Gewaltfreier Widerstand gegen ICE: Religiöse Führer vereint in Minneapolis
Eine historische Mobilisierung religiöser Führer gegen ICE in Minneapolis: Am 22. und 23. Januar 2026 wurde Minneapolis zum Schauplatz einer beispiellosen Mobilisierung von Hunderten religiöser Führer aus den gesamten Vereinigten Staaten, um die Aktionen von ICE (Immigration and Customs Enforcement) zu verurteilen. Unter ihnen war Marie Dennis, ehemalige Co-Präsidentin von Pax Christi International und Koordinatorin des Catholic Institute for Nonviolence. Diese Mobilisierung, geprägt von Gebeten, Liedern und Aktionen gewaltfreien Widerstands, ist Teil der Tradition von Pax Christis Kampf für Gerechtigkeit und Menschenrechte.
Ein Aufruf zum spirituellen und kollektiven Widerstand
Mehr als 200 religiöse Führer, die verschiedene spirituelle Traditionen repräsentierten, folgten dem Aufruf lokaler Organisationen wie MARCH (Multifaith Antiracism, Change & Healing). Ihr Ziel: die von ICE gegen Einwanderergemeinschaften, insbesondere Latinos und Somali, ausübte Gewalt zu dokumentieren und ein Ende willkürlicher Verhaftungen und Massenabschiebungen zu fordern. Die Teilnehmer patrouillierten in den von Bundesagenten ins Visier genommenen Vierteln, beobachteten und dokumentierten deren Handlungen und boten bedrohten Familien moralische Unterstützung an.
Marie Dennis, eine sinnbildliche Figur der Gewaltfreiheit, wurde zusammen mit anderen religiösen Vertretern vor dem Minneapolis-St. Paul während dieser friedlichen Aktion und nach einem langen Tag freigelassen. Die Organisatoren sagten, religiöse Führer hätten gemeinsam gebetet, Hymnen gesungen und Geschichten von Menschen geteilt, die Opfer von ICE-Razzien geworden waren, während sie Fluggesellschaften wie Delta aufforderten, die Zusammenarbeit mit der Bundesbehörde einzustellen.
Widerstand, der in Glauben und Geschichte verwurzelt ist
Diese Mobilisierung wurde direkt von Bürgerrechtskämpfen inspiriert, wie etwa dem in Selma 1965, bei dem religiöse Führer eine Schlüsselrolle spielten. Die Teilnehmer riefen die Erinnerung an Martin Luther King Jr. hervor und erinnerten uns daran, dass Widerstand gegen Unterdrückung eine moralische Pflicht ist. „Wir können angesichts des Leidens unserer Nachbarn nicht schweigen“, sagte ein Pastor, der vor Ort anwesend war.
Die Handlungen religiöser Führer haben auch die Solidarität der lokalen Gemeinschaften hervorgehoben. Somalische Händler boten den patrouillierenden Geistlichen heiße Getränke an, während Einwandererfamilien ihre Dankbarkeit für die schützende Präsenz ausdrückten.
Klare und dringende Forderungen
Die Teilnehmer formulierten vier Hauptforderungen:
- Der sofortige Rückzug von ICE aus Minnesota.
- Die rechtliche Verantwortung des Agenten, der Renee Good, eine Einwohnerin von Minneapolis, getötet hat.
- Die Einstellung der Bundesfinanzierung für ICE und eine Untersuchung seiner Menschenrechtsverletzungen.
- Das Engagement lokaler Unternehmen, jegliche Zusammenarbeit mit der ECI abzulehnen.
Diese Forderungen wurden auf einer Pressekonferenz kommuniziert, bei der Persönlichkeiten wie Bischöfin Mariann Budde von der Episkopalkirche in den Vereinigten Staaten die „willkürlichen Festnahmen“ verurteilten und zu „geistlichem und kollektivem Widerstand“ aufriefen.
Eine Bewegung, die über Minneapolis hinausgeht
Diese Mobilisierung ist erst der Anfang. Die Organisatoren fordern ein dauerhaftes Engagement der Gläubigen, Einwandererfamilien zu unterstützen und repressiven Maßnahmen zu widerstehen. „Was in Minneapolis passiert, bleibt nicht in Minneapolis“, warnten sie und betonten die Bedeutung nationaler Solidarität.
Marie Dennis und das Catholic Institute for Nonviolence verkörpern diese Vision: Gewaltfreiheit ist keine Passivität, sondern eine aktive Kraft für Gerechtigkeit. Die Verhaftung dieser Demonstranten symbolisiert den Mut derjenigen, die – geleitet von ihrem Glauben – sich weigern, angesichts der Ungerechtigkeit zu schweigen.


