Pax Christi gegen Abschiebung von Flüchtlingen nach Afghanistan


Nach österreichischem Recht darf niemand in ein Land abgeschoben werden, in dem ihm Tod droht. Genau das passiert aber derzeit in Österreich, kritisiert die kirchliche Friedensbewegung „Pax Christi“.

Während mehrere europäische Länder die Abschiebungen nach Afghanistan wegen der sich verschlechternden Sicherheitssituation gestoppt haben, hat die österreichische Bundesregierung in den letzten Monaten die Rückführungen nach Afghanistan sogar forciert. Pax Christi Österreich unterstützt daher die u. a. von Volkshilfe, Diakonie, SOS Mitmensch und Amnesty International getragene zivilgesellschaftliche Kampagne „#sichersein“, die den sofortigen Stopp von Abschiebungen nach Afghanistan fordert. Das österreichische Außenministerium schreibt selbst über die dortige Sicherheitslage: „Im ganzen Land besteht das Risiko von gewalttätigen Auseinandersetzungen, Raketeneinschlägen, Minen, Terroranschlägen und kriminellen Übergriffen einschließlich Entführungen, Vergewaltigungen und bewaffneter Raubüberfälle.“ Deshalb wird allen österreichischen Staatsbürgern dringend geraten, das Land zu verlassen. Nach Meinung von Pax Christi ist es daher völlig unverständlich, warum die Bundesregierung Menschen in ein Land abschiebt, in dem ein Aufenthalt für Österreicher unzumutbar ist.

Darüber hinaus kritisiert Pax Christi, dass immer mehr Menschen – inkl. ganze Familien – abgeschoben werden, die sich in Österreich bereits gut integriert haben, deutsch sprechen, Schulen besuchen bzw. einen Lehr- oder Arbeitsplatz haben. Diese Abschiebungen sind nicht nur aus menschlicher Sicht abzulehnen, sondern sind darüber hinaus auch volkswirtschaftlich schädlich, wie gerade kürzlich eine Studie an der Linzer Universität nachweist. In diesem Zusammenhang unterstützt Pax Christi Österreich ausdrücklich das öffentliche Plädoyer von Kardinal Christoph Schönborn sowie der Diözesanbischöfe Klaus Küng und Manfred Scheuer, das humanitäre Bleiberecht großzügiger anzuwenden.

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