„Wir wissen, wir werden nicht zerbrechen“

Vortrag und Lesung mit
Sumaya Farhat-Naser
Friedensaktivistin, Buchautorin und Trägerin mehrerer Friedenspreise

Montag,     24. März 2014 um 19.30 Uhr im Tagungshaus Wörgl

Dienstag,  25. März 2014 um 19.30 Uhr im Haus der Begegnung, Rennweg 12, Innsbruck

Mittwoch,  26. März 2014 um 19.30 Uhr im Pfarrsaal Imst

9783857874369Sie spricht über ihr Engagement gegen Hoffnungslosigkeit und Resignation in ihrer Heimat Palästina und liest aus ihrem neuen Buch „Im Schatten des Feigenbaumes.“ „Unser Land wird uns systematisch weggenommen“: Durch ihre politisch brisante Aussage über israelischen Raub von Ländereien und Wasserquellen, Zerstörung der Olivenhaine, Weinberge und Felder im Westjordanland, gibt sie Einblick in eine Realität der Verdrängung, die in Europa kaum wahrgenommen wird.
Sie lehrt in Schulen und Frauengruppen mit großem Engagement gewaltfreie Kommunikation und den Umgang mit Konflikten.
 

 

ökum. Landesgruppe Tirol
vorläufige Kooperationspartner (je nach Veranstaltungsort unterschiedlich):
Haus der Begegnung, Bildungshaus Wörgl, Bildungshaus St. Stefanus Karres, Kath. Frauenbewegung, Basisgemeinde Micha, Evangelisches und kath. Bildungswerk

EUROPA – hart an der Grenze

Vortrag mit Diskussion und Vertiefungsworkshop
Elias BIERDEL

Autor, Journalist, Menschenrechts-Aktivist,

Gründer der Organisation „borderline-europe – Menschenrechte ohne Grenzen e.V.“, Experte für Migration und Grenz- Management am Österreichischen Studienzentrum für Frieden und Konfliktlösung (ÖSFK)

Vortrag: Dienstag, 5. November 19:30, Haus der Begegnung

Vertiefungsworkshop: Mittwoch, 6. November 9:30-12:20, Haus der Begegnung
 

Täglich gibt es neue Nachrichten von den Grenzen Europas: Menschen flüchten nach Europa und scheitern… an der Wüste, am Mittelmeer, an den Transportmöglichkeiten, an den Grenzbehörden, an polizeilichen Kontrollen. Und am Europäischen Migrationsregime.

Ausgehend von eigenen Erfahrungen an Bord des deutschen Hilfsschiffs "Cap Anamur", dem im Juni 2004 die Rettung von 37 afrikanischen Schiffbrüchigen gelang, nimmt uns Bierdel mit auf eine Reise an die Ränder Europas, wo im Dienste vermeintlicher "Sicherheitsinteressen" ein Menschenleben für die Strategen der Abwehr oft nicht mehr zählt. Dabei steht vor allem die fragwürdige "Grenzsicherung" auf See mit ihren tausenden, anonymen Opfern im Mittelpunkt. Aber auch die hochgerüsteten Zäune um Ceuta und Melilla- der spanischen Enklaven in Marokko – das Elend der Abschiebelager und die eskalierende Gewalt an den Land-Grenzen werden geschildert.

Anhand von zahlreichen, exklusiven Fotos und Dokumenten beschreibt Elias Bierdel die Zustände an den europäischen Außengrenzen und welche Formen die "Festung Europa" angenommen hat – und mit welchen Mitteln an den Grenzen Flüchtlinge und MigrantInnen daran gehindert werden, auf EU-Territorium zu gelangen.

Die aktuellen Ereignisse fordern die Möglichkeit, neue gesellschaftliche Formen des Zusammenlebens zu finden, die allen Menschen ihren Platz einräumen.

Mehr Informationen auf: http://www.dibk.at/index.php?portal=13

Eine gemeinsame Veranstaltung von Caritas Integrationshaus, Diakonie Flüchtlingsdienst, FLUCHTpunkt, Haus der Begegnung, Initiative Minderheiten Tirol, Innovia –Wege zur Chancengleichheit, Pax Christi Tirol und Plattform Rechtsberatung FÜR MENSCHENRECHTE.

