70 JAHRE – BEFREIUNG DER KONZENTRATIONSLAGER, BEFREIUNG EUROPAS

Am 8. Mai gedenkt Europa des Endes des Zweiten Weltkrieges und der Befreiung vom Nationalsozialismus vor 70 Jahren. Dieser Tag ist von zentraler Bedeutung für alle Friedensbewegungen und damit auch für Pax Christi.

Am 5. Mai, wenige Tage vor der Kapitulation der Deutschen Wehrmacht, wurde das größte Konzentrationslager auf österreichischem Boden, das KZ Mauthausen, durch US-Truppen befreit. Seit 1998 wird dieser Tag in Österreich offiziell als Gedenktag gegen Gewalt und Rassismus im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus begangen.

Die zentrale Botschaft dieser beiden Gedenktage lautet: Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg!

Bereits am 27. Jänner wurde des 70. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz und am 29. April der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau gedacht. Für Pax Christi Österreich waren diese Gedenktage ein besonderer Anlass, die Gedenkstätten zu besuchen und der grausamen Verbrechen zu gedenken, die an Juden, Roma, RegimegegnerInnen und anderen begangen wurden. Dachau wurde besucht, Auschwitz wird im September mit einer großen Delegation besucht werden. Bei den Gedenkfahrten wird nicht nur vor Ort der Verbrechen gedacht, vielmehr wird auch der zeitgenössische Antisemitismus und Rassismus thematisiert.

Das Erstarken von rechtslastigen nationalistischen, antisemitischen und islamfeindlichen Parteien in Europa gibt Anlass zur Nachdenklichkeit. Es gilt, den Anfängen zu wehren! Neben dem Besuch von Gedenkstätten legt Pax Christi Österreich besonderen Wert darauf, dass Orte, an denen sich Antisemitismus, Judenhass und Judenverfolgung ereignet haben, Orte an denen das menschenverachtende System des Nationalsozialismus gewütet und gemordet hat, mit gebührendem Respekt in Erinnerung gerufen werden.

In allen Bundesländern wird dessen gedacht. In Innsbruck wird ein entsprechender Stadtrundgang für den Herbst vorbereitet. Er wird vom Anhaltezentrum Reichenau im Osten durch die Stadt bis zum Widerstandszentrum „Waldhüttl“ im Westen der Stadt führen. Dort wurde eine Widerstandsgruppe verraten, ins Anhaltezentrum Reichenau gebracht und dann im Konzentrationslager Auschwitz oder Buchenwald ermordet. Die Orte sollen uns daran erinnern, zu welchen Verbrechen Menschen fähig sein können. Pax Christi Österreich gedenkt der Opfer und bemüht sich, insbesondere der Jugend den Gegenwartsbezug zu vermitteln. Auch heute ist die Gefahr unmenschlicher Taten an Andersdenkenden, Andersgläubigen, anders Sprechenden und anders Aussehenden nicht gebannt.

Innsbruck, am 3. Mai 2015

J. Windischer
Generalsekretär

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