Stellungnahmen und Aussendungen

2020

PAX CHRISTI ZUR DISKUSSION UM „RELIGIÖS-MOTIVIERTEN
EXTREMISMUS“ UND „POLITISCHEN ISLAM“
Linz, 18.12.2020 — In einer Demokratie haben alle Menschen das gleiche Recht, ihre Vorstellungen in die öffentliche Debatte einzubringen und die Gesellschaft mitzugestalten. Das gilt natürlich auch für Angehörige von Religionsgemeinschaften. Religiöser Pluralismus und Gleichberechtigung der Religionen gehören konstitutiv zu einem demokratischen Staatswesen. Mit Recht wird von Religionsgemeinschaften ein Bekenntnis zur Demokratie und zur Trennung von Kirche und Staat verlangt. Aber umgekehrt muss auch anerkannt werden, dass jede Religion auch eine soziale Botschaft und damit eine „politische“ Dimension hat. In diesem Zusammenhang ist es für Pax Christi unverständlich, warum bei einer einzige Religion der Begriff „politisch“ von vornherein als abwertend, ja sogar als strafrechtlich relevant betrachtet wird.

Zwar wurde der Begriff „Politischer Islam“ nun offenbar doch nicht direkt im Text der Novellierung des Strafgesetzbuches verwendet, sondern es heißt dort „religiös-motivierte extremistische Verbindung“, aber sowohl in den Gesetzes-Erläuterungen als auch bei den öffentlichen Verlautbarungen von Integrationsministerin Susanne Raab wurde wiederholt betont, dass es dabei in erster Linie um den „politischen Islam“ gehe. Offenbar waren sich die Koalitionsverhandler nach der Aufhebung des „Kopftuchverbots“ durch den VfGH dessen bewusst, dass die Bezugnahme auf ausschließlich eine Religion verfassungswidrig sein könnte. Allerdings stellt sich auch bei der neuen Bezeichnung die Frage, warum ein „religiös motivierter“ Extremismus als eigener Straftatbestand definiert werden soll. Es gibt in Österreich genügend Gesetze gegen alle Arten von Extremismus, Gewalt und Menschenrechtsverletzungen – unabhängig von der dahinter stehenden Motivation der Täter.

Österreich war bisher ein international angesehenes Modell nicht nur für die interreligiöse Zusammenarbeit, sondern auch für das positive Zusammenwirken von Staat und Religionsgemeinschaften im allgemeinen sowie dem Islam im besonderen – durch die in der westlichen Welt nicht selbstverständliche rechtliche Anerkennung als gleichberechtigte Religionsgemeinschaft. Dieses vertrauensvolle Zusammenwirken sollte auch in Zukunft die Basis für die Bewältigung der Herausforderungen und auch der Bedrohungen der Gesellschaft (inkl. des Terrorismus) sein. Zu diesem Weg des Dialogs und der Kooperation – statt der Verdächtigung und Diskriminierung – möchte auch Pax Christi Österreich ermutigen.

 

Moria: Flüchtlinge aufnehmen – Populismus hintanstellen

Linz, 18.9.2020 — Ein Brand im griechischen Flüchtlingslager Moria auf Lesbos hat 13.000 Menschen vor eine hoffnungslose und lebensbedrohende Situation gestellt. Nach dem Unglück hat sich die österreichische Bundesregierung noch immer nicht zu einer Notaktion zur Aufnahme von Flüchtlingen durchringen können. Sachleistungen sind gut, lösen aber die menschlichen Probleme nicht. Die türkise Regierungsfraktion steht dieser humanitären ‚Pflichtaufgabe‘ ablehnend gegenüber. Die christlich-soziale Schwesterpartei in Deutschland sieht das anders und nimmt 1500 Flüchtlinge auf. Wie ist das möglich? Wir fragen uns, gibt es einen so gravierenden Unterschied zwischen einer ‚schwarzen‘ und ‚türkisen‘ Positionierung?

Die inhumane Seite dieser Positionierung ist vermutlich u.a. wahltaktischen Gründen geschuldet. Sie vergisst dabei aber, dass mit diesem Akt auch ein Zeichen fehlender gesamteuropäischer Solidarität gesetzt wird. Dies stellt den Staatenbund der Europäischen Union grundlegend in Frage. Wenn Österreich die anderen Mitgliedsländer der EU in einer solch schwierigen Situation im Regen stehen lässt, dann ist der Zusammenhalt der ‚Union‘ zutiefst gefährdet. Diesen Zusammenhalt brauchen Österreich und die Staaten Europas aber nicht nur um diese humanitäre Krise zu lösen. Auch die Klimakrise wird z.B. nur solidarisch und gemeinsam gelöst werden können. Das reiche Österreich müsste hier als Vorbild vorangehen!

