Pax Christi International und Pax Christi Österreich gedenken 71 Jahre „Nakba“

Mittwoch, 15. Mai 2019
Linz – Heute gedenken Palästinenser*innen in der West Bank, in Gaza, Ost-Jerusalem, Israel und in der Diaspora des 71. Jahrestages der Nakba (arabisch für Die Katastrophe). Dieser Jahrestag gedenkt der willkürlichen Zerstörung von über 400 palästinensischen Städten und Dörfern und den planmäßigen gewaltsamen Exodus von mehr als 750,000 Männern, Frauen und Kindern aus ihren angestammten Häusern, die zwischen 1947 und 1948 stattgefunden haben, um Platz für den Staat Israel zu schaffen. Wir bedauern, dass die israelische Regierung es für ungesetzlich erklärt hat, die Nakba in Israel anzuerkennen, dass sie vielen ihrer Bürger das Recht verweigert, ein historische Ereignis zu begehen, das wesentlich für Palästina ist.
Im November 1947 verabschiedete die UN Vollversammlung die Resolution 181, die die Teilung des Mandatsgebiets Palästina in einen arabischen und einen jüdischen Staat forderte. Im Dezember 1948 verabschiedete die UN Vollversammlung die Resolution 194, die den Palästinensern das recht der Rückkehr oder der Entschädigung zusprach. Obwohl diese Resolution von der UNO mehr als 135 Mal bestätigt wurde, und folgende UN Resolutionen haben das verstärkt, einschließlich der Resolutionen 393, 2452 und 3236 – wurden keine dieser Resolutionen umgesetzt, noch ist der Staat Israel zur Rechenschaft gezogen worden für die Verweigerung des Rechts auf Rückkehr, das in diesen Resolutionen enthalten ist.

Am 39 März 2018 lenkten die Demonstrationen des großen Marsch der Rückkehr die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf das Schicksal von tausenden Palästinensern, die im Gazastreifen festgehalten werden und ein Ende der elfjährigen israelischen Blockade von Gaza forderten und das Recht auf die Rückkehr zu ihren angestammten Häusern forderten. In diesem jahr wurden seither 195 Palästinenser – darunter klar gekennzeichnete Sanitäter, Journalsiusten und 41 Kinder – getötet und 29,000 Menschen verwundet.

Die Nakba ist nicht nur einfach ein historisches Ereignis eingebettet in die nationale Geschichte und das kollektive Bewusstsein. Es ist eine andauernde Katastrophe für Palästinenser, die eine dauernde Enteignung von Land erleben, um Platz zu machen für illegale israelische Siedlungserweiterungen, Hauszerstörungen, Zerstörung uralter Olivenhaine und die Verweigerung des Rechts auf Rückkehr. Wir erleben die fünfte Generation von Palästinensern, die entweder als vertriebene Flüchtlinge geboren wurden, als staatenlose Personen, die 52 Jahre unter israelischer Militärbesatzung leben, Gefangene einer Land-, Wasser- und Luftblockade, die von Israel und Ägypten verhängt wurde, oder als zweitklassige Bürger in Israel leben.

Pax Christi International und Pax Christi Österreich sind speziell besorgt um das Schicksal von 5,4 Millionen registrierten Flüchtlingen in den besetzten Gebieten, einschließlich jener in Ostjerusalem und dem Gazastreifen, und jene in den Flüchtlingslagern im Libanon, in Jordanien und Syrien. Die verheerende Auswirkung der kürzlich erfolgten Einstellung aller Hilfe für die Palästinenser durch die Trump Regierung – einschließlich der Mittel für das UN Hilfswerk und er Agentur für Palästinensische Flüchtlinge im nahen Osten (UNRWA) kann nicht überbetont werden. Die Agentur ist mit einer zunehmenden Nachfrage nach Dienstleistungen konfrontiert, da die humanitäre Situation immer schwieriger wird, und die Menschenrechte der Flüchtlinge weiterhin verletz werden.

„ Wenn die Hilfe für die UNRWA eingestellt wird hat das eine große Auswirkung auf die Jugendlichen, die den Großteil der Bevölkerung in den 3 Flüchtlingslagern in Bethlehem ausmachen,“ erklärte Rania Giacaman Murra, Direktor des Arabischen Bildungsinstituts in Bethlehem. „Als Auswirkung dieser Kürzungen haben die jungen Leute weniger Zugang zu Bildung, Gesundheit, Sicherheit und Arbeitsmöglichkeiten. Viele von denen, mit denen wir arbeiten, wählen die Kürzungen für UNRWA als Thema für unser Jugendbetreuungsprojekt. Sie sagen auch, dass die internationale Gemeinschaft ihre Verantwortung für die Rückkehr der Palästinenser aufrechterhalten sollte.“

Die EU und einige Länder antworteten auf die Notwendigkeit, die unerwartete Finanzierungslücke der UNRWA zu schließen. Trotzdem musste die UNWRA einige wichtige Programme beschneiden und weitere sind gefährdet. Bis alle Palästinenser frei sind, ihre vollen Möglichkeiten der Freiheit und Würde auszuschöpfen, müssen adäquate Mittel erheblich erhöht und sichergestellt werden.

Unsere Friedensbewegung ruft die internationale Gemeinschaft dazu auf, heute zu handeln, um sicherzustellen, dass die Finanzierung von notwendigen humanitären Dienstleistungen garantiert ist und ruft nach energischeren Schritten hinauf einen Friedens- und Versöhnungsprozess der die menschliche Würde und die Rechte von Palästinensern und Israelis gleichermaßen anerkennt und schützt. Wir glauben, dass das nur erreicht werden kann durch einen konsequenten Einsatz für internationale Rechte und UN Resolutionen.

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