 

Pax Christi Tirol im Gespräch mit Roy Bourgeois

4.9.2013:  Pax Christi Tirol im Gespräch mit Roy Bourgeois

"Meine Erfahrungen im Kampf um Frieden und Gerechtigkeit"

Er erzählte, wie er zu seinem Engagement für die soziale Gerechtigkeit fand, wie er dieses Engagement 40 Jahre lang zum zentralen Fokus seines Priesterdienstes machte, und wie dieses Engagement zu seinem Einsatz für die Ordination von Frauen zu katholische Priesterinnen führte. Am 19. November 2012 wurde Pater Roy informiert, dass der Vatikan ihn des Priesteramts enthoben hat und er aus seinem Orden, den Maryknoll Missionaren, seiner Glaubensgemeinschaft, der er 46 Jahre lang angehörte, ausgestoßen wurde – und das alles weil er sich weigerte, über die Ungerechtigkeit des Ausschlusses der Frauen vom Priestertum zu schweigen

Roy Bourgeois, 74, wuchs im rassengetrennten Süden der USA auf. Ursprünglich wollte er auf den Ölfeldern von Texas reich werden und studierte Geologie.
Zurück aus dem Vietnamkrieg trat er in den Missionsorden Maryknoll ein, wurde Priester und arbeitete u.a. in Bolivien, wo er vom Regime Banzer 1977 ausgewiesen wurde. Mehr und mehr engagierte er sich gegen Krieg und Gewalt und wurde zum entschiedenen Kritiker der US-amerikanischen Außenpolitik in Lateinamerika. Nach der Ermordung von 4 Mitschwestern sowie des Bischofs Oscar Romero in El Salvador gründete er 1990 die Initiative SOA-Watch mit dem Ziel der Schließung der School of the Americas, einer Ausbildungsstätte für lateinamerikanische Militärs in den USA. Seine Teilnahme an gewaltfreien Protestaktionen brachte Bourgeois insgesamt mehr als 4 Jahre Gefängnis ein. 2005 wurde Bourgeois der Aachener Friedenspreis verliehen. 2010 wurden er und die SOA-Watch für den Friedensnobelpreis nominiert.

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Autorin: Elisabeth Stibernitz
Foto: Heidemarie Haller

Pax Christi Kärnten – Begegnung mit Kontaktpersonen

Was tut sich alles in Kärnten? Was liegt Besonderes an der Kärntner Realität?

Eingeladen wurden wir (Jussuf und Vroni Windischer) am 27.10.2013 zu  einer sogenannten „Thomasmesse“ in Klagenfurt. Ein derartiger Gottesdienst  dauert länger, MitarbeiterInnen sind eingebunden, es wird den TeilnehmerInnen Raum und Zeit geboten. Man ist auch willkommen, wenn man ungläubig ist (Thomas).  Auffallend war  die Bereitschaft  der TeilnehmerInnen Kontakt aufzunehmen: freundliche, manchmal interessierte Blicke, Begrüßungen, herzhafte Musik, man betet, aber man schaut sich auch in die Augen. Jedesmal begleitet jemand anders die Vorbereitung und Durchführung. Pfarrer Johannes Staudacher war diesmal treibende Kraft und hat  moderiert. Wir wurden eingeladen, über den Friedenseinsatz in Israel und Palästina zu berichten. Während des Gottesdienstes gab es einen Gesprächskreis, daneben gab es aber auch Leute, die die Stille oder die Klagemauer aufsuchten oder auch einen Segen brauchten. In der Thomasmesse werden Themen erörtert und bedacht, die Pax Christi zutiefst zueigen sind. Diesmal ging es um den Friedensdienst in Palästina/ Israel;  das nächste Mal geht es um „Kärnten/ Koroska – unser Land“ aus der Sicht von zwei Chören, einer in der slowenischen, der andere in der deutschen Sprache verwurzelt, sie möchten über Jahre ein gemeinsames Projekt des „Miteinanders“ verwirklichen.