Pax Christi Österreich fordert als katholische Friedensbewegung deshalb von der Bundesregierung die umgehende Aufnahme eines anteiligen Kontingents von Flüchtlingen. Wir appellieren an die Österreichische Volkspartei sich nicht von populistischen Strömungen treiben zu lassen bzw. diese selbst zu befeuern, wenn etwa von ‚Emotionalisierung‘ in Bezug Hilfeforderungen die Rede ist. Wenn Europa nicht zur gemeinsamen Verantwortung im eigenen Haus bereit ist, kann jeder politische Akteur auf diese Weise einen Keil in das Gemeinschaftsprojekt treiben! Wir appellieren deshalb an die Bundesregierung und die Oppositionsparteien in dieser Notlage an einem gemeinsamen Strang zu ziehen!

 

Stellungnahme zur Verteilung von Flüchtlingen in Europa

Linz, 07.5.2020 — Friedensbewegung Pax Christi fordert Beteiligung Österreichs

Griechenland hält auf einigen Inseln flüchtende Menschen unter unhygienischen Bedingungen, eng zusammen gepfercht, fest. In einer Pandemie-Zeit ist dies eine mutwillige Erzeugung von “hotspots” der Covid19-Erkrankung und eine menschliche, medizinische und hygienische Untat. Griechenland, eines der ärmsten EU-Länder, hat wie Italien und Spanien das Problem, von vielen Flüchtenden aus Osten bzw. Süden zuerst erreicht zu werden (Dublin-Reglement). Dieses offenkundige Unrecht wird von anderen EU-Staaten ausgenutzt um dann eine Weiterreise und Verteilung der Flüchtlinge zu blockieren, welche die EU-Kommission immer wieder als einzig sinnvolle Lösung fordert.

Eine einheitliche Richtlinie für die Behandlung von Flüchtlingen nach der Genfer Konvention ist für die Europäische Union notwendig. Seit den Kriegsflüchtlingen aus Bosnien (1994/95) ringt die Kommission der EU um eine solche Gesetzgebung, scheitert dabei aber an nationalen Egoismen, die leider nicht nur von Ländern wie Ungarn, sondern auch von der österreichischen Bundesregierung vertreten werden. Diese Egoismen sorgen dafür, dass den südlichen EU-Staaten die dort ankommenden Flüchtlinge einfach “überlassen” werden. Als Reaktion hat Griechenland zu unverhältnismäßigen (Abwehr von Booten unter Lebensgefahr für die Insassen) und unwürdigen (Massenlager) Maßnahmen gegriffen.

Österreich soll seinen winzigen Anteil an der Verteilung der 46.000 in Griechenland zusammen gepferchten Menschen (es geht scheinbar um ca. 300 Personen) aufnehmen. Eine Koalition der “Willigen” kann dieses geringe Problem leicht menschlich lösen. Auch Deutschland und Frankreich, und weitere EU-Staaten haben ihre Mitwirkung bereits zugesagt.

Vor allem fordern wir die Bundesregierung auf: Unterstützen Sie die Bemühungen der EU-Kommission, ein einheitliches EU-Recht für die Aufnahme von Flüchtenden und die Durchführung korrekter Asylverfahren zu schaffen!

 

