World Council of Churches: „Christliche Gegenwart und Zeugnis in der arabischen Welt“

Religiöse Führer denken über die Gegenwart von Christen in der arabischen Welt nach (aus WCC-Media, 27. Jänner 2012)

Anlässlich der christlich-muslimischen Konsultation des Weltkirchenrates in Zusammenarbeit mit dem Kirchenrat für den Mittleren Osten (24. bis 28. Jänner 2012)  über „Christliche Gegenwart und Zeugnis in der arabischen Welt“ betonte Rev. Dr. Olav Fykse Tveit, Generalsekretär des WCC (World Council of Churches), in seiner Eingangsrede die Verpflichtung der Kirchen zu Gerechtigkeit und Frieden im Mittleren Osten und die Bedeutung eines guten Zusammenlebens von Christen und Muslimen.

Ort der Konsultation war das Armenische Catholikosat von Cilicien in Antelias, Libanon.  Jugendliche, Studenten und christliche und muslimische Leiter versammelten sich zu einer freien und dynamischen Aussprache.

Tveit sagte, dass der Mittlere Osten für den WCC von besonderem Interesse sei und betonte die Bedeutung der christlichen Präsenz in der arabischen Welt; der Glaube sei dort  von großer Wichtigkeit, sage ihm die Erklärung des Zentralkomitees des WCC im Februar 2011.

„Unser gelebter Glaube hat seine Wurzeln in dieser Region und lebt aus dem ungebrochenen Zeugnis der lokalen Kirchen, die ihre eigenen Wurzeln aus der Zeit der Apostel herleiten.“
„Ohne diese christliche Präsenz würde das „Fest des Zusammenlebens“ zwischen Völkern mit verschiedenem Glauben, verschiedenen Kulturen und Zivilisationen –  ein Zeichen von Gottes Liebe zur ganzen Menschheit –  in Gefahr sein“, sagte Tveit.  Er nahm die Teilnahme von Muslimen an der Konsultation zur Kenntnis, die sich, sagte er, zur Unterstützung der christlichen Präsenz im Mittleren Osten bekennen. Er sagte, dass es durch ihre Aktion für das gemeinsame Gut möglich sei, dass die Menschen in der arabischen Welt Frieden, Gerechtigkeit, Freiheit und Harmonie erleben.

Tveit wies auch auf die Herausforderungen für Christen in der arabischen Welt hin und auf ihr Gefühl der Unsicherheit aufgrund der politischen Trennfaktoren und dauernden Konflikte. Der WCC habe wiederholt auf die Auswanderung von Christen aus der Region als Folge von Besatzung und Krieg im Irak und der Besetzung des palästinensischen Territoriums hingewiesen.

Er sagte: „Wir wissen, dass die Veränderungen in der arabischen Welt während des letzten Jahres – und die Veränderungen, die noch auf uns zukommen werden – bei vielen Christen und vielen Muslimen ein Gefühl der Unsicherheit und sogar Angst vor der Zukunft hervorrufen.“

Er hob die Bemühungen der Kirchen um Gerechtigkeit und Frieden in Israel und Palästina hervor und sagte, dass die Situation für die Christen und auch für die Menschen anderen Glaubens in Jerusalem sehr belastend sei.   
(Gekürzt übersetzt: Gerhilde Merz)

Die ganze Rede kann gelesen werden unter www.oikoumene.org/en/news

 

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