{"id":9824,"date":"2022-08-11T11:43:53","date_gmt":"2022-08-11T09:43:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.paxchristi.at\/?p=9824"},"modified":"2022-08-11T11:44:05","modified_gmt":"2022-08-11T09:44:05","slug":"statement-zum-hiroshimatag-von-wolfgang-palaver","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.paxchristi.at\/?p=9824","title":{"rendered":"Statement zum Hiroshimatag von Wolfgang Palaver"},"content":{"rendered":"<p><strong>Papst Franziskus ruft zur Abschaffung aller Atomwaffen auf<\/strong><\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Zweiten Vatikanischen Konzils gab es eine wichtige friedensethische Auseinandersetzung \u00fcber die Frage des Besitzes und Einsatzes atomarer Massenvernichtungswaffen. In \u00dcbereinstimmung mit der traditionellen Lehre vom gerechten Krieg, wonach im Kriegsfalle klar zwischen Kombattanten und Zivilisten zu unterscheiden sei, wurde der Einsatz von Massenvernichtungswaffen entschieden verurteilt: \u201eJede Kriegshandlung, die auf die Vernichtung ganzer St\u00e4dte oder weiter Gebiete und ihrer Bev\u00f6lkerung unterschiedslos abstellt, ist ein Verbrechen gegen Gott und gegen den Menschen, das fest und entschieden zu verwerfen ist.\u201c (<em>Gaudium et spes<\/em> Nr. 82) <!--more--><\/p>\n<p>Wozu sich die Konzilsv\u00e4ter aber nicht durchringen konnten, war eine Verurteilung des Besitzes von Atomwaffen. Nur ein allgemeines Bedauern des R\u00fcstungswettlaufs \u2013 \u201eeine der schrecklichsten Wunden der Menschheit\u201c \u2013 wurde ausgedr\u00fcckt (<em>Gaudium et spes<\/em> Nr. 81). Auch ein eindeutiger Aufruf zur Eliminierung von Atomwaffen fehlt in den Texten des Konzils, obwohl Papst Johannes XXIII. nur wenige Jahre vorher in seiner Enzyklika <em>Pacem in terris<\/em> von 1963 angesichts der mit der Kubakrise einhergehenden Gefahr eines Nuklearkrieges forderte, dass \u201eAtomwaffen verboten werden\u201c (Nr. 112). Im Hintergrund der friedensethischen Debatten w\u00e4hrend des Konzils stand einerseits der nach wie vor die Weltpolitik dominierende Kalte Krieg und andererseits die Position der US-amerikanischen Bisch\u00f6fe, die sich nicht radikal gegen ihre Regierung in Sachen Verteidigungspolitik stellen wollten.<\/p>\n<p>Aus heutiger Sicht zeigt sich dagegen eine sehr positive Entwicklung der katholischen Kirche in ihrer Haltung zur atomaren Bewaffnung, wenn wir die j\u00fcngste p\u00e4pstliche Lehre dazu aus der Enzyklika <em>Fratelli tutti<\/em> von Papst Franziskus entnehmen, die die radikalen Einsichten von <em>Pacem in terris<\/em> aufgreift und weiterentwickelt. In diesem p\u00e4pstlichen Rundschreiben aus dem Jahre 2020 gibt es keinen Zweifel mehr, dass nicht nur der Einsatz von atomaren Massenvernichtungswaffen, sondern auch deren Besitz moralisch abzulehnen ist. Im Hintergrund steht die Erinnerung an die \u201eAtombombenangriffe von Hiroshima und Nagasaki\u201c die \u201enicht vergessen werden d\u00fcrfen\u201c (Nr. 248). Angesichts der \u201ekatastrophalen humanit\u00e4ren und \u00f6kologischen Konsequenzen\u201c eines Einsatzes von Atomwaffen sowie des Vertrauensverlustes, der mit der \u201eAndrohung gegenseitiger Zerst\u00f6rung oder totaler Ausl\u00f6schung\u201c verbunden ist, erkl\u00e4rt Papst Franziskus \u201edas letzte Ziel der vollkommenen Abschaffung von Atomwaffen sowohl zu einer Herausforderung als auch zu einer moralischen und humanit\u00e4ren Pflicht\u201c (Nr. 262).<\/p>\n<p>Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Palaver, Pr\u00e4sident von Pax Christi \u00d6sterreich<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Papst Franziskus ruft zur Abschaffung aller Atomwaffen auf W\u00e4hrend des Zweiten Vatikanischen Konzils gab es eine wichtige friedensethische Auseinandersetzung \u00fcber die Frage des Besitzes und Einsatzes atomarer Massenvernichtungswaffen. 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