OFFENER BRIEF VON PAX CHRISTI ÖSTERREICH AN DIE IM NATIONALRAT VERTRETENEN PARTEIEN BEZÜGLICH ANTISEMITISMUS-ANTRAG

Linz, 30.1.2020 — Die außenpolitischen SprecherInnen aller fünf Parlamentsparteien haben im vergangenen Dezember einen gemeinsamen Entschließungsantrag „betreffend Verurteilung von Antisemitismus und BDS-Bewegung“ im Nationalrat eingebracht, der in absehbarer Zeit auch im Plenum beraten und beschlossen werden soll. Mit Recht wird dort auf die jahrhundertelange verhängnisvolle Geschichte sowie die besorgniserregende aktuelle Zunahme des Antisemitismus hingewiesen. Es ist daher zu begrüßen, dass der Nationalrat jede Form des Antisemitismus klar verurteilt und die Bundesregierung auffordert, antisemitischen Tendenzen entschlossen und konsequent entgegenzutreten.
Begrüßenswert ist auch, dass der Antrag ausdrücklich festhält, dass „sachliche Kritik an einzelnen Maßnahmen der Regierung Israels zulässig sein“ muss. Diese Aussage wird allerdings in der pauschalen Verurteilung der BDS-Bewegung wieder zurückgenommen, weil hier allen kritischen Anfragen undifferenziert Antisemitismus unterstellt wird. Wir stimmen nicht mit allen Forderungen der BDS-Bewegung überein und sind auch der Meinung, dass die pauschale Forderung eines Rückkehrrechts, das auf UN-Resolutionen basiert, Fragen aufwirft, die im Rahmen von Verhandlungen gelöst werden müssen, bei denen die Interessen beider Seiten berücksichtigt werden. Ebenso sprechen wir uns selbst nicht für einen pauschalen Boykott Israels aus, erkennen aber im Urteil des EuGHs vom 12. November 2019, dass Produkte aus israelischen Siedlungen in den seit 1967 besetzten Gebieten nicht als Produkte aus Israel bezeichnet werden dürfen, einen Hinweis für berechtigte Boykottmaßnahmen. Die von der BDS-Bewegung ausgesprochene Kritik der israelischen Siedlungs- und Besatzungspolitik darf nicht einfach als „israelbezogener Antisemitismus“ unterdrückt werden. Die Brandmarkung der gesamten internationalen BDS-Bewegung als „antisemitisch“ lehnen wir ab, da sie unter Schirmherrschaft des südafrikanischen Erzbischofs, Anti-Apartheid-Kämpfers und Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu steht und ihr weltweit – vor allem in den USA – auch zahlreiche christliche Kirchen und kirchliche Organisationen angehören, die Boykott und Sanktionen in der Tradition Mahatma Gandhis als Mittel im gewaltfreien Eintreten für Menschenrechte und gegen Unterdrückung verstehen.
Weiters stellen wir die Frage, warum in dem Antrag Israel mehrmals – im Sinne des im Vorjahr von der Knesseth beschlossenen Nationalstaatsgesetzes – als „jüdischer Staat“ bezeichnet wird, ohne dass die Rechte der nicht-jüdischen – vor allem palästinensischen – Bewohner auch nur erwähnt werden. In diesem Zusammenhang vermissen wir auch ein klares Bekenntnis zur Zweistaatenlösung auf Grundlage der entsprechenden Resolutionen der Vereinten Nationen, was auch die Anerkennung eines palästinensischen Staates einschließt.
Wir appellieren daher an die Proponenten des Entschließungsantrages sowie an alle im Nationalrat vertretenen Parteien, den Text noch einmal zu überdenken und eindeutig auf die realen Gefahren des Antisemitismus zu fokussieren, damit er nicht als einseitige Parteinahme für die derzeitige israelische Regierungspolitik sowie gegen die Rechte des palästinensischen Volkes interpretiert werden kann. Dies umso mehr, als sich Österreich im vergangenen Jahrhundert einen guten Namen als Vermittler in internationalen Konflikten – insbesondere auch im Nahostkonflikt – gemacht hat.

2019

Die Gefahrenlage der Welt verlangt nach der vorrangigen Option für die Gewaltfreiheit

Stellungnahme in Zeitschrift pax 3/2019 —
Die Gefahrenlage der Welt wird seit 1947 mit der Weltuntergangsuhr in der Zeitschrift der Atomwissenschaftler Bulletin of the Atomic Scientists angezeigt. Die aktuelle Lage wird mit zwei Minuten vor zwölf angegeben und erreicht damit den erst einmal im Jahre 1953 erreichten gefährlichsten Wert. Neben den Gefahren, die durch die vorhandenen Atomwaffen gegeben sind, werden ausdrücklich auch die Gefahren, die mit dem von uns Menschen verursachten Klimawandel einhergehen, genannt. Diese bedrohliche Gefahrenlage darf nicht zum Fatalismus eines „Nach uns die Sintflut“ führen, sondern muss hoffnungsvoll Wege aus der Gefahr suchen. Im Blick auf die Klimakrise ermutigt uns trotz seiner nüchternen Analyse der Weltlage der amerikanische Umweltaktivist Bill McKibben, der in seinem neuen Buch Die taumelnde Welt: Wofür wir im 21. Jahrhundert kämpfen müssen, neben der Solarenergie auch die Gewaltfreiheit zu jenen „Technologien“ zählt, die die drohende Apokalypse abwenden können.

