Pax Christi gegen Kopftuchverbot im öffentlichen Dienst

Dialog und Zusammenarbeit der Religionen auf Basis von Gleichberechtigung und gegenseitigem Respekt sind für Pax Christi Teil kirchlicher Friedensarbeit. Im Zusammenhang mit der aktuellen Diskussion über ein Kopftuchverbot im öffentlichen Dienst erinnert die kirchliche Friedensbewegung an die Aussage von Papst Franziskus: "Wenn eine muslimische Frau ein Kopftuch tragen will, muss sie das tun können, ebenso wie ein Katholik, der ein Kreuz tragen will"

Viele MuslimInnen empfinden die Forderung nach einem Kopftuchverbot im öffentlichen Dienst als einseitige Diskriminierung ihrer Religion. Frauen, die aus religiösen Gründen das Kopftuch tragen, würden dann de facto ein Berufsverbot erhalten. Der Hinweis des Integrationsministers auf die "Vorbildfunktion" des öffentlichen Dienstes bedeutet außerdem, dass Frauen mit Kopftuch offenbar keine Vorbilder sein können. Diese Abwertung ist ungerecht und erschwert darüber hinaus die Integration muslimischer Frauen.

Das Kopftuch generell als Zeichen von Zwang und Unterdrückung zu betrachten, ignoriert die Tatsache, dass viele Kopftuchträgerinnen dies nicht nur freiwillig tun, sondern auch durchaus selbstbewusst und emanzipiert sind. Wenn der Staat Bekleidungsvorschriften erlässt, so müssen diese sachlich begründet und für die spezifische Berufsausübung notwendig sein (z. B. Sicherheits- oder Hygienebestimmungen), was auf ein allgemeines Kopftuchverbot im öffentlichen Dienst sicherlich nicht zuträfe und deshalb ein unzulässiger Eingriff des Staates in die persönliche Freiheit sowie die freie Religionsausübung wäre.

Pax Christi appelliert deshalb an die Bundesregierung – insbesondere den Integrationsminister -, im Rahmen des neuen Integrationsgesetzes auf das Kopftuchverbot zu verzichten.

 

 

 

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