Weltfriedenstag 2026 in Innsbruck: silent together in peace

Am 1. Jänner, dem Weltfriedenstag der römisch-katholischen Kirche, kamen ca. 80 – 100 Menschen mit den verschiedensten weltanschaulichen Hintergründen, aus unterschiedlichen spirituellen Traditionen und mehreren Organisationen zu unserer schon traditionellen interreligiösen Friedenskundgebung. Es war schön, dass sich auch 2026 wieder so viele Menschen am ersten Tag des Jahres versammelten, um ihre Sehnsucht nach Frieden, ihren Willen zum Frieden und ihren Einsatz für Frieden, gemeinsam zu zeigen.

Es war ein mutmachendes Zeichen, dass auch so viele offizielle Vertreter:innen der verschiedenen Religionsgemeinschaften und des öffentlichen Lebens der jährlichen Einladung – im Wesentlichen von Pax Christi Tirol und der Gemeinschaft Sant`Egidio – so treu nachkamen, an diesem Tag ein gemeinsames Zeichen zu setzen, dass der Wert des Friedens uns alle eint.

Jedes Jahr gibt es zum Weltfriedenstag auch eine Papst-Botschaft, die im Voraus veröffentlicht wird. Für 2026 stammte sie erstmals von Papst Leo XIV., der das Mühen um Frieden als Kernauftrag seines Amtes sieht – hin zu einem „unbewaffneten und entwaffnenden Frieden“ für die Welt, wie er es formuliert.

Angesichts der Gewalt, die unsere Welt so fest im Griff zu haben scheint; angesichts von so vielem, was verstört und zerstört, was trennt und hetzt, wollten wir bei unserem diesjährigen Zusammenkommen auch dem Schweigen Raum geben – „Silent together for peace“:

  • Schweigen, wo wir keine gemeinsamen Worte haben oder finden
  • Schweigen als Ausdruck unserer Sprachlosigkeit angesichts der Gewalt, die über die Welt tobt; ein Ausdruck unserer Ratlosigkeit, was wir als Friedensbewegung dieser Gewalt entgegensetzen können

Unser Schweigen verstanden wir aber nicht als Passivität.

  • Unser Schweigen gegen den Lärm der Kriege. Wir glauben, dass ein Innehalten notwendig ist, um aus der Logik von Krieg und Gewalt aussteigen zu können. Wir hoffen und beten um dieses Innehalten als ersten Schritt weltweit.
  • Im Schweigen ringen wir um Hoffnung.
  • Im Schweigen wollen wir uns selbst bereit machen für einen Schritt der Vergebung auf den anderen zu – einen Schritt, der oft mehr Mut kostet als das Verharren in Konflikt, Ablehnung und Vorurteil.

Nach einer ersten Schweigeminute gab es Impulse von den Vertreter:innen der Religionsgemeinschaften und des öffentlichen Lebens: für die römisch-katholische Kirche sprach Bischof Hermann Glettler, für die evangelische Kirche Superintendent Olivier Dantine. Vizebürgermeister Georg Willi vertrat die Stadt, Frau Azemina Masetic das Islamische Forum Tirol, Max Valtingojer die neuapostolische und Matthias Lauer die altkatholische Kirche. Weitere kurze Statements zu „Frieden durch Vergebung“, gab es vom muslimischen Religionspädagogen Durmus Gamsiz, von Schwester Notburga als Vertreterin der Ordensgemeinschaften und von Wolfgang Palaver, dem Präsidenten von Pax Christi Österreich. So entstand quasi ein Sprach-Puzzlebild unserer Friedenshoffnung!

Bevor es zum Aufwärmen bei Tee und Keksen in die nahe gelegene „Kirche im Herzen der Stadt“/ Spitalskirche ging, sangen wir noch gemeinsam „We Shall Overcome“.

Mit den gesammelten Spenden konnten wir Friedensprojekte von Janina Zang in Israel/Palästina und die Flüchtlingshilfe Doro Blancke unterstützen.

Sammlung einiger Statements:

Durmus Gamsiz

Azemina Masetic

Max Valtingojer

Georg Willi