Die wachsende Bedeutung der Gewaltfreiheit trifft auf eine Entwicklung in der katholischen Kirche, die sich seit Papst Johannes XIII. und seiner in der Enzyklika Pacem in terris (1963) getroffenen Aussage, dass der Krieg der Vernunft widerstrebt, immer deutlicher einer vorrangigen Option für die Gewaltfreiheit zugewendet hat. Papst Paul VI. forderte mit den Worten „Nie mehr Krieg! Nie mehr!“ 1965 die Vereinten Nationen zum Einsatz für den Frieden auf. Papst Johannes Paul II. wiederholte diese Worte in seiner Enzyklika Centesimus annus (1991) als er sich gegen den damaligen Krieg gegen den Irak aussprach. In einem Angelus-Gebet im Jahre 2007 hat Papst Benedikt XVI. im Anschluss an die Aufforderung zur Feindesliebe im Lukasevangelium (Lk 6,27) und der Bergpredigt im Matthäusevangelium (Mt 5-7) von der „Magna Charta der christlichen Gewaltlosigkeit“ gesprochen. Papst Franziskus unterstrich in seiner Botschaft zum Weltfriedenstag 2017 die politische Bedeutung der Gewaltfreiheit: „Gewaltfreiheit: Stil einer Politik für den Frieden“. Anstelle der Lehre vom gerechten Krieg steht heute eine Lehre vom gerechten Frieden. Pax Christi International hat die Catholic Nonviolence Initiative ins Leben gerufen, um die Gewaltfreiheit noch stärker ins Zentrum der katholischen Kirche zur rücken.

Pax Christi Österreich setzt sich für die vorrangige Option der Gewaltfreiheit ein, sodass auch in Österreich die Gewaltfreiheit immer stärker das Leben in Kirche, Gesellschaft und Politik bestimmen kann. Gemeinsam mit den jungen Aktivisten der „Fridays for Future“ gilt es, die Gewaltfreiheit auch im Einsatz für eine positive Klimapolitik fruchtbar werden zu lassen.

 

80. Jahrestag des Beginns des 2. Weltkriegs

Linz, 30.8.2019 — FÜR GERECHTEN FRIEDEN UND DIE VORRANGIGE OPTION DER GEWALTFREIHEIT

Pax Christi zum 80. Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkriegs
Vor 80 Jahren, am 1. September 1939, wurde mit dem deutschen Überfall auf Polen der
Zweite Weltkrieg ausgelöst. Innerhalb von 6 Jahren haben mehr als 60 Millionen Menschen
das Leben verloren, Zigmillionen wurden aus ihrer Heimat vertrieben und auch die
materiellen Schäden waren unermesslich.
Daran erinnert die kirchliche Friedensbewegung Pax Christi Österreich anlässlich des internationalen Antikriegstages. Der 1. September 1939 ist bis heute eine Mahnung für Versöhnung, Frieden und Gerechtigkeit. Gerade angesichts aktueller Bedrohungen des Friedens müssen Kirchen und Christen ihre Stimme erheben, wenn übersteigerter Nationalismus, Menschenverachtung und Rassismus wieder laut werden, wenn durch Militarismus, Rüstung und Rüstungsexporte die Kriegsgefahr wächst.
Pax Christi ist nach Ende des Zweiten Weltkrieges ursprünglich als Versöhnungswerk zwischen Deutschen und Franzosen entstanden, die sich zwischen 1939 und 1945 nicht zum ersten Mal in der Geschichte als Feinde im Krieg gegenüberstanden. Das Gedenken an die Opfer des Zweiten Weltkrieges muss auch die Selbstkritik der Kirchen und Christen über ihr eigenes historisches Versagen einschließen, betont Pax Christi Österreich.
Zugleich müssen Lehren aus der Geschichte gezogen werden, die zu einem grundsätzlichen Umdenken bezüglich der traditionellen kirchlichen Lehre vom „gerechten Krieg“ hin zu einer Lehre vom „gerechten Frieden“ führen müssen. Diese muss die prinzipielle Ablehnung aller atomaren und anderen Massenvernichtungsmittel beinhalten, darüber hinaus aber auch eine klare Absage an die Gewalt als Mittel zur Lösung zwischenstaatlicher und internationaler Konflikte.
Im Sinne der vom Vatikan und Pax Christi International ins Leben gerufenen „Catholic Nonviolence Initiative“ setzt sich auch Pax Christi Österreich für die „vorrangige Option der Gewaltfreiheit“ ein, sodass auch in Österreich die Gewaltfreiheit immer stärker das Leben in Kirche, Gesellschaft und Politik bestimmen kann.

 

RETTEN WIR DAS EUROPÄISCHE FRIEDENSPROJEKT!

Linz, 25.2.2019 — Für Frieden, Menschenrechte und ein Europa der Staaten

Die europäische Integration versöhnte nach dem 2. Weltkrieg verfeindete Staaten und stellt so ein weltweit modellhaftes Friedensprojekt dar. Auch heute brauchen wir ein Europa das Frieden und Menschenrechte fördert, und das auch jenseits seiner Grenzen. Die Europäische Union (EU) ist dazu aktuell die einzige gangbare Möglichkeit. Wir fordern deshalb die österreichischen Bürgerinnen und Bürger auf, an den Wahlen zum EU-Parlament am 26. Mai teilzunehmen.

