30.4.2013 Dauernde Konflikte mit Siedlern (Immatin / Far´ata Palästina)

30.April

In der Nachbarschaft besuchten wir (EAPPI Team Tulkarm)die Familie Fuat und Manal Chanin. Ihr Familenbestitz (ca. 2 ha) grenzt an ein Settlement.
Wiederholt wurde die Familie von den Siedlern aus ihren Olivenhainen vertrieben. Sie fanden letztes Jahr auch keine Arbeiter mehr, welche sich auf die Olivenhaine wagten. Alle haben Angst vor der Unberechenbarkeit der Siedler. Die Siedler sind in der Regel bewaffnet, ritten oft durch ihren Grund und vertrieben Besitzer und Arbeiter. In der Folge wurden Olivenbäume umgesägt, und auch Grund zum Straßenbau enteignet. Seit einigen Jahren werden zudem noch industrielle Abwässer des Settlements in die Felder und Ölhaine abgeleitet. Wir begleiteten Fuat und Manal auf die Felder: die Olivenhaine wurden in den letzen Monaten vernichtet. Wir folgten den verzweifelten Leuten. „Look ,what they have done, schau , was sie getan haben, hier standen 80 gute, schöne Ölbäume, schau, wir sterben jeden Tag ein bisschen mehr, ganz langsam.“, so Fuat.

In einem Konflikt in einem nahegelegenen Settlement (israel. Siedlung) in der Nähe Tukarms wurde ein Siedler erschossen. Unmittelbare Vergeltungsschläge wurden und werden befürchtet. Palästinenser wagten sich in der Region nicht mehr auf die Felder, welche in der Nähe von Settlements liegen, vermieden bestimmte Routen, um befürchteten Schießereien und auch Steinwürfen zu entgehen.

Auf Grund der angespannten Lage vermieden wird den Besuch von weiteren palästinensischen Olivenhainen, die in bedrohten Gebieten liegen, ließen uns allerdings aus gesicherter Entfernung die Lage erklären.“ Auch wenn meine Arbeit immer wieder zerstört wird, ich komme immer wieder“, es ist mein Land.

Als Begleiter (EA – ecumenical accompaniment) stehe ich meist völlig hilflos neben palästinensischen Bauern, die nicht aufgeben wollen und werden. Was mich berührt: sie bedanken sich immer wieder, dass wir da sind, obwohl wir völlig hilflos und machtlos neben ihnen stehen.

 

 

J. Windischer (EAPPI)

Dieser Beitrag wurde unter EAPPI-Blog: Eindrücke aus der Westbank veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.