{"id":8784,"date":"2019-12-14T10:36:03","date_gmt":"2019-12-14T09:36:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.paxchristi.at\/?p=8784"},"modified":"2019-12-14T10:42:22","modified_gmt":"2019-12-14T09:42:22","slug":"botschaft-des-papstes-zum-weltfriedenstag-am-1-1-2020","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.paxchristi.at\/?p=8784","title":{"rendered":"Botschaft des Papstes zum Weltfriedenstag am 1.1.2020"},"content":{"rendered":"<p><img src=http:\/\/www.paxchristi.at\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Franciscus_web.jpg style=float:right;margin-lef:4 px>Der Frieden als Weg der Hoffnung:<br \/>\nDialog, Vers\u00f6hnung und \u00f6kologische Umkehr<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.vaticannews.va\/de\/papst\/news\/2019-12\/papst-franziskus-frieden-welt-botschaft-januar-text-wortlaut-vat.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Der vollst\u00e4ndige Text auf Vatikannews<\/a><br \/>\nIm Folgenden kurze Ausschnitte aus der Friedensbotschaft:<\/p>\n<p>1. Der Frieden als Weg der Hoffnung angesichts der Hindernisse und der Pr\u00fcfungen<br \/>\nDer Frieden ist ein kostbares Gut, er ist Gegenstand unserer Hoffnung, nach dem die ganze Menschheit strebt.  \u2026.<br \/>\nUnsere menschliche Gemeinschaft tr\u00e4gt im Ged\u00e4chtnis und am eigenen Fleisch die Zeichen der Kriege und Konflikte \u2026.<br \/>\nDenn jeder Krieg entpuppt sich in Wirklichkeit als Brudermord, der das Projekt der Br\u00fcderlichkeit selbst zerst\u00f6rt, das der Berufung der Menschheitsfamilie eingeschrieben ist.<!--more--><br \/>\nDer Frieden und die internationale Stabilit\u00e4t sind unvereinbar mit jedwedem Versuch, sie auf der Angst gegenseitiger Zerst\u00f6rung oder auf der Bedrohung einer g\u00e4nzlichen Ausl\u00f6schung aufzubauen \u2026.<br \/>\nDaher d\u00fcrfen wir uns nicht einbilden, dass wir die Stabilit\u00e4t in der Welt durch die Angst vor der Vernichtung aufrechterhalten k\u00f6nnen &#8230;<br \/>\nWir m\u00fcssen eine echte Br\u00fcderlichkeit anstreben, die auf unserem gemeinsamen Ursprung in Gott gr\u00fcndet und im Dialog und im gegenseitigen Vertrauen gelebt wird. \u2026<\/p>\n<p>2. Der Frieden als Weg des Zuh\u00f6rens auf der Grundlage der Erinnerung, der Solidarit\u00e4t und der Br\u00fcderlichkeit<br \/>\nDie Hibakusha, die \u00dcberlebenden der Atombombenangriffe von Hiroshima und Nagasaki, z\u00e4hlen zu denen, die das kollektive Bewusstsein lebendig erhalten. Sie bezeugen n\u00e4mlich den nachfolgenden Generationen das schreckliche Geschehen vom August 1945 und die uns\u00e4glichen Leiden, die bis heute daraus erwachsen sind. Auf diese Weise ruft ihr Zeugnis das Ged\u00e4chtnis an die Opfer wach und bewahrt es, damit das menschliche Gewissen immer st\u00e4rker werde gegen\u00fcber jedem Willen zur Vorherrschaft und zur Zerst\u00f6rung. &#8230;<br \/>\nDar\u00fcber hinaus ist das Ged\u00e4chtnis der Horizont der Hoffnung. &#8230;<br \/>\nDie Welt braucht keine leeren Worte, sondern glaubw\u00fcrdige Zeugen, \u201eHandwerker des Friedens\u201c, die offen f\u00fcr den Dialog sind, ohne dabei jemanden auszuschlie\u00dfen oder zu manipulieren. &#8230;<br \/>\nDer Friedensprozess ist also eine Aufgabe, die Zeit braucht. Er ist eine geduldige Arbeit der Suche nach Wahrheit und Gerechtigkeit, die das Ged\u00e4chtnis an die Opfer ehrt und schrittweise eine gemeinsame Hoffnung er\u00f6ffnet, die st\u00e4rker ist als die Rache. \u2026.