Eine starke Antwort

Überraschend viele, einige hunderte Menschen beteiligten sich am Gedenken anlässlich der abscheulichen Terrorakte in Frankreich vor dem „Goldenen Dachl“ in Innsbruck.

Friedensforum und Markus Koschuh, kritischer Kabarettist und Satiriker, moderierten die Kundgebung. Auch überraschend viele Politiker und VertreterInnen von Religionsgemeinschaften waren da, gaben ein klares Zeugnis gegen Gewalt, aber auch gegen Xenophobie. Einstimmiger Tenor: Wir lassen uns nicht teilen. Landtagspräsident Herwig van Staa eröffnete die Stellungnahmen, Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer hinterfragte, ob die politische Repräsentanz nicht demokratischer werden könnte: Frauen und Männer, jung und alt, alle religiösen Traditionen gehören demokratischer in der Politik vertreten.

Vertreter der muslimischen und auch der alevitischen Tradition nahmen klar und scharf Stellung. Mord und Terror haben keinen Platz im Islam. Esther Fritsch, Vertreterin der IKG, bestärkte, es sei ein Muslim gewesen, der beim Überfall den Juden half. Bischof Manfred Scheuer beklagte die immer stärker werdende „Missachtung“ von Menschen. Superintendent der evangelischen Kirche Olivier Dantine warnte vor Rassismus und Antisemitismus. Koschuh zum Schluss: Meinungsfreiheit gilt für alle Menschen, für Gläubige und Nichtgläubige. Alle müssen mit Satire leben können.

In Schweigeminuten wurde der Toten gedacht. Ein großer Konsens. Pax Christi war dabei: mit Trauer, mit Herz und Seele.

Jussuf Windischer, 11.1.2015. 

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