Hiroshima Gedenken

Am 6. August 1945 wurde erstmals eine Atombombe auf bewohntes Gebiet – die Großstadt Hiroshima in Japan – abgeworfen. Zum Gedenken an dieses Inferno werden jedes Jahr Veranstaltungen abgehalten.

Die Hiroshima-Veranstaltung in Wien beginnt am Hiroshima-Tag, Sonntag 6. August 2017, um 18:00 Uhr am Graben, Ecke Kohlmarkt (ACHTUNG – NEUER ORT wegen Umbauarbeiten auf dem Stephansplatz) und wird um ca. 20:30 Uhr mit einem Laternenmarsch vom Graben zum Teich vor der Karlskirche abgeschlossen. Weitere Veranstaltungen findet man auf http://www.hiroshima.at/

Für die Katholische Kirche hat Bischof Manfred Scheuer zum diesjährigen Hiroshima-Tag folgende Stellungnahme abgegeben:

Die katholische Kirche begrüßt das von 122 Staaten beschlossene UN-Abkommen zum Verbot von Atomwaffen. Das Abkommen kann das Bewusstsein dafür schaffen, dass die Sicherheit eines Landes sowie jene aller Länder nicht darin besteht, eine Atombombe zu besitzen, sondern darin, dass kein Land sie besitzt. Das Abkommen kann zu einem Bewusstseinswandel beitragen für den Dienst zugunsten der ganzheitlichen Entwicklung des Menschen. Bislang hat es kein Verbot für Atomwaffen gegeben, wohingegen die weniger zerstörerischen chemischen und biologischen Waffen bereits verboten sind. Der Vertrag sieht ein vollständiges Verbot der Entwicklung und Lagerung von Atomwaffen vor. Auch die Androhung ihres Einsatzes soll nicht mehr erlaubt sein. Das Ziel muss eine Vernichtung sämtlicher Nuklearwaffen sein. Nur so kann es einen wirklichen Frieden geben. Die katholische Kirche hat auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) jeglichen Einsatz von Nuklearwaffen als „Verbrechen gegen Gott und den Menschen“ verurteilt (GS 80). Dieser Rüstungswettlauf wurde von der Kirche klar verurteilt, denn er „ist eine der schrecklichsten Wunden der Menschheit, er schädigt unerträglich die Armen; er ist ein unerträgliches Ärgernis.“ (Gaudium et spes 81; Populorum progressio 53) Der Einsatz von Massenvernichtungswaffen wurde radikal verurteilt: „Jede Kriegshandlung, die auf die Vernichtung ganzer Städte … und ihrer Bevölkerung unterschiedslos abstellt, ist ein Verbrechen gegen Gott und gegen den Menschen.“ (GS 80) Geächtet wurden die Atomwaffen, verpönt aber auch das Halten von Atomwaffen zur Abschreckung (Paul VI.) Papst Johannes Paul II. hat ohne „Wenn“ und „Aber“ jeden Krieg als große Niederlage der Menschheit gebrandmarkt. Zuletzt hat Papst Franziskus im März 2017 ein weltweites Verbot von Atomwaffen gefordert. Er spricht von einem „humanitären Imperativ“. Es könne keinen Frieden geben, solange Staaten sich „gegenseitige Zerstörung oder gar totale Auslöschung“ androhten.

Bischof Manfred Scheuer, Linz

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