Ab 2021 plant die EU jedoch, Milliarden von Euros in die europäische Waffenindustrie, gemeinsame europäische Militäroperationen und Grenzsicherungsmaßnahmen zu investieren. Friedensbildende Maßnahmen und die Einhaltung der Menschenrechte könnten so der Abwehr von Migranten und Flüchtlingen zum Opfer fallen.

Wir sind demgegenüber der festen Überzeugung, dass die EU die Herzen ihrer Bürgerinnen und Bürger immer nur als Friedensprojekt gewinnen kann, und nicht als Militärmacht. Daher fordern wir schon jetzt die Mitglieder des neugewählten Europaparlaments auf, sich bedingungslos für eine EU einzusetzen, die Frieden und Menschenrechte fördert. Konkret fordern wir,

+ dass die EU keine Waffen an kriegsführende Staaten liefert, sowie an solche, die Menschenrechte missachten, um Flüchtlinge und Migranten abzuhalten.

+ Wir fordern eine Erhöhung der EU-Mittel für die Förderung von gewaltlosen Konfliktlösungsstrategien und der Menschenrechtserziehung.

+ Wir lehnen auch die Bereitstellung von EU-Mitteln unter dem Titel „European Peace Facility“ ab, die für gemeinsame Militäroperationen eingesetzt werden sollen, die darauf abzielen, Migration zu verhindern. Dieser neue Fonds würde die eigenen Bestimmungen der EU bezüglich Waffenexporten unterminieren und verletzt den Vertrag von Lissabon.

 

2018

Angriffe der Türkei auf die Provinz Afrin in Nordsyrien müssen gestoppt werden!

Die kirchliche Friedensbewegung Pax Christi Österreich fordert die sofortige Beendigung der Angriffe türkischer Armeeinheiten auf die syrische Provinz Afrin. Nach Medienberichten sind auch Kinder, Frauen, Männer und ganze Familien durch türkische Bomben und Artilleriefeuer getötet worden. An der Invasion sind auch Kampfpanzer aus deutscher Produktion beteiligt.

Die Kriegsführung auf fremdem staatlichen Territorium im Rahmen der ‘Operation Olivenzweig’ ist in jedem Fall ein Bruch des Völkerrechts, indem die territoriale Integrität eines anderen Staates missachtet wird. Die Begründung der türkischen Seite, dass sich die Kampfhandlungen gegen den Aufbau eines kurdischen Staates an der Grenze zur Türkei richten, sind weit hergeholt und rechtfertigen das militärische Vorgehen nicht.

Wir appellieren deshalb an die Österreichische Bundesregierung, auf der Basis einer aktiven Neutralitätspolitik sowohl auf nationaler und internationaler Ebene engagiert und deutlich zur aktuellen Entwicklung in Nordsyrien Stellung zu beziehen. Wir ersuchen die neue Außenministerin, alles in ihrer Macht Stehende zur Beilegung der Kampfhandlungen zu unternehmen und diese Position in internationalen Gremien zu vertreten.

2017

Stellungnahme des Vorstands von Pax Christi Österreich zum Rücktritt von Bischof Scheuer als Präsident

