Pax Christi-Friedensbewegung fordert Schließung eines privaten Gewalttrainingscamps in Mureck/Stmk.

Die „International Security Academy Israel“ (ISA)1) nennt als ihr Ziel, Menschen gegen Gewalt und Terrorismus zu wappnen. Pax Christi Österreich lehnt das von dieser Firma im steirisch-slowenischen Grenzland eröffnete Security Camp entschieden ab.
In Österreich gibt es zur Zeit keine erhöhte Terrorgefahr. Der Schutz durch die Exekutive ist ausreichend, ein solches Zentrum daher überflüssig und für das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung sogar schädlich.

Es ist zu befürchten, dass die Anleitung zu Gewalttätigkeit nur zu einer Zunahme der Gewaltbereitschaft und Enthemmung führt, was absolut abzulehnen ist. Österreich ist ein friedliches Land, das auf Basis seiner Neutralität den Weg der gewaltfreien Konfliktlösung weiter gehen sollte und sich nicht an irgendwelchen ausländischen Geschäftsmodellen orientieren soll, die Angst und Unsicherheit schüren.

Pax Christi Österreich lehnt eine Militarisierung der Gesellschaft und die Aufrüstung privater Haushalte ab. Welch furchtbare Folgen der leichte Zugang zu Waffen hat, zeigt sich immer wieder in den USA. Selbstverteidigungskurse in sportlichen Einrichtungen geben allen Menschen die Möglichkeit, Selbstschutztechniken zu erlernen. Dies ist klar abzugrenzen von einer paramilitärischen Ausbildung inklusive Schusswaffentraining!

Sicherheit zu gewährleisten ist eine Kernaufgabe des Staates. Das Murecker Camp ist ein verhängnisvoller Schritt in Richtung auf die Einrichtung selbsternannter privater Bürgerwehren, die vorgeben, Bürger vor vermeintlichen Übergriffen zu schützen. Dieser Entwicklung muss eine klare Absage erteilt werden. Zurecht stößt sie auf massive Ablehnung in der Bevölkerung.
Hingegen sind verstärkt Bemühungen zu unterstützen, gewaltfreie Konfliktlösungen zu trainieren und Maßnahmen zu setzen, die zu einem friedlichen Miteinander beitragen können. Im Religions- und Ethikunterricht der Schulen sind friedensbezogene Themen oft und intensiv zu behandeln.
Der Aufbau ziviler Friedensdienste ist dringend notwendig.

Sicherheit ist ein menschliches Grundbedürfnis, das zugleich zwiespältig ist. Betont man es zu stark, schlägt es über den Mechanismus der Angst sehr rasch in neue Unsicherheit und Unfreiheit um. Nicht Angst, sondern das befreiende „Fürchtet Euch nicht!“ der Weihnachtsbotschaft ist die Basis für das Erkennen notwendiger Konfliktlösungen.
Aus christlicher Sicht ist die Anwendung von Gewalt abzulehnen und sind alle Menschen aufgerufen, zu einem friedlichen und solidarischen Miteinander beizutragen.

Linz/Graz 21. 12.2018

1)In einer großen mit blauem Teppich belegten Tennishalle gleich hinter dem italienischen Hotel-Restaurant begannen am Vormittag die ersten Trainingseinheiten. Zugegen war dabei auch der Gründer der ISA, der angebliche Mossad-Agent Mirza David, der versicherte: „Wir trainieren, um besser mit Gewalt und Terrorismus jeglicher Art umzugehen.“ Auf der Homepage der ISA ist auch von „Combat Shooting“ – also Schießübungen – die Rede. Wörtlich heißt es: „Lasse dich nicht von den ‚Bösen Jungs‘ terrorisieren – werde einer von uns.“  ORF News 19.12.2018

 

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