Stellungnahme von Pax Christi Österreich zur Atomwaffenverbotsvertragskonferenz

Der aktuelle Krieg in der Ukraine und die von Russland ins Spiel gebrachten eigenen Atomwaffen führen der Menschheit deutlich vor Augen, wie gefährlich kriegerische Konflikte in unserer Welt sind, weil sie sehr leicht zu einem Nuklearkrieg eskalieren können. Die gegenwärtige Weltlage bestätigt den Aufruf von Papst Franziskus in seiner jüngsten Sozialenzyklika „Fratelli tutti“ von 2020, die „vollkommene Abschaffung von Atomwaffen“ als „Herausforderung“ und als „moralische und humanitäre Pflicht“ anzusehen.

Es ist heute klarer denn je: Sicherheit ist unmöglich, solange Atomwaffen existieren! Die Risiken einer nuklearen Katastrophe haben zugenommen. Die Welt braucht dringend einen realistischen und praktischen Plan, um diese Waffen endgültig loszuwerden. Pax Christi Österreich unterstützt alle Initiativen, die dazu beitragen, Atomwaffen zu ächten, ihren Transport zu verhindern, und ihren Einsatz zu verunmöglichen. Eine Abschaffung erscheint aus humanitären, sicherheitspolitischen und umweltbezogenen Gründen erforderlich. Da die Herstellung und Wartung dieser Waffen enorme Kosten verschlingen, die besser für Bildung, Gesundheit und soziale Belange ausgegeben werden sollten, sind sie auch aus wirtschaftlichen Gründen abzulehnen.

Die Unterzeichnung und Ratifizierung des 2021 in Kraft getretenen Atomwaffenverbotsvertrags durch inzwischen 87 Mitgliedsstaaten waren ein erster wichtiger Schritt in Richtung einer atomwaffenfreien Welt. Im Rahmen der Vereinten Nationen in Wien, werden unter österreichischer Präsidentschaft, die Vertragsstaaten des Atomwaffenverbots zum ersten Mal vom 21. bis 23. Juni 2022 zusammentreffen. Sie beraten darüber, wie die Ziele des Vertrags vorangetrieben werden können, die jetzt dringender denn je erscheinen. Als erste Regierungskonferenz über Atomwaffen seit Beginn des Ukraine-Krieges wird das Treffen die internationale Reaktion auf das erhöhte Risiko eines nuklearen Konflikts und einer Katastrophe leiten.

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