<br \/>\nIm Gegenteil, der Bruch zwischen den Mitgliedern einer Gesellschaft, die Zunahme sozialer Ungleichheit und die Ablehnung, die Mittel f\u00fcr eine ganzheitliche menschliche Entwicklung zu gebrauchen, gef\u00e4hrden die Verwirklichung des Gemeinwohls. <\/p>\n<p>3. Der Frieden als Weg der Vers\u00f6hnung in geschwisterlicher Gemeinschaft<br \/>\nEs geht darum, den Wunsch aufzugeben, \u00fcber die anderen zu herrschen, und zu lernen, einander als Menschen, als Kinder Gottes, als Br\u00fcder und Schwestern anzusehen. &#8230;<br \/>\nWas f\u00fcr den Frieden im sozialen Bereich zutrifft, das stimmt auch im politischen und wirtschaftlichen Bereich, weil die Frage des Friedens alle Dimensionen des gemeinschaftlichen Lebens durchdringt: Es wird nie einen wahren Frieden geben, wenn wir nicht in der Lage sind, ein gerechteres Wirtschaftssystem aufzubauen. \u2026<\/p>\n<p>4. Der Frieden als Weg der \u00f6kologischen Umkehr<br \/>\n\u00bbWenn ein falsches Verst\u00e4ndnis unserer eigenen Grunds\u00e4tze uns auch manchmal dazu gef\u00fchrt hat, die schlechte Behandlung der Natur oder die despotische Herrschaft des Menschen \u00fcber die Sch\u00f6pfung oder die Kriege, die Ungerechtigkeit und die Gewalt zu rechtfertigen, k\u00f6nnen wir Glaubenden erkennen, dass wir auf diese Weise dem Schatz an Weisheit, den wir h\u00e4tten h\u00fcten m\u00fcssen, untreu gewesen sind.\u00ab<br \/>\nAngesichts der Folgen unserer Feindseligkeit den anderen gegen\u00fcber und der Auswirkungen der fehlenden Achtung f\u00fcr das gemeinsame Haus und der missbr\u00e4uchlichen Ausbeutung der nat\u00fcrlichen Ressourcen \u2013 einzig als Mittel f\u00fcr schnellen Profit heute gesehen, ohne auf die Gemeinschaften vor Ort, das Gemeinwohl und die Natur zu achten \u2013 brauchen wir eine \u00f6kologische Umkehr. &#8230;<br \/>\nDie nat\u00fcrlichen Ressourcen, die vielen Formen des Lebens und die Erde selbst wurden uns n\u00e4mlich anvertraut, damit sie unter verantwortlicher und t\u00e4tiger Mitwirkung eines jeden auch f\u00fcr die k\u00fcnftigen Generationen \u201ebearbeitet und geh\u00fctet\u201c w\u00fcrden (vgl. Gen 2,15). &#8230;<br \/>\nDie \u00f6kologische Umkehr, zu der wir aufrufen, f\u00fchrt uns also zu einem neuen Blick auf das Leben. \u00ab <\/p>\n<p>5. Man erlangt so viel, wie man erhofft<br \/>\nDer Weg der Vers\u00f6hnung erfordert Geduld und Vertrauen. Man erh\u00e4lt keinen Frieden, wenn man ihn nicht erhofft. \u2026<br \/>\nEs geht vor allem darum, an die M\u00f6glichkeit des Friedens zu glauben, zu glauben, dass der andere ebenso wie wir Frieden braucht. &#8230;<br \/>\nDie Kultur der Begegnung zwischen Br\u00fcdern und Schwestern bricht mit der Kultur der Bedrohung. Sie macht aus jeder Begegnung eine M\u00f6glichkeit und eine Gabe der freigebigen Liebe Gottes. &#8230;<br \/>\nDie Gnade Gottes des Vaters wird als bedingungslose Liebe geschenkt. Wenn wir in Christus seine Vergebung empfangen haben, k\u00f6nnen wir uns auf den Weg machen, um diese Vergebung den M\u00e4nnern und Frauen unserer Zeit anzubieten. &#8230;<br \/>\nM\u00f6ge jeder Mensch in dieser Welt ein friedliches Dasein finden und die Verhei\u00dfung von Liebe und Leben, die er in sich tr\u00e4gt, vollkommen entfalten.<br \/>\nAus dem Vatikan, am 8. Dezember 2019<br \/>\nFranziskus<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Frieden als Weg der Hoffnung: Dialog, Vers\u00f6hnung und \u00f6kologische Umkehr Der vollst\u00e4ndige Text auf Vatikannews Im Folgenden kurze Ausschnitte aus der Friedensbotschaft: 1. Der Frieden als Weg der Hoffnung angesichts der Hindernisse und der Pr\u00fcfungen Der Frieden ist ein kostbares Gut, er ist Gegenstand unserer Hoffnung, nach dem die ganze Menschheit strebt. \u2026. 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