Am darauffolgenden Tag, am 28.10.2013 trafen sich im Kloster Wernberg  sechs namhafte Persönlichkeiten der engagierten Kärntner Kirche, um das Engagement für Friede, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung und über Pax Christi zur reden.

Es handelte sich um die Kärntner Realität. Ingrid Zablatnik, eine geborene Oberösterreicherin, die in eine slowenische Familie eingeheiratet hat, engagiert sich mit der slowenisch sprachigen Volksgruppe, ihr Herzensanliegen ist die Bewahrung, Wiederherstellung, Respektierung der Zwei- und Mehrsprachigkeit. Die gleiche Augenhöhe muss und soll bewahrt werden, das wäre die Zukunft Kärntens. Pax Christi vor Ort – es ist noch ein brennendes Problem, aber auch eine Chance. Zablatnik erinnerte auch an den Engel von Auschwitz, Maria Stromberger, gebürtige Kärntnerin. Mit Zlabatnik arbeitet Monika Pirker. Sie kommt aus der Sozialarbeit, engagiert sich zudem als Ornitologin nicht nur um den Vogelschutz, es geht um die Bewahrung der Schöpfung: ein Herzensanliegen von Pax Christi.

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Aktuelle Termine Pax Christi Tirol

31.10.2013:
um 19 Uhr
im Haus der Begegnung Pax Christi Stammtisch zum Thema: " A B C – Waffen in Syrien und anderswo" (Impulsreferat von Alejandro Boucabeille mit anschließender Diskussion)

29.11. 2013:
ab 19 Uhr Pax Christi Tirol kocht „Spatzln“ im Dinnerclub (Caritas Integrationshaus, Gumppstr.) Anschließend berichten Vroni und Jussuf über ihren EAPPI-Einsatz in Israel/ Palästina

4.12. 2013:
um 6.30 Uhr Rorate mit Bischof Manfred im Haus der Begegnung

 

Gedenken 75 Jahre November Pogrom

Um den 9. November 1938 wurde in ganz Deutschland ein gegen die jüdische Bevölkerung gerichteter und von langer Hand geplanter Pogrom in Gang gesetzt. In Wien wurden im Verlauf des Pogroms 42 Synagogen und Bethäuser in Brand gesteckt und verwüstet. Tausende jüdische Geschäfte und Wohnungen wurden, so sie nicht bereits in den Monaten vorher arisiert worden waren, geplündert und beschlagnahmt. Insgesamt 6.547 Wiener Juden kamen in Haft, knapp unter 4.000 davon in das KZ Dachau. Auch in den Bundesländern wurden Synagogen und Gebetshäuser zerstört sowie Geschäfte und Wohnungen der noch nicht vertriebenen Juden geplündert und beschlagnahmt……
An diesen Tagen gibt es besondere Veranstaltungen in ganz Österreich. Im Gedenken und in der Trauer ist Pax Christi dabei.

Veranstaltungen:

Steyer 7. Nov 17.00 Gedenkfeier am Jüdischen Friedhof Steyr

Bregenz 8. Nov.19.30 „Dass wir in Bregenz waren, darüber haben wir geschwiegen…“
(Theater Kosmos – Mariahilferstr.29)

Wien 9. Nov.17.00 Mechaje hametim – Der die Toten auferweckt,
ökumenischer Gedenkgottesdien
(Ruprechtskirche Judengasse)

Innsbruck 9. Nov 17.30 Gedenken am jüischen Freidhof und Schweigemarsch zum
Landhausplatz, Kadish

(Städt. Westfriedhof Egger Lienzstr.)

