Pax Christi Tirol im Gespräch mit Roy Bourgeois

4.9.2013:  Pax Christi Tirol im Gespräch mit Roy Bourgeois

"Meine Erfahrungen im Kampf um Frieden und Gerechtigkeit"

Er erzählte, wie er zu seinem Engagement für die soziale Gerechtigkeit fand, wie er dieses Engagement 40 Jahre lang zum zentralen Fokus seines Priesterdienstes machte, und wie dieses Engagement zu seinem Einsatz für die Ordination von Frauen zu katholische Priesterinnen führte. Am 19. November 2012 wurde Pater Roy informiert, dass der Vatikan ihn des Priesteramts enthoben hat und er aus seinem Orden, den Maryknoll Missionaren, seiner Glaubensgemeinschaft, der er 46 Jahre lang angehörte, ausgestoßen wurde – und das alles weil er sich weigerte, über die Ungerechtigkeit des Ausschlusses der Frauen vom Priestertum zu schweigen

Roy Bourgeois, 74, wuchs im rassengetrennten Süden der USA auf. Ursprünglich wollte er auf den Ölfeldern von Texas reich werden und studierte Geologie.
Zurück aus dem Vietnamkrieg trat er in den Missionsorden Maryknoll ein, wurde Priester und arbeitete u.a. in Bolivien, wo er vom Regime Banzer 1977 ausgewiesen wurde. Mehr und mehr engagierte er sich gegen Krieg und Gewalt und wurde zum entschiedenen Kritiker der US-amerikanischen Außenpolitik in Lateinamerika. Nach der Ermordung von 4 Mitschwestern sowie des Bischofs Oscar Romero in El Salvador gründete er 1990 die Initiative SOA-Watch mit dem Ziel der Schließung der School of the Americas, einer Ausbildungsstätte für lateinamerikanische Militärs in den USA. Seine Teilnahme an gewaltfreien Protestaktionen brachte Bourgeois insgesamt mehr als 4 Jahre Gefängnis ein. 2005 wurde Bourgeois der Aachener Friedenspreis verliehen. 2010 wurden er und die SOA-Watch für den Friedensnobelpreis nominiert.

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Autorin: Elisabeth Stibernitz
Foto: Heidemarie Haller

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