Leidenschaftlicher Papstappell: “Waffenhandel – die Wurzel allen Übels!”

Wer sind die, die in Konflikte hinein Waffen verkaufen? Ein leidenschaftlicher Appell des Papstes in seiner Ansprache während des letzten Termines in Jordanien. Am Jordan, der Taufstelle Jesu, traf er Flüchtlinge aus Syrien. Mit wütender Stimme rief er: „Wer gibt Krisenländern Waffen, um den Konflikt zu verlängern?“ Seit drei Jahren werde das Land durch einen „brudermörderischen Konflikt“ zerfleischt, dessen Wurzel Hass und „die Geldgier der Waffenhersteller und des Waffenhandels“ sei. Man müsse „für diese armseligen Leute beten, damit sie sich bekehren“.

Vergewaltigungen, Skorpione in den Zelten, Gewalt und Pädophilenbordelle: Im Mega-Flüchtlingslager Zaatari in Jordanien, wo über 130.000 Flüchtlinge aus Syrien leben, ist der Alltag die Hölle. Einen Besuch in Zaatari konnte Papst Franziskus bei seinem Aufenthalt in Jordanien nicht machen, denn das zweitgrößte Flüchtlingslager der Welt liegt allzu nah an der syrischen Grenze. Doch etwa 600 junge Flüchtlinge und Behinderte konnten dem Papst in einer Kirche ganz nah von „Bethany beyond the Jordan“ begegnen. „Es war mein großer Wunsch, auf meiner Pilgerreise euch zu treffen“, sagte ihnen Franziskus.

„Wir sind tief bewegt von den Tragödien und den Verwundungen unserer Zeit, besonders von denen, die durch die noch
offenen Konflikte im Nahen Osten verursacht werden. An erster Stelle denke ich an Syrien, das durch einen Bruderkrieg zerrissen wird, der bereits seit drei Jahren andauert, schon unzählige Opfer gefordert und Millionen von Menschen gezwungen hat, als Heimatvertriebene und Verbannte in anderen Ländern zu leben.“
Franziskus dankte Jordanien „für die großherzige Aufnahme“ von Vertriebenen aus Syrien und aus dem Irak. Allein aus Syrien hat die UNO 600.000 Flüchtlinge in Jordanien offiziell registriert, die tatsächliche Zahl liegt wohl deutlich darüber. Die Caritas stehe, so betonte der Papst, „den Bedürftigen ohne Unterschied des Glaubens und der ethnischen oder ideologischen Zugehörigkeit bei“.
„Ich wende mich an die Internationale Gemeinschaft, damit sie Jordanien in der Bewältigung des humanitären Notstands, der sich aus dem Zustrom einer so hohen Anzahl von Flüchtlingen auf seinem Territorium ergibt, nicht allein lässt, sondern ihre Unterstützungs- und Hilfsaktion fortsetzt und steigert. Und ich erneuere meinen äußerst besorgten Aufruf zum Frieden in Syrien. Möge die Gewalt aufhören und das humanitäre Recht geachtet werden, indem der leidenden Bevölkerung die notwendige Hilfe garantiert wird!“

„Gott bekehre die Gewalttätigen“ – Franziskus rief die streitenden Parteien in Syrien eindringlich dazu auf, die Waffen niederzulegen. Im vergangenen Herbst hatte der Papst in Rom einen Tag des Fastens und Betens für einen Frieden in Syrien durchgeführt.
„Alle sollen den Anspruch aufgeben, die Lösung der Probleme den Waffen zu überlassen, und stattdessen zum Verhandlungsweg zurückkehren. Die Übereinkunft kann nämlich einzig durch den Dialog und die Mäßigung erreicht werden, durch das Mitgefühl mit den Leidenden, durch die Suche nach einer politischen Lösung und durch das Verantwortungsgefühl für die Mitmenschen.“

Der Papst bat die Jugendlichen, sich seinem Gebet um den Frieden anzuschließen. Sie sollten ihre täglichen Mühen Gott darbringen: „Auf diese Weise wird euer Gebet besonders wertvoll und wirksam.“ Sie sollten engagiert, aber auch „mit Feingefühl“ am Aufbau einer Gesellschaft mitarbeiten, „welche die Schwächsten, die Kranken, die Kinder und die Alten achtet“.
„Am Ende dieser Begegnung drücke ich noch einmal den Wunsch aus, dass Vernunft und Mäßigung siegen mögen und Syrien mit Hilfe der Internationalen Gemeinschaft zum Weg des Friedens zurückfinde. Gott bekehre die Gewalttätigen und diejenigen, die Kriegspläne hegen; er stärke Herz und Geist der Friedenstifter und belohne sie mit reichem Segen!“

Autor: Dieser Text stammt von der Webseite http://de.radiovaticana.va/news/2014/05/24/leidenschaftlicher_papstappell:_%E2%80%9Ewaffenhandel_%E2%80%93_die_wurzel_allen/ted-801760
des Internetauftritts von Radio Vatikan, 25.Mai 2014

 

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