Salzburg 9. Nov. 17.30 Erinnerung die bewegt
(Linzergasse 5)

Klagenfurt 9. Nov. 16.00 Mahnwache wider das Vergessen
(Alter Platz )

Graz 9. Nov. 19.00 75 Jahre Reichsprogromnacht in Graz
(David Herzogplatz 1)

Lustenau 9. Nov. 20.00 Gedenkstättenenthüllung : Opfer von Gewalt und Diktatur
(vor dem Rathahaus)

Eisenstadt 10. Nov 18.00 Lesung: Ihr sollt die Warhheit erben Anita Lasker- Wallfisch
( jüd. Museum Unterbergstr.6)

„Wir dürfen jedoch nicht nur in die Vergangenheit blicken, sondern müssen für unsere Gegenwart und Zukunft aus der Geschichte lernen. Auch heut gilt es, stets wachsam zu sein und das Überschreiten moralischer Grenzen genau zu beobachten. Wir alle sind immer wieder gefordert, antisemitische und rassistische Äußerungen und Handlungen zu erkennen und mit gebotener Eindeutigkeit zu verurteilen.“ Mag.a Barbra Prammer, Präsidentin des Nationalrats

Die Veranstaltungen sind online abrufbar unter:
www.parlament.gv.at/gedenken_novemberpogrome

Autor: Jussuf Windischer

Gaza Fakten

Gaza und die Blockade

Seit 2007 leben die 1,7 Millionen Bewohner von Gaza – mehr als die Hälfte davon Kinder – unter einer strengen Blockade, die die Bewegung von Menschen und Gütern (einschließlich medizinischer Versorgung, Baumaterial, Ersatzteile für Maschinen, Heizmaterial, Chemikalien, Rohmaterial für industrielle Produktion, elektrische Ausrüstung etc.) nahezu unmöglich macht. Nach Erhebungen der UN OCHA (= UN Office for the Coordination of Humanitarien Affairs) sind die Resultate dieser Blockade:

  • In der ersten Hälfte 2013 durften weniger als 200 Personen Gaza in Richtung Israel verlassen;
  • 57 % der Haushalte in Gaza erleben Nahrungs-Engpässe und ungefähr 80 % erhalten Nahrungshilfe in irgendeiner Form;
  • 35.5 % aller Arbeitsfähigen und Arbeitswilligen sind arbeitslos – eine der höchsten Arbeitslosenraten weltweit;
  • Wegen der Brennstoffknappheit betragen die Stromausfälle täglich in den meisten Bereichen Gazas bis zu 12 Stunden;
  • Nur 25 % der Haushalte in Gaza erhalten täglich Fließwasser, und dann nur stundenweise.
  • Über 90 % des aus den Wasserleitungen in Gaza entnommenen Wassers sind  für den menschlichen Gebrauch unsicher; die nötigen Filtereinrichtungen können (dürfen) jedoch  nicht nach Gaza eingeführt werden;
  • Während der ersten Hälfte 2013 durfte täglich weniger als eine LKW-Ladung an Gütern aus Gaza ausgeführt werden.
     

Die Blockade wurde von Israel mit Unterstützung der USA eingerichtet, um die Hamas zu  schwächen. Nach mehr als sechs Jahren ist es jedoch klar, dass die Blockade ein totaler Fehler war. Die Hamas wurde durch diese Maßnahme nicht geschwächt. Die Sicherheit in Israel wurde nicht verbessert. Und die Friedenserwartungen zwischen Israelis und Palästinensern  sind nicht realistischer geworden. Was jedoch bewirkt wurde, ist eine Zunahme der Armut und des Leidens für die Zivilbevölkerung von Gaza.

Lesen Sie die Berichte des „American Friends Service Committee“  über „Gaza und die Blockade“ auf http://afsc.org/resource/gaza-under-siege