Linz, 5. 7. 17 — Pax Christi Österreich bedauert den Rücktritt von Bischof Manfred Scheuer als Präsident der Friedensbewegung Pax Christi Österreich und dankt ihm für seine 12jähri­ge Präsidentschaft.
Im Zusammenhang mit dem Rücktritt von Bischof Scheuer wurde gegen Pax Christi öffent­lich der Vorwurf des Antisemitismus erhoben und sogar als angeblicher Rücktrittsgrund ge­nannt. Nicht nur wir weisen das entschieden zurück, sondern auch Bischof Scheuer hat in sei­ner Stellungnahme ausdrücklich erklärt: „Ich teile mit Pax Christi die entschiedene Verur­tei­lung des Antisemitismus, die mehrfach ausgedrückt wurde. Pax Christi Oberösterreich wurde in Mauthausen gegründet. Das Engagement für NS-Verfolgte und für das Gedenken der Opfer dieser Verbrechen gehört zum Kern des Engagements von Pax Christi“.
Pax Christi Österreich arbeitet seit Jahrzehnten für Frieden, Abrüstung und gewaltfreie Kon­fliktlösungen. In diesem Zusammenhang setzen wir uns auch – gemeinsam mit Pax Christi International – für eine Verständigung zwischen Israelis und Palästinensern auf der Grund­lage von Völkerrecht und Menschenrechten ein. In Übereinstimmung mit den Vereinten Na­tio­nen, der Europäischen Union und dem Heiligen Stuhl halten wir die Zweistaatenlösung nach wie vor für das beste Modell, um Selbstbestimmung und Sicherheit sowohl für die Israelis als auch die Palästinenser zu gewährleisten. Dazu gehört die Anerkennung des Exi­stenzrechtes des Staates Israel innerhalb international anerkannter Grenzen und sein Schutz vor existenzbedrohenden Angriffen aller Art ebenso wie das Recht der Palästinenser auf einen eigenen, existenzfähigen Staat in den von den Vereinten Nationen definierten Gren­zen. Mehr als 130 Staaten – darunter auch der Vatikan – haben Palästina übrigens bereits als Staat anerkannt.
Sowohl die Vereinten Nationen als auch die Europäische Union haben die derzeitige israeli­sche Siedlungspolitik als ein Haupthindernis für die Zweistaatenlösung bezeichnet. Gleich­zei­tig gibt es die Tendenz, Kritik an dieser Siedlungspolitik sowie anderen Menschen­rechts­ver­letzungen in Israel als „antisemitisch“ zu denunzieren. Diese missbräuchliche Verwen­dung des Begriffs „Antisemitismus“ als Instrument der politischen Auseinandersetzung be­deu­tet nicht nur eine Relativierung der furchtbaren historischen Verbrechen des wirklichen Antisemitismus, sondern trübt auch den Blick auf das tatsächliche Entstehen neuer Formen des Antisemitismus, die wir entschieden ablehnen und bekämpfen. Wenn Pax Christi gerade jetzt zum 50. Jahrestag der israelischen Besetzung Palästinas für das Ende dieser Besat­zung und für die Zweistaatenlösung eintritt, so hat das nichts mit „Antisemitismus“ zu tun, son­dern ist Ausdruck unseres grundlegenden Bekenntnisses zu Frieden, Gewaltfreiheit, Völ­ker­recht und Menschenrechten.

2016

29.11.2016: EUROPÄISCHE ANTWORTEN AUF EINE KÜNFTIGE US-POLITIK UNTER TRUMP. Pax Christi für ein Soziales Europa und Entspannungspolitik gegenüber Russland
Der überraschende Wahlsieg von Donald Trump bei den Präsidentenwahlen in den USA hat auch zu Diskussionen über die künftige EU-Politik geführt. Einerseits könnte die US-Wahl auch einen Rückenwind für rechtspopulistische Parteien und PolitikerInnen in Europa bedeuten, andererseits erfordern mögliche Rückzugstendenzen der künftigen US-Administration auch Antworten von Seiten der Europäischen Union.

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14.07.2016: Die EU nach dem Brexit-Votum – Friede in Europa muss weiterhin oberstes Ziel der österreichischen Politik sein
Der nach der Brexit-Abstimmung vorhersehbare Austritt Großbritanniens aus der EU stellt Europa vor eine neue Situation. Die EU und ihre Vorläuferinstitutionen hatten immer den Frieden zwischen den europäischen Staaten zum Ziel.
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13.04.2016: Novelle zum Asylgesetz von 2005
Das österreichische Parlament möchte mit der geplanten Gesetzesänderung die im internationalen Asylrecht zentrale Bestimmung außer Kraft setzen, dass jeder Asylantrag in einem Verfahren enden muss. Für Pax Christi ist dies äußerst problematisch.
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12.03.: Am Rüstungsatlas Österreich wird gearbeitet
Über 60 InteressentInnen trafen sich am 11.März in  Linz. Besprochen und diskutiert wurde die Arbeit an einem österreichischem Rüstungsatlas. 

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23.02.: Der Syrienkrieg, die Flüchtlingswelle und „der Westen“ – Europa hat andere Interessen als die USA
Um in Frieden leben zu können muss auch in der Nachbarschaft Friede sein. Europa scheint das vergessen zu haben. Erst seit Flüchtlinge und Terror Europa erreicht haben, gibt es nennenswerte Bemühungen, den Krieg um Syrien zu beenden.

