war sehr bewegend. Sie sprach frei \u00fcber eine Stunde lang, berichtete von der pers\u00f6nlichen Lage der Bewohner Pal\u00e4stinas, der bewundernswerten Friedensarbeit mit pal\u00e4stinensischen, aber auch israelisch-pal\u00e4stinensischen Frauengruppen, ihre Arbeit in Schulen, evangelischen und katholischen, ihre \u00f6ffentliches Auftreten auf Grenz\u00fcberg\u00e4ngen und Checkpoints, wo sie riskante pers\u00f6nlich Interventionen machte. Am bewegendsten und f\u00fcr Sumaya am ersch\u00fctterndsten sind die Folgen der Anerkennung von Jerusalem als Hauptstadt Israels durch Pr\u00e4sident Trump. Die israelische Regierung entfernt die jahrhundertealten Stra\u00dfennamen der Altstadt Jerusalems und ersetzt sie durch israelische Namen (z.B. Namen von israelischen Gener\u00e4len), schlie\u00dft die B\u00fcros vieler Hilfsorganisationen in Jerusalem, sodass diese oft nicht mehr weiterarbeiten k\u00f6nnen, fordert pl\u00f6tzlich Steuern von den christlichen Kirchen, die ohnedies kaum Einnahmen haben, und dies auf 50 Jahre r\u00fcckwirkend. Kirchen m\u00fcssen in der Folge ihren Grundbesitz verkaufen. Au\u00dferdem ist das Wahlrecht der Pal\u00e4stinenser in Ostjerusalem in Gefahr, weil sie ja jetzt angeblich B\u00fcrger Israels sind.<\/p>\n<p>Trotzdem verbreitet Sumaya Farhat-Naser nicht Def\u00e4tismus und keine Spur von Hass. Sie zeigt mit Fotos ihren Wiederaufbau verlassener H\u00e4user in der Westbank. Wiederaufgebaut, um sie zur Weiterbildung von Frauen und f\u00fcr Dorffeste der pal\u00e4stinensischen Bev\u00f6lkerung zu nutzen, um die Kommunikation und die Durchhaltekraft im friedlichen Widerstand zu st\u00e4rken. Sie macht auch uns hier in \u00d6sterreich Mut, uns f\u00fcr Pal\u00e4stina einzusetzen, z.B. auf die Berichterstattung und die Wortwahl der Medien Einfluss zu nehmen.<br \/>\nHH.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Univ.Prof.in Dr.in Sumaya Farhat Naser berichtet \u00fcber die schwierige Situation f\u00fcr Pal\u00e4stinenser Die Arbeitsgemeinschaft Christentum und Sozialdemokratie (ACUS) und die Friedensbewegung Pax Christi Amstetten haben die pal\u00e4stinensische Friedensaktivistin Univ.-Prof.in Dr.in Sumaya Farhat Naser am Freitag, 29. 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