Übersetzung: Gerhilde Merz

Vertreibung von Beduinen aus der Wüste in Israel verhindern

Pax Christi Deutschnland und Rabbiner für Menschenrechte bitten Bundesregierung und Parteien um Unterstützung.  Die Pax Christi Deutschland-Nahost-Kommission hat sich gemeinsam mit den Rabbinern für Menschenrechte mit der Bitte an Bundesregierung und Fraktionsvorsitzende im Deutschen Bundestag gewandt, möglichst umgehend mit den in Israel für den „Prawer-Begin-Plan“ Verantwortlichen Kontakt aufzunehmen. Es geht darum, die Sorgen und Bedenken der internationalen Gemeinschaft darzulegen, falls dieser Plan im israelischen Parlament verabschiedet und umgesetzt würde. Dr. Manfred Budzinski, der Sprecher der Nahost-Kommission, betont: „Gegenwärtig sind etwa 40.000 Beduinen in Gefahr, infolge dieses Planes ihre Häuser und ihre Grundstücke zu verlieren."  Dieses Gesetzgebungsverfahren hat in den letzten Wochen zu zahlreichen Protesten in Israel, Palästina und der ganzen Welt geführt. Schon in den vergangenen Jahren hat die internationale Gemeinschaft wiederholt ihre Kritik gegen den Plan zum Ausdruck gebracht. Im März 2012 hat der UN-Ausschuss für die Beseitigung für Rassendiskriminierung Israel aufgefordert, die vorgeschlagene Umsetzung der Rechtsvorschriften des Prawer-Begin-Plans wegen erkennbarer Diskriminierung zurückzuziehen. „Bereits im Juli 2012“, so Manfred Budzinski, „verabschiedete das Europäische Parlament eine Resolution, in der Israel aufgefordert wurde, diesen Plan und seine Politik der Verdrängung, Vertreibung und Enteignung zu stoppen.“ Am 24. Juni 2013 hat das israelische Parlament, die Knesset, in erster Lesung das „Gesetz zur Regelung der Beduinen in der Negev-Settlement“, auch „Prawer-Begin-Plan“ genannt, mit 43 zu 40 Stimmen verabschiedet. Der Gesetzentwurf wird nun von dem Ausschuss für Inneres und Umwelt für die zweite und dritte Lesung in Kürze vorbereitet. Dieser Plan sieht vor, 40 Prozent der Beduinen, die heute in sogenannten „nicht anerkannten Dörfern“ leben, in vom Staat dafür vorgesehene Areale umzusiedeln. Der Plan legt außerdem fest, dass die Beduinen nur zu 50 Prozent für den Verlust des Landes entschädigt werden. Die nationalreligiöse Partei „Jüdisches Heim” (Vorsitzender ist Naftali Bennett) hat in letzter Minute den folgenden Zusatz durchgebracht: Den Beduinen soll nur eine begrenzte Zeit  für die Akzeptanz dieser Kompensation zugestanden werden (die dann zugleich deren Zustimmung zur Konfiszierung des Landes bedeutet).  Falls sie aber in diesem Zeitraum die Kompensation nicht unmittelbar annehmen sollten, verlieren sie ihr Recht auf Kompensation. Nach der Umsetzung des "Prawer-Begin-Plans" soll das Land für jüdische Staatsangehörige zur Verfügung gestellt werden.
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Lampedusa- Überlegungen

Etliche Landesgruppen von Pax Christi  veranstalteten oder beteiligten sich in diesen Tagen an den Gedenkfeiern zu Lampedusa.
„Lass die Tiefe nicht mich verschlingen“ /Ps.69,16), so das  Thema  vom 17.10. bei einem Gedenken in Innsbruck, einem Gottesdienst im Gedenken an 390 Menschen, die vor der Küste von Lampedusa ertrunken sind.
Fast unerträglich: in der Liturgie versanken 290 Glaskugeln einzeln  in einer Wasserschüssel, symbolisch für 290 Menschen, Männer, Frauen und Kinder, deren Überlebenskampf und Hoffnungen im Meer versanken. Wir trauerten, weinten und beteten.