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28.01.: Flüchtlingsgipfel und Menschenrechte
Der Gipfel von Regierung, Ländern und Gemeinden vom 20.1.2016 und der Beschluss einer „Obergrenze“ (ÖVP) bzw. eines „Richtwertes“ (SPÖ) bezüglich der Aufnahme von AsylwerberInnen widerspricht rechtsstaatlichen Prinzipien, dem Verfassungsrecht dem Völkerrecht. Weiterlesen

2015

15.11.: Pax Christi gegen Ausweitung des Syrien-Kriegs. Mehr Bomben führen nicht zu weniger Terror
Die Ausweitung des Bombenkrieges gegen den sog. Islamischen Staat in Syrien wird weder zu weniger Terror führen noch zu einer Konfliktlösung beitragen, betont die katholische Friedensbewegung PAX CHRISTI ÖSTERREICH. 
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22.10.: 2015 – Österreich 60 Jahre neutral! Eine solidarische Selbstverpflichtung, die auch heute gilt und dem Frieden dient!
Am 26. Oktober jährt sich zum 60. Mal der Tag an dem der österreichische Nationalrat das Bundesverfassungsgesetz über die immerwährende Neutralität beschlossen hat. Weiterlesen

20.10.: Flüchtlingskrise in Europa: Wir werden mit den Folgen der ‘Kriege gegen den Terror’ und der neoliberalen Weltordnung konfrontiert
Durch die Flüchtlinge, die in den letzten Wochen und Monaten zu uns kommen, werden wir auf schmerzliche Weise daran erinnert, dass wir in einer äußerst ungerechten Weltordnung leben Weiterlesen

15.10.: Israel/Palästina: Eskalation der Gewalt. Nur ein Ende der Besatzung kann Frieden bringen. Ein neuer Friedensprozess ist notwendig
Straßenschlachten und Messerattacken: Die Gewalt in Israel und in Palästina (Westjordanland) eskaliert. Mehr als drei durch Messerattacken von Palästinensern  ermordete Juden, mehr als 50 von der israelischen Armee erschossene Palästinenser Weiterlesen

01.09.: Hintergründe des Flüchtlingssterbens
„Angesichts der Katastrophe bin ich sprachlos. Aus Respekt vor den Toten, vor ihrem Leiden und ihrem Schicksal ist Schweigen und Innehalten angebracht“, so Bischof Manfred Scheuer, Präsident von Pax Christi Österreich in einer Erklärung vom 28.8.2015.
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10.07: Griechenland: Eine europäische Schuldenerlass-Konferenz ist nötig!
Pax Christi spricht sich für einen Verbleib Griechenlands in der Europäischen Union und in der Euro-Zone aus. Zugleich wirft die Griechenland-Krise grundlegende Fragen über die Orientierung der Europäischen Union im Allgemeinen und der Währungsunion im Besonderen auf. Weiterlesen

05.05: 70 Jahre – Befreiung der Konzentrationslager, Befreiung Europas
Am 8. Mai gedenkt Europa des Endes des Zweiten Weltkrieges und der Befreiung vom Nationalsozialismus vor 70 Jahren. Dieser Tag ist von zentraler Bedeutung für alle Friedensbewegungen und damit auch für Pax Christi. Weiterlesen

28.04: Westen mitverantwortlich an der Flüchtlingskrise – Westen muss Lösungsbeitrag leisten
Die Abschaffung der Visapflicht für SyrerInnen und LibyerInnen könnte als erste humanitäre Aktion größere Katastrophen verhindern, so Pax Christi Österreich in der aktuellen Stellungnahme zum Flüchtlingsdrama im Mittelmeer. Weiterlesen

26.03: ARMENIEN: 1915 – 2015. gedenken – mahnen – erinnern
Pax Christi Österreich lädt zu einer Veranstaltungsreihe im April/Mai 2015 ein: 
Anlässlich des 100. Jahrestages der Massaker an ArmenierInnen am 24. April 2015 erinnern wir uns dieser tragischen Ereignisse und ihrer Opfer und daran, dass ein Unrecht in dieser Form nie wieder geschehen darf. Weiterlesen

17.02.: Chance für Frieden in der Ukraine nützen!
Pax Christi Österreich begrüßt die Einigung der Staatschefs der Ukraine, Russlands und Frankreichs sowie der deutschen Bundeskanzlerin auf einen international über­wach­ten Waffenstillstand sowie den Beginn eines Friedens­prozesses in der Ukraine. Weiterlesen

03.02.: ROMABALL – Benefizveranstaltung
Bereits zum dritten Mal findet heuer in Innsbruck der Romaball statt: ein Benefiz für das Projekt Waldhüttl – ein Bauernhof in Innsbruck, um Straßenzeitungsverkäufern und anderen eine bescheidene Herberge zu bieten. weiterlesen

2014

25.11.: Die Gewalteskalation stoppen!
Pax Christi Österreich verurteilt entschieden die Ermordung von fünf Juden in einer Synagoge in Jerusalem. Die Tötung unschuldiger Menschen – noch dazu in einem Gotteshaus – kann durch nichts und schon gar nicht religiös gerechtfertigt werden. Weiterlesen

