Ukraine-Krieg – und Gesinnungswandel?

Warum?

Wir sagen nicht Flüchtlinge
es sind unsere Gäste,

so klingt heute
die freundliche Stimme
eines Präsidenten,
der es vor kurzem
noch zuließ,

dass an einer seiner Grenzen
Menschen erfroren,
die genauso auf der Flucht waren
vor Krieg und Zerstörung,
darunter Kinder und Frauen.

Niemand kam damals
auf die Idee von Gästen
zu sprechen.
Eher von Eindringlingen
und illegalen Flüchtlingen,
von Figuren im Schachspiel
eines Diktators.

Worin aber unterscheiden
sich die einen von den anderen?
Warum öffnet man den einen
in Ländern Europas die Türen
so offenherzig,
Gott sei Dank!!!,
den anderen aber kaum?

Leiden die einen
nicht genauso
wie die anderen
an Kälte,
an verlorener Heimat,
an Angst vor der Zukunft
und um die Seinen?

Ja mehr noch,
jenes Europa,
das heute so
bewundernswert hilft,

zieht woanders
gleichzeitig Mauern hoch,
einer Festung gleich

und lässt Menschen,
die genauso vor Krieg
und Zerstörung fliehen,
ertrinken vor seinen Toren
oder darben in griechischen Lagern.

Warum eigentlich?
Warum?

Sind die einen nicht
genauso Menschen
wie die anderen?
Und um nichts weniger
unsere Nächsten?

Stefan Schlager, 26.3.2022

Der Autor ist Theologe und Referatsleiter für Erwachsenenbildung der Diözese Linz

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