Erinnerungen wurden wach:

  • Vor einigen Jahren empfing ich am Abend 2 Afrikaner im Caritas Integrationshaus, die direkt von Lampedusa, in einem Container versteckt, nach Innsbruck kamen. Sie kamen ins Integrationshaus, sie kamen zum Dinnerclub und kannten sich nicht mehr aus, sie klammerten sich an die Tischkante, sie hatten dien Boden unter den Füßen verloren, zitterten, schauten wirr durch die Gegend , bevor sie in der Kapelle erschöpft einschliefen.
  • Vor einigen Jahren besuchte ich Nouakchott in Mauretanien: mein Freund, Bischof P. Martin Happe zeigte mir den kleinen Hafen, aus dem die Flüchtlingsboote auslaufen, er klagte über die vielen Toten, er klagte über die Verzweiflung der Flüchtlinge und sprach auch über seine Versuche die Deutsche Bischofskonferenz von dieser Realität zu informieren.
  • Vor einigen Jahren besuchte ich Bamako (Mali): ein verarmtes Land. Am Markt gibt es Zwiebel und Produkte aus der EU, sie sind billiger als die Zwiebeln und Produkte Malis. Mit Dumpingpreisen macht die EU den Markt von Mali, auch von Mauretanien und anderen Ländern kaputt; Chinesen kauften damals ganze Landstriche auf, andere sicherten sich die Rechte, um den Giftmull und Schrott an den Küsten ins Meer abzuwerfen und zu versenken.
  • Vor einigen Jahren klagten Verantwortliche in Mali, wie Hunderte und Aberhunderte von Flüchtlingen an der Festung Europa abprallten , wenn sie überlebten, zurückgeschickt wurden, von FRONTEX (von EU subventioniert) in die Wüste und auch gegen Süden getrieben wurden; einige starben in  Anhaltelagern, in der Wüste, allzu viele starben in Flüchtlingslagern oder verhungerten auf dem Heimweg
  • Vor einigen Tagen erreichten uns die Hiobsbotschaften aus Lampedusa.

 

Wie reagiert die EU, wie die Politik, wie reagiert Österreich. Die Festung Europa wird beschworen. Stimmen der besseren Grenzabsicherung werden laut. Die Mittel der Entwicklungszusammenarbeit werden auf einen neuen beschämenden Tiefststand heruntergesetzt. Der Kampf gegen Schlepper bzw. Fluchthelfer soll verschärft werden. Wie sollen denn die Leute fliehen? Sicher nicht via Visumsantrag, via Asylantrag an die jeweilige Botschaft, auch nicht via Reisebüro und regulär gebuchtem Flugzeugticket. Flucht ist viel grausamer und viel bitterer. Ohne Schlepper bzw. Fluchthelfer gelingt keine Flucht, ob man viel oder wenig zahlen muss: egal. Der bittere Preis der Zynismen der jeweiligen Innen- und AußenpolitikerInnen der EU Staaten ist den Flüchtlingen sicher. Die Zynismen überschlagen sich und werden nicht nur Pax Christi MitarbeiterInnen zu viel, sondern allen Bürgern und Bürgerinnen, die sich Menschlichkeit und  Humanismus bewahrt haben. 
 

Innsbruck 17.Okt. 2013
Dr. J. Windischer
Gerneralsekretär Pax Christi Österrreich

Veranstaltungsübersicht (Pax Christi Oberösterreich)

>> Sa 26. Oktober 2013, ab 9.30 Uhr
Taferl-Wallfahrt am Staatsfeiertag: "Den Weg mit Franziska gehen" (am 6. Jahrestag der Seligsprechung von Franz Jägerstätter)
Richtberg-Taferl, Reindlmühle, bei Altmünster am Traunsee
Kontakt: Erna Putz (0699) 1179 4665

 

>> Fr 15. November 2013, 13.30 Uhr (Mittagessen: ab 12.30 Uhr)
Pax-Christi-Besinnungstag 2013 "Kleider machen Leute"
Cardijn-Haus, Kapuzinerstraße 49, 4020 Linz
Anmeldung: bei Pax Christi OÖ
 

>> Di 10. Dezember 2013, 19.00 Uhr
Ökumenisches Friedensgebet
Cardijn-Haus, Kapuzinerstraße 49, 4020 Linz
 

>> 15.-22. Februar 2014
Diözesanwallfahrt ins Heilige Land (mit eigenem Friedenschwerpunkt)
Nähere Infos: Pax Christi OÖ