07.10.: Pax Christi Österreich fordert Überarbeitung des Entwurfes des Islamgesetzes
Die Bundesregierung stellt durch den Entwurf des neuen Islamgesetzes den Islam gewissermaßen unter „Generalverdacht“. Pax Christi appelliert daher an den Nationalrat, die Regierungsvorlage entsprechend zu überarbeiten. Weiterlesen

22.07.: Pax Christi für die Beendigung der tödlichen Angriffe auf Gaza
Pax Christi Österreich fordert die sofortige Einstellung der militärischen Angriffe Israels auf den Gazastreifen. Inzwischen sind bereits über 500 Palästinenser den israelischen Angriffen zum Opfer gefallen. Weiterlesen

10.07.: Die israelisch-palästinensische Gewalteskalation muss gestoppt werden!
Pax Christi Österreich ist über die Eskalation des Konflikts zwischen Israelis und Palästinensern entsetzt. Die israelische Regierung macht die Hamas für die Entführung von drei israelischen Talmudschülern und deren Ermordung verantwortlich. Weiterlesen

26.06.: Raketen aus Gaza setzen Fabrik in Südisrael in Brand
Pax Christi Österreich verurteilt Gewalt! Am 12. Juni 2014 kamen drei israelische Jugendliche nicht mehr heim – sie wurden im südlichen Westjordanland wahrscheinlich entführt. Israel reagiert mit unverhältnismäßig harten Maßnahmen. Weiterlesen

24.06.: Der Besuch Putins in Österreich ist eine große Chance
Der Besuch des russischen Präsidenten Putin in Österreich wird von Pax Christi Österreich positiv bewertet. Gespräche sind für den Frieden immer förderlicher als versteckte oder offene Drohungen. Weiterlesen

27.05.: Protest gegen die Zerstörung der Obstfarm eines christlichen Palästinenser in Bethlehem durch das israelische Militär
Am Montag, 19. Mai 2014, drangen um 8 Uhr morgens Bulldozer der israelischen Armee in den Obstgarten der Familie Nassar ein, entwurzelten mehr als 1400 etwa 10 jährige Obstbäume Weiterlesen

13.05.: Presseaussendung zur Situation im Osten und Süden der Ukraine
Europa kann nur verlieren wenn der Weg der politisch-militärischen und wirtschaftlichen Konfrontation gegangen wird.
 Die Situation im Osten und Süden der Ukraine hat sich in den letzten Wochen immer mehr verschärft. Weiterlesen

06.05.: Pax Christi zur EU-Wahl
Europäische Union: Friedensprojekt oder Brandstifter?
 Mit Besorgnis beobachten wir, dass sich die Europäische Union immer stärker nach innen in Richtung neoliberaler Wirtschafts- und nach außen in Richtung militärisch bestimmter Außenpolitik entwickelt hat. Weiterlesen

13.03.: Pax Christi Österreich und die Krise in der Ukraine
Mit großem Bedauern verfolgt Pax Christi Österreich die Entwicklungen in der Ukraine. Die Proteste in der Ukraine nahmen bekanntlich ihren Anfang, weil die legitime Regierung Janukowitsch das Assoziierungabkommen mit der EU nicht unterschrieb. Weiterlesen

25.01.: Pax Christi Österreich zu Syrien
Pax Christi Österreich begrüßt das Zustandekommen der internationalen Syrien-Konferenz in Genf und hofft, dass diese einen Beitrag zu einem gerechten Frieden für das leidgeprüfte Land und seine Bevölkerung leisten wird. Weiterlesen

2013

09.09.: Pax Christi: Obmama soll Friedensnobelpreis zurückgeben
Kirchliche Friedensbewegung fordert Dialog für Syrien – keine Kriegsultimaten! Barack Obama verstößt mit seiner Ankündigung, in Syrien auch ohne UNO-Mandat militärisch eingreifen zu wollen, nicht nur gegen das Völkerrecht, sondern auch gegen Weiterlesen

31.01.: Pax Christi solidarisiert sich mit Flüchtlingsprotest in der Wiener Votivkirche
Die kirchliche Friedens- und Menschenrechtsorganisation Pax Christi erklärt sich solidarisch mit den seit zwei Monaten protestierenden Flüchtlingen in der Wiener Votivkirche. Die Protestaktionen seien Ausdruck der Verzweiflung dieser Menschen Weiterlesen

24.01.: Nach der Volksbefragung
Gewaltfreiheit und Neutralitätspolitik stärken, Zivil- und Wehrdienste reformieren und Alternativen einer nicht militärischen Friedenspolitik entwickeln. Die Kommission Pazifismus/Antimilitarismus von Pax Christi Österreich will Weiterlesen

Für Aussendungen, die zwischen 2009 und 2012 getätigt wurden, kontaktieren Sie uns bitte.

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