Bericht: Generalversammlung mit Studientag von Pax Christi in Linz

Frühjahrsgeneralversammlung von Pax Christi Österreich

Aufgeklärter Pazifismus
Teilnehmer*innen aus 7 Bundesländern trafen sich , um sich über aktuelle Friedensthemen auszutauschen.
Im Studienteil der Frühjahrs-Generalversammlung von Pax Christi Österreich, die vom 20. bis 21. März 2026 im Linzer Priesterseminar stattfand, sprach Prof. Olaf L. Müller von der Berliner Humboldt-Universität über das Thema Aufgeklärter Pazifismus. In seinem Referat ging Müller unter anderem auf Suchstrategien aus Wissenschaft und Verteidigungspolitik zu einem relativen Pazifismus als Weltsicht ohne moralische Dogmen ein. Er rief dazu auf, zu bedenken, dass die allermeisten Menschen erst einmal keine brutalen Monster sind, und daher in positiver Weise zu beinflussen seien.
Als ein Beispiel für eine erfolgreiche Strategie von gewaltfreiem Widerstand ging er auf die Rosenkranzrevolution auf den Philippinen ein, bei der es unter anderem gelang, Mitglieder der Marcos-Diktatur auf die Seite des Volkes zu ziehen. Der gewaltfreie Widerstand bedeutet keine Passivität, kann genauso scheitern wie der bewaffnete Kampf, bietet aber ein breites Spektrum von höchstem Risiko über ausdauerndes Engangement im Verborgenen bis hin zu spektakulären Taten von hoher Symbolkraft.
Ziel ist nicht Territorialverteidigung, sondern im Fall einer Besatzung möglichst viel dessen zu verteidigen, was die Lebensweise der Menschen ausmacht. Gewaltfreier Widerstand ist als Ergänzung oder Alternative zu militätischer Verteidigung zu sehen, was im konkreten Fall die bessere Alternative ist, muss im konkreten Einzelfall in Erwägung gezogen werden.