Pax Christi fordert den Aufbau Sozialer Verteidigung in Österreich
Fast täglich ruft Papst Leo XIV. zum Frieden auf und warnt davor, sich an den Tisch der Aufrüstung statt an den des Dialogs zu setzen. In unseren kriegerischen Zeiten wird nicht nur in Europa, sondern auch in Österreich zunehmend mehr Geld für die Rüstung ausgegeben. Auch wenn es im Bereich der defensiven Drohnen- und Raketenabwehr Neuanschaffungen bedarf, wäre es fatal, zu glauben, die militärische Aufrüstung allein könnte langfristig den Frieden garantieren.
Im Rahmen der Generalversammlung von Pax Christi Österreich hielt der Berliner Philosoph Olaf Müller einen Vortrag über aufgeklärten Pazifismus und erklärte dabei seinen Vorschlag, in Deutschland eine der Gewaltfreiheit verpflichtete soziale Verteidigung als ergänzende Alternative zum Wehrdienst aufzubauen. Als Beispiel verwies er unter anderem auf die gewaltfreie Revolution, die in den Philippinen zum Sturz der Diktatur von Ferdinand Marcos führte.
Pax Christi Österreich fordert im Anschluss an Müllers Überlegungen dazu auf, als ersten Schritt einer aufzubauenden sozialen Verteidigung im Zuge der Wehrdienstreform in Österreich neben der Möglichkeit der Ableistung des Wehrdienstes oder des Zivildienstes als dritte Variante einen entsprechenden Dienst zu ermöglichen.
Während die zivile Verteidigung Teil des militärischen Sicherheitskonzeptes bleibt, ist die soziale Verteidigung der Gewaltfreiheit verpflichtet. Ihr Ziel ist nicht die Verteidigung von Grenzen und Territorien, sondern der Schutz der Lebensweise. Es geht um die Verteidigung von Demokratie, Menschenrechten und dem solidarischen Miteinander, das nicht auf Druck einer möglichen Besatzungsmacht preisgegeben werden darf. Je resilienter eine Gesellschaft schon heute ist, desto stärker kann sie gewaltfreien Widerstand im Konfliktfall leisten. Der Vorteil der sozialen Verteidigung besteht vor allem auch darin, dass dadurch schon heute die gesellschaftliche Resilienz gestärkt wird.


